Proxmox VE gehört zu den bekanntesten Plattformen für die Virtualisierung von Servern. Mit Proxmox lassen sich virtuelle Maschinen und Linux-Container zentral über eine Weboberfläche erstellen, verwalten, sichern und bei Bedarf auch über mehrere Server hinweg in einem Cluster betreiben.
Damit eignet sich Proxmox sowohl für Homelabs als auch für professionelle Unternehmensumgebungen.
Doch wie installiert man Proxmox richtig? Welche Hardware wird benötigt? Sollte man ZFS, ext4 oder LVM verwenden? Wie wird die Netzwerkadresse konfiguriert und was sollte direkt nach der Installation erledigt werden?
In dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir, wie Sie Proxmox VE installieren und die wichtigsten Grundeinstellungen vornehmen.
Was ist Proxmox VE?
Proxmox Virtual Environment – kurz Proxmox VE – ist eine Virtualisierungsplattform auf Linux-Basis.
Sie kombiniert insbesondere zwei Virtualisierungstechniken:
KVM
Mit KVM können vollständige virtuelle Maschinen betrieben werden.
Darauf lassen sich beispielsweise installieren:
- Windows Server
- Windows 11
- Debian
- Ubuntu
- Linux-Server
- Firewall-Systeme
- andere kompatible Betriebssysteme
Die virtuelle Maschine erhält dabei eigene virtuelle Hardware wie CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerkkarten und Festplatten.
LXC
Zusätzlich unterstützt Proxmox Linux-Container über LXC.
Container benötigen normalerweise weniger Ressourcen als vollständige virtuelle Maschinen, teilen sich jedoch den Kernel des Hosts.
Sie eignen sich beispielsweise für viele Linux-Dienste und kleinere Serveranwendungen.
Proxmox vereint beide Technologien innerhalb derselben Verwaltungsoberfläche.
Was kann man mit Proxmox machen?
Mit Proxmox lassen sich unter anderem:
- virtuelle Maschinen erstellen,
- Linux-Container betreiben,
- Snapshots erstellen,
- Backups konfigurieren,
- Storage-Systeme anbinden,
- VLANs konfigurieren,
- mehrere Hosts zu einem Cluster verbinden,
- Hochverfügbarkeit aufbauen,
- Ceph-Storage betreiben,
- virtuelle Netzwerke verwalten,
- Benutzer und Berechtigungen konfigurieren,
- virtuelle Maschinen zwischen Hosts verschieben.
Für Unternehmen kann Proxmox damit eine Alternative zu anderen Virtualisierungsplattformen wie VMware oder Microsoft Hyper-V darstellen.
Welche Hardware braucht Proxmox?
Proxmox stellt grundsätzlich keine außergewöhnlichen Anforderungen an die Hardware.
Für Testumgebungen kann bereits relativ einfache Hardware ausreichen.
Für den produktiven Einsatz sollte dagegen Serverhardware verwendet werden, die hinsichtlich Leistung und Ausfallsicherheit zur geplanten Umgebung passt.
Prozessor
Benötigt wird ein unterstützter 64-Bit-Prozessor.
Für vollständige KVM-Virtualisierung sollte die CPU Hardware-Virtualisierung unterstützen:
Intel: Intel VT-x
AMD: AMD-V
Bei modernen Serverprozessoren ist diese Funktion normalerweise vorhanden.
Wenn PCIe-Geräte direkt an virtuelle Maschinen durchgereicht werden sollen, sind zusätzlich Technologien wie Intel VT-d beziehungsweise AMD-Vi/IOMMU relevant.
Wie viel RAM braucht Proxmox?
Proxmox selbst benötigt vergleichsweise wenig Arbeitsspeicher. Entscheidend ist hauptsächlich, wie viele virtuelle Maschinen und Container betrieben werden sollen.
Ein Beispiel:
Proxmox Host
→ Betriebssystem benötigt RAM
Windows Server VM
→ beispielsweise 8 GB
Linux VM
→ beispielsweise 4 GB
Firewall VM
→ beispielsweise 2–4 GB
weitere VMs
→ zusätzlicher RAM
Der benötigte Arbeitsspeicher muss deshalb aus dem Bedarf aller Systeme plus Reserven für den Proxmox-Host berechnet werden.
Für einen produktiven Virtualisierungshost sind 32, 64, 128 GB RAM oder deutlich mehr keine Seltenheit.
