Ein NAS ist für viele kleine und mittelständische Unternehmen eine interessante Möglichkeit, Dateien zentral zu speichern, Backups zu erstellen und Daten mehreren Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen.
Doch bei der Auswahl tauchen schnell zwei Hersteller auf:
Synology oder QNAP?
Beide bieten NAS-Systeme vom kleinen Desktop-Gerät bis hin zu leistungsfähigen Rackmount-Systemen für Unternehmen. Beide unterstützen zentrale Dateifreigaben, Benutzerverwaltung, Backups, Snapshots, Synchronisation und zahlreiche zusätzliche Anwendungen.
Trotzdem unterscheiden sich Synology und QNAP bei Bedienung, Hardwareausstattung, Storage-Konzepten und teilweise auch bei der Zielgruppe.
In diesem Ratgeber zeigen wir, welches NAS sich für Unternehmen eignet, wo die Unterschiede zwischen Synology und QNAP liegen und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.
Was ist ein NAS?
NAS steht für Network Attached Storage.
Vereinfacht handelt es sich um einen zentralen Speicher, der über das Netzwerk erreichbar ist.
Statt Firmendaten ausschließlich auf einzelnen Arbeitsplatz-PCs zu speichern, können sie beispielsweise zentral auf einem NAS abgelegt werden.
Ein typischer Aufbau könnte so aussehen:
PC Mitarbeiter 1
↓
PC Mitarbeiter 2
↓
Notebook Geschäftsführung
↓
Netzwerk
↓
NAS
Alle berechtigten Benutzer greifen anschließend auf gemeinsame Ordner und Dateien zu.
Ein modernes NAS kann allerdings deutlich mehr als nur Dateien speichern.
Je nach Modell und Software können beispielsweise genutzt werden:
- zentrale Dateiablage
- Benutzer- und Gruppenverwaltung
- Windows-Netzlaufwerke
- Backups
- Snapshots
- Dateisynchronisation
- Microsoft-365-Backup
- PC- und Server-Backup
- virtuelle Maschinen
- Container
- Cloud-Synchronisation
- Videoüberwachung
- iSCSI-Storage
- Replikation auf ein zweites NAS
Damit kann ein NAS ein wichtiger Bestandteil der IT-Infrastruktur eines Unternehmens werden.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein NAS?
Ein NAS kann besonders interessant sein, wenn mehrere Mitarbeiter gemeinsam auf Dateien zugreifen müssen.
Typische Einsatzbereiche sind beispielsweise:
- kleine Büros
- Handwerksbetriebe
- Steuerkanzleien
- Arztpraxen
- Anwaltskanzleien
- Agenturen
- Produktionsbetriebe
- kleine und mittelständische Unternehmen
Ein NAS kann beispielsweise als zentraler Dateiserver eingesetzt werden.
Statt Dateien auf mehreren Arbeitsplatz-PCs zu verteilen, liegen diese zentral auf dem NAS.
Dadurch können Berechtigungen, Backups und Zugriffe wesentlich strukturierter organisiert werden.
NAS oder klassischer Windows Server?
Ein NAS kann einen klassischen Windows-Dateiserver in vielen kleinen Unternehmen ersetzen.
Das gilt insbesondere dann, wenn hauptsächlich folgende Funktionen benötigt werden:
- Dateiablage
- SMB-Freigaben
- Benutzerrechte
- Backups
- Synchronisation
Ein vollwertiger Windows Server kann dagegen sinnvoller sein, wenn zusätzlich umfangreiche Windows-Serverdienste, spezielle Anwendungen oder andere Anforderungen bestehen.
Die Entscheidung lautet daher nicht grundsätzlich:
NAS oder Server?
Sondern:
Welche Aufgaben muss das System erfüllen?
Für reine Datei- und Backup-Aufgaben kann ein NAS häufig einfacher und wirtschaftlicher sein.
Synology oder QNAP – der grundlegende Unterschied
Beide Hersteller verfolgen ein ähnliches Grundprinzip, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Synology
Synology legt einen starken Fokus auf:
- einfache Administration
- einheitliche Benutzeroberfläche
- Backup
- Dateiverwaltung
- Synchronisation
- zentrale Unternehmensfunktionen
Das Betriebssystem heißt DiskStation Manager – DSM.
QNAP
QNAP bietet ebenfalls umfangreiche Unternehmensfunktionen, positioniert viele Systeme aber zusätzlich stark bei:
- leistungsfähiger Hardware
- Multi-Gigabit-Netzwerk
- Erweiterbarkeit
- Virtualisierung
- Storage
- ZFS über QuTS hero
- umfangreichen Hardwarekonfigurationen
Je nach Gerät wird QTS oder QuTS hero eingesetzt.