Bei ZFS und Ceph muss außerdem zusätzlicher Arbeitsspeicher für das Storage-System berücksichtigt werden.
SSD, NVMe oder HDD für Proxmox?
Für virtuelle Maschinen ist die Storage-Performance besonders wichtig.
Mehrere VMs greifen gleichzeitig auf denselben physischen Speicher zu. Langsame Datenträger können deshalb die Performance der gesamten Umgebung beeinträchtigen.
Für produktive Server empfehlen sich normalerweise schnelle und möglichst ausfallsichere Datenträger.
Geeignet sind beispielsweise:
- Enterprise SSDs
- Enterprise NVMe SSDs
- SAS SSDs
- entsprechende Storage-Systeme
Klassische HDDs können weiterhin für größere Datenmengen, Backup oder weniger performancekritische Anwendungen eingesetzt werden.
Für hoch ausgelastete virtuelle Maschinen sind SSDs beziehungsweise NVMe-SSDs jedoch meist deutlich besser geeignet.
Bei professionellen Umgebungen sollten insbesondere SSDs mit Power Loss Protection berücksichtigt werden.
Proxmox auf einem einzelnen Server oder Cluster?
Für kleine Installationen kann Proxmox problemlos auf einem einzelnen Host betrieben werden.
Beispielsweise:
Proxmox Host
→ Domain Controller
→ Terminalserver
→ Linux Server
→ Firewall
→ Monitoring
Bei höheren Anforderungen an Verfügbarkeit können mehrere Proxmox-Server zu einem Cluster verbunden werden.
Dadurch können virtuelle Maschinen leichter zwischen Hosts verwaltet und – bei entsprechender Architektur – hochverfügbar betrieben werden.
Für die erste Installation reicht jedoch ein einzelner Proxmox-Host vollkommen aus.
Proxmox installieren – Schritt für Schritt
Schritt 1: Proxmox VE herunterladen
Zunächst wird das aktuelle Proxmox VE ISO Installer Image benötigt.
Dieses kann direkt auf der offiziellen Proxmox-Webseite heruntergeladen werden.
Für klassische Intel- und AMD-Server wird die x86-64-Version verwendet.
Nach dem Download erhalten Sie eine ISO-Datei, beispielsweise:
proxmox-ve_9.x-x.iso
Diese ISO muss anschließend auf einen USB-Stick geschrieben oder über eine Remote-Management-Schnittstelle wie beispielsweise IPMI beziehungsweise iKVM eingebunden werden.
Schritt 2: Bootfähigen USB-Stick erstellen
Für die Installation auf einem physischen Server kann ein USB-Stick verwendet werden.
Zum Schreiben des ISO-Images eignen sich beispielsweise Programme wie:
- Rufus
- Balena Etcher
- Ventoy
Bei Rufus wird:
- der USB-Stick ausgewählt,
- die Proxmox-ISO ausgewählt,
- das Image auf den Stick geschrieben.
Achtung: Sämtliche vorhandenen Daten auf dem USB-Stick werden dabei gelöscht.
Bei professionellen Servern kann die ISO alternativ über die Remote-Konsole des Servers als virtuelles Laufwerk eingebunden werden.
Dadurch ist keine physische Anwesenheit am Server notwendig.
Schritt 3: BIOS beziehungsweise UEFI prüfen
Vor der Installation sollte geprüft werden, ob die Hardware-Virtualisierung aktiviert ist.
Je nach Hersteller heißt die entsprechende Einstellung beispielsweise:
Intel Virtualization Technology
oder
SVM Mode / AMD-V
Für PCIe-Passthrough kann außerdem relevant sein:
Intel VT-d
beziehungsweise
IOMMU / AMD-Vi
Bei Serverhardware sind diese Funktionen häufig bereits aktiviert.
Schritt 4: Server vom Installationsmedium starten
Nun wird der Server vom USB-Stick beziehungsweise vom virtuellen Installationsmedium gestartet.
Gegebenenfalls muss dazu im BIOS oder Boot-Menü das entsprechende Laufwerk ausgewählt werden.
Nach dem Start erscheint das Installationsmenü von Proxmox.
Dort wählen Sie:
Install Proxmox VE (Graphical)
Für die meisten Installationen ist der grafische Installer die einfachste Variante.
Schritt 5: Lizenzbedingungen bestätigen
Im nächsten Schritt werden die Lizenzbedingungen angezeigt.
Diese müssen bestätigt werden, um mit der Installation fortzufahren.
Proxmox VE basiert auf Open-Source-Software und kann grundsätzlich auch ohne kostenpflichtige Subscription genutzt werden.
Für Unternehmen bietet Proxmox zusätzlich kostenpflichtige Subscriptions mit Zugriff auf das Enterprise Repository und Support an.
Schritt 6: Installationslaufwerk auswählen
Nun wird festgelegt, auf welchem Datenträger Proxmox installiert werden soll.
Hier sollte sorgfältig ausgewählt werden.
Der ausgewählte Datenträger wird während der Installation neu partitioniert und vorhandene Daten werden gelöscht.
Über Options können zusätzliche Einstellungen für Storage und Dateisystem vorgenommen werden.
Je nach Hardware und gewünschter Architektur können unter anderem verschiedene Storage-Varianten zum Einsatz kommen.
ext4 beziehungsweise LVM-thin oder ZFS?
Diese Entscheidung ist besonders wichtig.
LVM-thin
Die klassische Standardkonfiguration eignet sich für viele einfache Installationen.
Dabei wird typischerweise ein Teil des Datenträgers für das Proxmox-System und ein Thin-Pool für virtuelle Maschinen verwendet.
Vorteile:
- relativ unkompliziert
- geringer zusätzlicher Speicherbedarf
- für viele Einzelserver geeignet
ZFS
ZFS kombiniert Dateisystem und Volume Management und bietet unter anderem Funktionen wie:
- Checksumming
- Snapshots
- Software-RAID
- Datenintegritätsprüfung
- Kompression
- Replikation
ZFS kann insbesondere dann interessant sein, wenn mehrere Datenträger ohne klassischen Hardware-RAID-Controller verwendet werden.
Beispielsweise:
2 SSDs → ZFS Mirror
oder
4 SSDs → ZFS Mirror / RAIDZ
ZFS benötigt jedoch zusätzliche Ressourcen und sollte bereits bei der Hardwareplanung berücksichtigt werden.
Hardware RAID oder ZFS?
Hier sollte man sich grundsätzlich für eine klare Storage-Strategie entscheiden.
Wenn ZFS verwendet wird, sollten die Datenträger möglichst direkt durch das Betriebssystem angesprochen werden können.
Ein klassischer Hardware-RAID-Controller, der Proxmox nur ein fertiges virtuelles RAID-Laufwerk präsentiert, nimmt ZFS viele seiner Vorteile.
Typische Varianten sind deshalb:
Hardware RAID
RAID-Controller
↓
virtuelles Laufwerk
↓
Proxmox
oder:
ZFS
einzelne Datenträger
↓
Proxmox / ZFS
Beide Ansätze können funktionieren.
Sie sollten jedoch nicht unüberlegt miteinander kombiniert werden.
Schritt 7: Land, Zeitzone und Tastatur auswählen
Nun werden Region und Zeitzone festgelegt.
Für einen Server in Deutschland beispielsweise:
Country: Germany
Time Zone: Europe/Berlin
Keyboard Layout: German
Eine korrekte Uhrzeit ist gerade bei Servern wichtig, beispielsweise für:
- Logs
- Backups
- Cluster
- Zertifikate
- Authentifizierung
- Monitoring
Schritt 8: Root-Passwort vergeben
Anschließend wird das Passwort für den administrativen Benutzer root festgelegt.
Das Passwort sollte:
- ausreichend lang,
- einzigartig,
- nicht anderweitig verwendet,
- sicher gespeichert
werden.
Zusätzlich wird eine E-Mail-Adresse hinterlegt.
An diese können beispielsweise Systembenachrichtigungen gesendet werden.
Für produktive Server sollte später außerdem geprüft werden, wie administrative Zugänge, Benutzerkonten und gegebenenfalls Zwei-Faktor-Authentifizierung organisiert werden.
Schritt 9: Netzwerk konfigurieren
Die Netzwerkkonfiguration gehört zu den wichtigsten Schritten.
Proxmox benötigt eine statische IP-Adresse.
Beispielsweise:
Hostname:pve01.firma.local
IP-Adresse:192.168.10.10/24
Gateway:192.168.10.1
DNS Server:192.168.10.1
In Unternehmensumgebungen sollte ein sauberer Hostname beziehungsweise FQDN verwendet werden.