Vereinfacht könnte man deshalb sagen:
Synology legt häufig besonders viel Wert auf eine möglichst geschlossene und komfortable Softwareumgebung.
QNAP bietet häufig sehr viele Hardware- und Konfigurationsmöglichkeiten.
Welche Philosophie besser passt, hängt vom Unternehmen ab.
Synology NAS für Unternehmen
Synology bietet zahlreiche Desktop- und Rackmount-NAS-Systeme.
Für kleinere Unternehmen kommen häufig Geräte der Plus-Serie infrage.
Größere Unternehmen können unter anderem RackStation-, SA-, FS- oder andere Unternehmensserien einsetzen.
Das Herzstück ist das Betriebssystem Synology DSM.
Vorteile von Synology DSM
DSM ist eine webbasierte Verwaltungsoberfläche.
Darüber werden unter anderem verwaltet:
- Benutzer
- Gruppen
- Freigabeordner
- Speicher
- Backups
- Netzwerk
- Anwendungen
- Updates
- Benachrichtigungen
- Sicherheit
Die Oberfläche ist vergleichsweise übersichtlich aufgebaut.
Gerade für kleinere Unternehmen oder Administratoren, die nicht täglich komplexe Storage-Systeme verwalten, kann das ein großer Vorteil sein.
Synology Drive
Mit Synology Drive kann ein Synology NAS ähnlich wie eine private Cloud genutzt werden.
Benutzer können Dateien:
- synchronisieren,
- gemeinsam verwenden,
- versionieren,
- auf mehreren Geräten bereitstellen.
Dadurch können beispielsweise Mitarbeiter im Büro und Homeoffice auf gemeinsame Dateien zugreifen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das NAS einfach direkt aus dem Internet erreichbar gemacht werden sollte.
Der externe Zugriff sollte immer passend zum Sicherheitskonzept umgesetzt werden.
Active Backup for Business
Eine der interessantesten Synology-Funktionen für Unternehmen ist Active Backup for Business.
Damit können je nach kompatiblem NAS unter anderem gesichert werden:
- Windows-PCs
- Macs
- Windows Server
- Linux Server
- VMware-VMs
- Hyper-V-VMs
- Dateiserver
Dadurch kann ein Synology NAS nicht nur selbst Dateien speichern, sondern zusätzlich als zentrale Backupplattform genutzt werden.
Für kleine Unternehmen kann das interessant sein, weil Arbeitsplatz-PCs und Server von einer zentralen Oberfläche aus gesichert werden können.
Microsoft 365 auf Synology sichern
Synology bietet außerdem Active Backup for Microsoft 365.
Damit können Daten aus Microsoft 365 zusätzlich auf einem eigenen Synology NAS gesichert werden.
Dazu können unter anderem Daten aus:
- Exchange Online
- OneDrive for Business
- SharePoint Online
- Microsoft Teams
gehören.
Das kann Bestandteil einer unabhängigen Microsoft-365-Backupstrategie sein.
Ein wichtiger Punkt dabei:
Synchronisation ist kein vollständiger Ersatz für ein Backup.
Nur weil Daten in OneDrive oder auf einem NAS vorhanden sind, bedeutet das noch nicht automatisch, dass ein belastbares Backupkonzept besteht.
QNAP NAS für Unternehmen
QNAP bietet ebenfalls eine sehr breite Auswahl von Desktop- bis Enterprise-NAS-Systemen.
Ein wesentlicher Unterschied ist die große Vielfalt an Hardwarekonfigurationen.
Je nach Modell sind beispielsweise verfügbar:
- 2,5-Gigabit-Ethernet
- 5-Gigabit-Ethernet
- 10-Gigabit-Ethernet
- PCIe-Erweiterungsplätze
- NVMe-SSDs
- SSD-Caching
- GPU-Erweiterungen
- Fibre Channel
- verschiedene Storage-Architekturen
Das kann QNAP besonders interessant machen, wenn hohe Anforderungen an Performance und Erweiterbarkeit bestehen.
QTS
QTS ist das klassische Betriebssystem vieler QNAP-NAS-Systeme.
Es stellt unter anderem Funktionen bereit für:
- Dateifreigabe
- Benutzerverwaltung
- Backups
- Snapshots
- Synchronisation
- Apps
- Virtualisierung
- Container
- Storageverwaltung
Auch QTS wird vollständig über eine Weboberfläche verwaltet.
QuTS hero und ZFS
Bei bestimmten QNAP-Systemen steht QuTS hero zur Verfügung.
QuTS hero basiert auf ZFS.
Damit stehen unter anderem Funktionen zur Verfügung wie:
- Datenintegritätsprüfungen
- Snapshots
- Kompression
- Deduplizierung
- WORM-Funktionen
- Storage-Replikation
Gerade bei größeren Unternehmensumgebungen oder Storage-Anwendungen kann das interessant sein.