Beispielsweise:
pve01.example.local
oder eine entsprechend geplante interne Domainstruktur.
Die IP-Adresse sollte nicht dynamisch per DHCP wechseln.
Warum braucht Proxmox eine feste IP-Adresse?
Über die IP-Adresse wird später die Weboberfläche erreicht.
Außerdem greifen unter Umständen:
- Cluster-Knoten
- Backup-Server
- Monitoring
- Storage
- virtuelle Netzwerke
- administrative Systeme
auf den Proxmox-Host zu.
Eine wechselnde Serveradresse würde deshalb erhebliche Probleme verursachen.
Schritt 10: Installation starten
Vor Beginn zeigt Proxmox noch einmal eine Zusammenfassung der Konfiguration.
Kontrollieren Sie insbesondere:
- richtigen Datenträger
- IP-Adresse
- Gateway
- DNS
- Hostname
- Zeitzone
Anschließend kann die Installation gestartet werden.
Der Installer richtet nun automatisch das Grundsystem und Proxmox VE ein.
Nach Abschluss wird der Server neu gestartet.
Der USB-Stick beziehungsweise das Installationsmedium kann anschließend entfernt werden.
Proxmox Weboberfläche öffnen
Nach dem Neustart zeigt Proxmox auf der Konsole die Adresse der Verwaltungsoberfläche an.
Standardmäßig ist sie über HTTPS und Port 8006 erreichbar.
Beispielsweise:
https://192.168.10.10:8006
Diese Adresse wird auf einem Computer im gleichen Netzwerk im Browser geöffnet.
Beim ersten Aufruf kann eine Zertifikatswarnung erscheinen, da Proxmox zunächst ein eigenes Zertifikat verwendet.
Bei Proxmox anmelden
Standardmäßig erfolgt die Anmeldung zunächst mit:
Benutzer:root
Realm:Linux PAM standard authentication
und dem während der Installation vergebenen Passwort.
Nach erfolgreicher Anmeldung erscheint die Proxmox-Weboberfläche.
Links befindet sich die Baumstruktur mit:
Datacenter
↓
Proxmox-Node
↓
virtuelle Maschinen und Container
Was sollte man nach der Proxmox-Installation machen?
Die Installation ist damit zwar abgeschlossen – für einen produktiven Server fehlen allerdings noch einige wichtige Schritte.
1. Proxmox aktualisieren
Direkt nach einer Neuinstallation sollten zunächst alle verfügbaren Updates installiert werden.
Dies kann über die Weboberfläche oder über die Shell erfolgen.
Über die Shell beispielsweise:
apt update
anschließend:
apt dist-upgrade
Danach sollte geprüft werden, ob ein Neustart erforderlich ist.
Gerade eine neu heruntergeladene ISO kann bereits einige Wochen oder Monate alte Paketstände enthalten.
2. Repository prüfen
Proxmox unterscheidet verschiedene Paketquellen.
Enterprise Repository
Das Enterprise Repository richtet sich an Systeme mit gültiger Proxmox-Subscription.
Die Pakete werden dort besonders auf den produktiven Unternehmenseinsatz ausgerichtet bereitgestellt.
No-Subscription Repository
Für Systeme ohne Subscription stellt Proxmox ein entsprechendes Repository bereit.
Dieses kann beispielsweise für Test-, Homelab- oder andere Umgebungen ohne Enterprise Subscription verwendet werden.
Das Repository sollte passend zur verwendeten Proxmox-Version konfiguriert werden.
Es ist keine gute Idee, einfach Fehlermeldungen des Enterprise Repositorys zu ignorieren und den Server anschließend über Monate nicht mehr zu aktualisieren.
3. Hostnamen und DNS prüfen
Der Host sollte seinen eigenen Namen korrekt auflösen können.
Beispielsweise:
pve01.firma.local
→
192.168.10.10
Fehlerhafte DNS-Konfigurationen können später insbesondere bei:
- Clustering
- Zertifikaten
- Migrationen
- Monitoring
Probleme verursachen.
4. Storage prüfen
Unter:
Datacenter → Storage
werden die verfügbaren Speicherbereiche angezeigt.
Bei einer Standardinstallation existieren häufig beispielsweise:
local
und
local-lvm
local kann unter anderem ISO-Dateien und Backups speichern.
local-lvm wird typischerweise für VM-Disks verwendet.
Vor produktivem Einsatz sollte entschieden werden, wo:
- VM-Festplatten,
- ISO-Dateien,
- Container-Templates,
- Backups
gespeichert werden.
5. ISO-Datei hochladen
Damit eine virtuelle Maschine erstellt werden kann, wird zunächst das Installationsmedium des gewünschten Betriebssystems benötigt.
Beispielsweise:
- Windows Server
- Windows 11
- Debian
- Ubuntu
Die ISO-Datei kann über die Proxmox-Weboberfläche hochgeladen werden.
Beispiel:
Node → local → ISO Images → Upload
Anschließend steht sie bei der Erstellung einer VM zur Verfügung.
Erste virtuelle Maschine in Proxmox erstellen
Nun kann die erste VM angelegt werden.
Dazu oben rechts:
Create VM
auswählen.
General
Zunächst wird ein Name vergeben.
Beispielsweise:
SRV-AD01
oder
ubuntu01
Jede VM erhält zusätzlich automatisch eine eindeutige VM-ID.
OS
Nun wird die zuvor hochgeladene ISO ausgewählt.
Beispielsweise:
Windows_Server_2025.iso
System
Hier werden grundlegende virtuelle Hardwareeigenschaften festgelegt.
Bei modernen Betriebssystemen können je nach Einsatzzweck beispielsweise UEFI/OVMF und ein entsprechender Machine Type sinnvoll sein.
Für Windows 11 muss außerdem TPM berücksichtigt werden.
Die Einstellungen sollten immer zum jeweiligen Gastbetriebssystem passen.
Disks
Nun wird die virtuelle Festplatte festgelegt.
Beispielsweise:
100 GB
auf dem gewünschten Storage.
Für performante VMs sollte auch das verwendete virtuelle Controller-Modell berücksichtigt werden.
VirtIO bietet bei unterstützten Betriebssystemen normalerweise eine gute Performance.
Bei Windows müssen dafür gegebenenfalls die entsprechenden VirtIO-Treiber eingebunden werden.
CPU
Anschließend werden die virtuellen CPU-Ressourcen festgelegt.
Beispielsweise:
Sockets: 1
Cores: 4
Die VM sollte nicht einfach mit möglichst vielen CPU-Kernen ausgestattet werden.
Ressourcen sollten entsprechend dem tatsächlichen Bedarf geplant werden.
Memory
Nun wird der Arbeitsspeicher festgelegt.
Beispielsweise:
8192 MB
für 8 GB.
Auch hier hängt die sinnvolle Größe vom Betriebssystem und den Anwendungen ab.
Network
Als virtuelle Netzwerkkarte wird häufig VirtIO verwendet.
Sie wird typischerweise mit einer Linux Bridge wie:
vmbr0
verbunden.
Damit erhält die virtuelle Maschine Zugriff auf das physische Netzwerk beziehungsweise die entsprechend konfigurierte virtuelle Netzwerkinfrastruktur.
VM starten
Nach Abschluss des Assistenten erscheint die neue virtuelle Maschine in der linken Navigation.
Nun:
Start
und anschließend:
Console
öffnen.
Die VM startet vom ISO-Image und das Betriebssystem kann wie auf einem normalen Computer installiert werden.
Was ist vmbr0?
Bei einer Standardinstallation erstellt Proxmox normalerweise eine Linux Bridge mit der Bezeichnung:
vmbr0
Diese lässt sich vereinfacht mit einem virtuellen Switch vergleichen.
Die physische Netzwerkkarte des Servers wird mit dieser Bridge verbunden.
Virtuelle Maschinen erhalten ebenfalls virtuelle Netzwerkkarten innerhalb dieser Bridge.
Dadurch können sie über die physische Netzwerkkarte des Proxmox-Hosts mit dem restlichen Netzwerk kommunizieren.
Beispielsweise:
Internet / Firewall
↓
Switch
↓
physische Netzwerkkarte
↓
vmbr0
↓
VM 1 / VM 2 / VM 3
VLANs mit Proxmox verwenden
In Unternehmensnetzwerken werden Server häufig auf verschiedene VLANs verteilt.
Beispielsweise:
VLAN 10: Management
VLAN 20: Server
VLAN 30: Clients
VLAN 40: DMZ
Proxmox kann VLANs direkt über Linux Bridges beziehungsweise die entsprechende Netzwerkkonfiguration verarbeiten.
Eine häufig verwendete Variante ist eine VLAN-aware Bridge.