ZFS benötigt allerdings zusätzliche Ressourcen.
QNAP nennt für QuTS hero mindestens 8 GB RAM; für Inline-Deduplizierung werden mindestens 16 GB und für optimale Leistung mehr empfohlen.
Die Hardware sollte deshalb passend dimensioniert werden.
Qsync
QNAP bietet mit Qsync eine Lösung zur Dateisynchronisation.
Damit lassen sich Dateien zwischen dem NAS und:
- Windows-PCs
- Macs
- Linux-Systemen
- Mobilgeräten
synchronisieren.
Auch Teamordner und Versionierung können verwendet werden.
Damit kann QNAP ebenfalls als private Unternehmens-Cloud eingesetzt werden.
Hybrid Backup Sync
Für Backups stellt QNAP unter anderem Hybrid Backup Sync – HBS bereit.
Damit können Daten beispielsweise auf:
- ein zweites QNAP NAS,
- externe Server,
- Cloudspeicher
gesichert beziehungsweise repliziert werden.
Je nach System und Konfiguration stehen außerdem Funktionen wie:
- Versionierung
- Verschlüsselung
- Deduplizierung
- unveränderliche Backups
zur Verfügung.
Damit kann auch ein QNAP NAS Bestandteil einer 3-2-1-Backupstrategie sein.
Synology oder QNAP – direkter Vergleich
Eine pauschale Entscheidung ist schwierig.
Als Orientierung:
| Bereich | Synology | QNAP |
|---|---|---|
| Bedienung | sehr übersichtlich | umfangreich und flexibel |
| Betriebssystem | DSM | QTS / QuTS hero |
| Dateifreigabe | sehr gut | sehr gut |
| Synchronisation | Synology Drive | Qsync |
| PC-/Server-Backup | Active Backup for Business | verschiedene Backup-Lösungen |
| Microsoft-365-Backup | Active Backup for Microsoft 365 | je nach Lösung/Modell |
| ZFS | nicht klassisch als DSM-Standard | QuTS hero |
| Hardwareauswahl | eher kontrolliertes Portfolio | sehr große Auswahl |
| Multi-Gigabit | modellabhängig | häufig stark vertreten |
| Erweiterbarkeit | modellabhängig | teilweise sehr umfangreich |
| Virtualisierung | Virtual Machine Manager | Virtualization Station |
| Zielgruppe | KMU bis Enterprise | KMU bis Enterprise |
Diese Tabelle ist bewusst nur eine Orientierung.
Die konkrete Modellserie ist wichtiger als der Herstellername allein.
Ein leistungsfähiges Synology-System kann einem kleinen QNAP weit überlegen sein und umgekehrt.
Welches NAS ist einfacher zu verwalten?
Für viele kleine Unternehmen ist Synology DSM besonders attraktiv, weil viele Funktionen sehr einheitlich integriert sind.
Benutzer, Speicher, Backup und Freigaben befinden sich innerhalb einer konsistenten Verwaltungsoberfläche.
Das kann den Administrationsaufwand reduzieren.
QNAP bietet ebenfalls eine grafische Verwaltung, stellt allerdings teilweise mehr Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung.
Für erfahrene Administratoren kann genau diese Flexibilität ein Vorteil sein.
Wer dagegen möglichst wenig Komplexität möchte, findet Synology häufig intuitiver.
Welche Hardware ist besser?
Hier hat QNAP bei vielen Modellreihen traditionell eine sehr große Auswahl.
Je nach Gerät gibt es beispielsweise bereits ab Werk:
- mehrere Multi-Gigabit-Ports,
- PCIe-Slots,
- schnelle Prozessoren,
- NVMe-Steckplätze,
- umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten.
Bei Synology ist das Portfolio teilweise stärker auf definierte Einsatzzwecke zugeschnitten.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass QNAP schneller ist.
Entscheidend sind:
- konkretes NAS-Modell
- Prozessor
- RAM
- verwendete Festplatten
- SSDs
- Netzwerk
- RAID
- Arbeitslast
Ein NAS mit 10-Gigabit-Ethernet bringt beispielsweise wenig, wenn die restliche Netzwerkinfrastruktur ausschließlich mit 1 Gbit/s arbeitet.
Synology oder QNAP für kleine Unternehmen?
Für viele klassische kleine Unternehmen würde ich zunächst prüfen, ob ein Synology Plus-Modell die Anforderungen bereits erfüllt.
Beispielsweise bei:
- zentraler Dateiablage
- 5 bis 20 Mitarbeitern
- PC-Backups
- Server-Backups
- Microsoft-365-Backup
- Synchronisation
- einfacher Administration
Hier ist das Synology-Ökosystem sehr interessant.