Dann kann einer VM beispielsweise direkt ein VLAN-Tag zugewiesen werden.
Beispiel:
VM Netzwerkkarte:
vmbr0
VLAN Tag:
20
Die Konfiguration muss selbstverständlich auch auf dem angeschlossenen Switch und der Firewall korrekt eingerichtet sein.
Braucht Proxmox eine eigene Firewall?
Proxmox verfügt über eine integrierte Firewall.
Regeln können auf verschiedenen Ebenen eingesetzt werden:
- Datacenter
- Host
- virtuelle Maschine
- Container
Ob und wie diese genutzt wird, hängt vom vorhandenen Sicherheitskonzept ab.
In Unternehmensumgebungen sollte insbesondere die Management-Oberfläche des Proxmox-Hosts nicht unnötig aus beliebigen Netzwerken erreichbar sein.
Sinnvoll kann beispielsweise ein separates Management-VLAN sein.
Proxmox aus dem Internet erreichbar machen?
Die Weboberfläche eines Proxmox-Servers sollte nicht einfach direkt über Port 8006 ins Internet freigegeben werden.
Für administrativen Fernzugriff sind beispielsweise geeignete VPN-Lösungen deutlich sinnvoller.
Mögliche Varianten sind:
- WireGuard
- IPsec
- OpenVPN
- Unternehmens-VPN
- abgesicherter administrativer Zugriff
Zusätzlich sollte Zwei-Faktor-Authentifizierung für administrative Benutzer geprüft werden.
Proxmox Backup einrichten
Spätestens bevor produktive virtuelle Maschinen betrieben werden, sollte ein Backup-Konzept vorhanden sein.
Proxmox kann Backups beispielsweise auf:
- NAS
- NFS
- SMB/CIFS
- lokalen Storage
- Proxmox Backup Server
speichern.
Für professionelle Umgebungen ist der Proxmox Backup Server (PBS) besonders interessant.
Er bietet unter anderem:
- inkrementelle Sicherungen,
- Deduplizierung,
- Kompression,
- Prüfmöglichkeiten,
- Verschlüsselungsmöglichkeiten,
- zentrale Backupverwaltung.
Das Backup sollte außerdem nicht ausschließlich auf demselben physischen Server gespeichert werden.
Fällt der gesamte Host aus, wäre andernfalls möglicherweise auch das Backup betroffen.
RAID ist kein Backup
Auch ein ZFS Mirror oder Hardware-RAID ersetzt kein Backup.
Ein RAID schützt primär vor bestimmten Datenträgerausfällen.
Es schützt nicht automatisch vor:
- versehentlichem Löschen,
- beschädigten Daten,
- Ransomware,
- Fehlkonfigurationen,
- kompromittierten Administratoren,
- Ausfall des gesamten Servers,
- Brand oder anderen physischen Schäden.
Deshalb sollte zusätzlich eine unabhängige Backupstrategie vorhanden sein.
Proxmox Cluster erstellen
Mehrere Proxmox-Hosts können zu einem Cluster verbunden werden.
Die Verwaltung erfolgt anschließend zentral.
Ein Cluster bietet unter anderem Vorteile bei:
- zentraler Verwaltung,
- Migration von VMs,
- mehreren Hosts,
- Hochverfügbarkeitskonzepten.
Dabei muss allerdings die Netzwerk- und Storage-Infrastruktur entsprechend geplant werden.
Ein Cluster sollte nicht nur erstellt werden, weil mehrere Proxmox-Server vorhanden sind.
Insbesondere Quorum, Corosync-Netzwerk, Storage und HA-Konzept müssen berücksichtigt werden.
Kann man Proxmox mit zwei Servern betreiben?
Technisch können auch zwei Proxmox-Knoten in einem Cluster betrieben werden.
Bei Hochverfügbarkeitsumgebungen ist jedoch das Quorum besonders wichtig.
Eine klassische produktive HA-Architektur verwendet deshalb häufig mindestens drei Stimmen beziehungsweise eine entsprechende zusätzliche Quorum-Lösung.
Ein Zwei-Node-Cluster sollte nicht unüberlegt als vollständig hochverfügbare Lösung betrachtet werden.
Proxmox mit ZFS oder Ceph?
ZFS und Ceph erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
ZFS
ZFS eignet sich unter anderem für lokalen Storage auf einzelnen Hosts.
Beispielsweise:
Server 1
→ 2 × NVMe als Mirror
Ceph
Ceph ist ein verteiltes Storage-System und kann Storage über mehrere Server verteilen.
Das ist insbesondere für größere Cluster interessant.
Ceph benötigt jedoch entsprechende:
- Netzwerkleistung,
- Hardware,
- Anzahl an Nodes,
- Datenträger,
- Planung.
Für einen einzelnen Proxmox-Server ist Ceph normalerweise nicht sinnvoll.
Proxmox für Unternehmen – reicht die kostenlose Version?
Proxmox VE kann grundsätzlich ohne kostenpflichtige Subscription eingesetzt werden.
Für produktive Unternehmensumgebungen sollte allerdings geprüft werden, ob eine Proxmox Subscription sinnvoll ist.
Eine Subscription bietet unter anderem Zugriff auf das Enterprise Repository und – abhängig vom gewählten Tarif – Supportleistungen.
Gerade bei geschäftskritischen Virtualisierungssystemen sollte nicht nur betrachtet werden, ob eine Software kostenlos betrieben werden kann, sondern welches Betriebs-, Update- und Supportkonzept das Unternehmen benötigt.
Häufige Fehler bei der Proxmox-Installation
DHCP statt statischer IP
Ein Hypervisor sollte normalerweise mit einer festen Netzwerkadresse betrieben werden.
Nur eine einzelne Consumer-SSD verwenden
Für ein Homelab kann das ausreichen.
Bei produktiven Unternehmensservern sollte Storage-Ausfallsicherheit berücksichtigt werden.
Kein Backup einrichten
VMs auf RAID zu speichern bedeutet nicht, dass sie gesichert sind.
Management-Oberfläche öffentlich freigeben
Port 8006 sollte nicht einfach aus dem Internet erreichbar gemacht werden.
ZFS hinter Hardware-RAID
Wer ZFS verwenden möchte, sollte den Storage-Aufbau entsprechend planen.
Alle VMs in dasselbe Netzwerk packen
Server, Management, Clients und öffentlich erreichbare Systeme sollten je nach Umgebung durch VLANs und Firewall-Regeln getrennt werden.
Den Host mit VMs überladen
Nur weil 32 CPU-Threads und 128 GB RAM vorhanden sind, sollten die Ressourcen nicht vollständig ohne Reserven verteilt werden.
Keine Updates installieren
Ein Virtualisierungshost ist ein besonders wichtiges System und sollte regelmäßig gepflegt werden.
Proxmox installieren oder installieren lassen?
Eine einfache Proxmox-Testinstallation ist relativ schnell eingerichtet.
Bei einer produktiven Unternehmensumgebung besteht die eigentliche Arbeit jedoch weniger darin, auf „Install“ zu klicken.
Wichtiger sind Fragen wie:
- Wie wird der Storage aufgebaut?
- Welche RAID-Strategie ist sinnvoll?
- Wie werden die Server abgesichert?
- Wie funktioniert das Backup?
- Werden VLANs benötigt?
- Wie wird das Management-Netz getrennt?
- Wie viele Proxmox-Nodes werden benötigt?
- Wie funktioniert die Wiederherstellung?
- Wird Hochverfügbarkeit benötigt?
- Wird Proxmox Backup Server eingesetzt?
- Wie werden Updates durchgeführt?
- Wie wird die Umgebung überwacht?
Eine falsch geplante Virtualisierungsumgebung kann spätestens beim ersten Hardwareausfall erhebliche Probleme verursachen.
Fazit: Proxmox installieren und richtig planen
Die Installation von Proxmox VE selbst ist vergleichsweise unkompliziert.
ISO herunterladen, Installationsmedium erstellen, Server starten, Storage und Netzwerk konfigurieren – anschließend steht bereits die webbasierte Verwaltungsoberfläche zur Verfügung.
Für Testumgebungen und Homelabs kann damit sehr schnell eine leistungsfähige Virtualisierungsplattform aufgebaut werden.
Bei produktiven Unternehmensumgebungen sollte die Installation jedoch nur der erste Schritt sein.
Besonders wichtig sind anschließend:
- redundanter Storage,
- Backup,
- Netzwerksegmentierung,
- Firewall,
- sichere Administration,
- Monitoring,
- Updates,
- Kapazitätsplanung,
- Wiederherstellungskonzept.
Damit entsteht aus einer einfachen Proxmox-Installation eine zuverlässige Virtualisierungsplattform.
Proxmox für Unternehmen professionell planen und betreiben
Sie möchten Proxmox in Ihrem Unternehmen einsetzen, bestehende VMware- oder Hyper-V-Systeme ablösen oder eine neue Virtualisierungsumgebung aufbauen?
Unetifi unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Planung, Installation, Migration und laufenden Betreuung von Proxmox-Umgebungen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Proxmox VE Installation
- Server- und Storage-Planung
- ZFS
- Proxmox Cluster
- Hochverfügbarkeit
- VLAN- und Netzwerkdesign
- Firewall-Konfiguration
- Proxmox Backup Server
- Backup- und Wiederherstellungskonzepte
- Monitoring
- Updates
- Migration bestehender virtueller Maschinen
So wird die Proxmox-Infrastruktur nicht nur installiert, sondern von Beginn an passend für den produktiven Betrieb geplant.
Häufig gestellte Fragen zur Proxmox-Installation
Ist Proxmox kostenlos?
Proxmox VE kann grundsätzlich ohne kostenpflichtige Subscription genutzt werden. Für Unternehmen bietet Proxmox zusätzliche Subscription-Modelle mit Zugriff auf das Enterprise Repository und abhängig vom Tarif weiteren Supportleistungen.
Kann ich Proxmox auf einem normalen PC installieren?
Technisch ja. Für Tests und Homelabs kann Standard-PC-Hardware ausreichend sein. Für produktive Unternehmensumgebungen sollte jedoch möglichst geeignete Serverhardware mit entsprechendem Storage, Netzwerk und Ausfallsicherheitskonzept eingesetzt werden.
Wie viel RAM braucht Proxmox?
Der Hypervisor selbst benötigt vergleichsweise wenig RAM. Der größte Teil des Arbeitsspeichers wird für virtuelle Maschinen, Container und gegebenenfalls Storage-Technologien wie ZFS oder Ceph benötigt. Der Gesamtbedarf muss deshalb anhand der geplanten Workloads berechnet werden.
Sollte ich Proxmox auf SSD oder NVMe installieren?
Beides ist möglich. Für produktive Virtualisierungsumgebungen sind schnelle und möglichst ausfallsichere SSD- beziehungsweise NVMe-Systeme häufig sinnvoll. Wichtiger als die reine maximale Geschwindigkeit ist jedoch ein durchdachtes Storage- und Backupkonzept.
Soll ich Proxmox mit ZFS installieren?
ZFS kann besonders interessant sein, wenn Proxmox direkten Zugriff auf mehrere Datenträger erhält und Funktionen wie Mirrors, Checksumming und Snapshots genutzt werden sollen. Ob ZFS sinnvoll ist, hängt von Hardware und Storage-Konzept ab.
Kann Proxmox Windows Server ausführen?
Ja. Windows Server kann als KVM-basierte virtuelle Maschine unter Proxmox betrieben werden. Für optimale Performance werden häufig VirtIO-Treiber für Storage und Netzwerk eingesetzt.
Kann ich Windows 11 auf Proxmox installieren?
Ja. Windows 11 kann als virtuelle Maschine betrieben werden. Dabei müssen die entsprechenden Anforderungen wie UEFI und TPM berücksichtigt werden.
Brauche ich für Proxmox eine feste IP-Adresse?
Für einen Proxmox-Hypervisor sollte eine statische IP-Adresse verwendet werden. Dadurch bleiben Verwaltungsoberfläche, DNS, Backup, Monitoring und gegebenenfalls Clusterkommunikation zuverlässig erreichbar.
Welchen Port verwendet die Proxmox-Weboberfläche?
Die Proxmox-Weboberfläche ist standardmäßig über HTTPS auf Port 8006 erreichbar.
Beispiel:
Kann ich Proxmox ohne Subscription verwenden?
Ja. Ohne Subscription kann das dafür vorgesehene No-Subscription Repository verwendet werden. Für produktive Unternehmensumgebungen sollte geprüft werden, ob das Enterprise Repository und eine Proxmox Subscription sinnvoll sind.
Kann ich VMware-VMs zu Proxmox migrieren?
Ja. Virtuelle Maschinen aus anderen Virtualisierungsumgebungen können grundsätzlich nach Proxmox migriert werden. Die genaue Vorgehensweise hängt von Ausgangsplattform, Betriebssystem, virtuellen Festplatten und Netzwerkkonfiguration ab.