QNAP kann dagegen besonders spannend sein, wenn:
- höhere Netzwerkgeschwindigkeiten benötigt werden,
- spezielle Hardwareanforderungen bestehen,
- viele Erweiterungsoptionen gewünscht sind,
- Virtualisierung eine große Rolle spielt,
- ZFS gewünscht wird,
- das NAS als leistungsfähiger Storage eingesetzt werden soll.
Das bedeutet nicht:
Synology = klein und QNAP = groß.
Beide Hersteller bieten Systeme für große Unternehmen.
Es geht vielmehr darum, welche Plattform besser zur geplanten Aufgabe passt.
Wie viele Festplatten sollte ein Firmen-NAS haben?
Für Unternehmensdaten würde ich ein NAS nicht ausschließlich nach dem niedrigsten Anschaffungspreis auswählen.
Ein NAS mit nur einer Festplatte bietet keine Redundanz gegen einen Laufwerksausfall.
Bei zwei Laufwerken wird häufig ein Spiegel eingesetzt.
Beispielsweise:
2 × 8 TB
im RAID 1 beziehungsweise vergleichbaren Spiegel.
Die nutzbare Kapazität beträgt dann ungefähr die Kapazität eines Laufwerks.
Bei vier oder mehr Laufwerken gibt es weitere RAID-Möglichkeiten.
Welche sinnvoll ist, hängt von:
- benötigter Kapazität
- gewünschter Performance
- Anzahl der Laufwerke
- tolerierbaren Laufwerksausfällen
ab.
RAID 1, RAID 5 oder RAID 6?
RAID 1
Daten werden auf zwei Laufwerke gespiegelt.
Vorteile:
- einfach
- ein Laufwerk darf ausfallen
Nachteil:
- nur etwa 50 % der Rohkapazität nutzbar
RAID 5
Benötigt mindestens drei Laufwerke.
Ein Laufwerk darf ausfallen.
Es bietet eine bessere Kapazitätsausnutzung als RAID 1.
Bei großen Festplatten und wichtigen Unternehmensdaten sollte jedoch genau geprüft werden, ob eine einzelne Parität zur gewünschten Ausfallsicherheit passt.
RAID 6
Benötigt mindestens vier Laufwerke.
Zwei Laufwerke dürfen ausfallen.
Dafür steht weniger nutzbare Kapazität zur Verfügung.
Für größere Arrays kann RAID 6 aufgrund der zusätzlichen Redundanz interessant sein.
Synology SHR
Synology bietet zusätzlich Synology Hybrid RAID – SHR.
SHR vereinfacht insbesondere die Verwendung unterschiedlich großer Festplatten und kann die Erweiterung von Speicherpools erleichtern.
Für viele kleine NAS-Systeme kann SHR eine komfortable Alternative zu klassischen RAID-Konfigurationen sein.
Welche Variante eingesetzt werden sollte, hängt aber vom Modell und dem gewünschten Storage-Konzept ab.
RAID ist kein Backup
Das ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
Ein RAID ersetzt kein Backup.
RAID schützt hauptsächlich vor dem Ausfall einzelner Laufwerke.
Es schützt nicht zuverlässig vor:
- versehentlichem Löschen
- Ransomware
- beschädigten Dateien
- Fehlkonfigurationen
- Diebstahl
- Brand
- Überspannung
- vollständigem NAS-Ausfall
- kompromittierten Administratorzugängen
Ein Unternehmen sollte deshalb immer eine zusätzliche Backupstrategie besitzen.
3-2-1-Backup für NAS-Systeme
Eine bewährte Orientierung ist die 3-2-1-Regel.
Dabei gibt es:
3 Kopien der Daten
auf
2 unterschiedlichen Speichermedien
und
1 Kopie außerhalb des Unternehmensstandorts.
Beispielsweise:
Produktivdaten
→ Synology NAS im Unternehmen
Backup 1
→ lokaler Backup-Speicher
Backup 2
→ zweites NAS im Rechenzentrum oder Cloudspeicher
Sowohl Synology als auch QNAP bieten Funktionen, um Daten auf weitere Systeme oder Cloudspeicher zu sichern.
Synology unterstützt beispielsweise mit Hyper Backup externe NAS-Systeme und Cloudziele.
QNAP kann über Hybrid Backup Sync Sicherungen auf andere NAS-Systeme, externe Server und Cloudspeicher übertragen.
Sollte das Backup unveränderbar sein?
Wenn möglich, sollte mindestens eine Backupkopie gegen nachträgliche Veränderungen geschützt sein.
Das wird häufig als:
Immutable Backup
beziehungsweise unveränderliches Backup bezeichnet.
Der Vorteil:
Selbst wenn ein Angreifer Administratorrechte im Netzwerk erlangt, sollte er eine solche Backupkopie nicht einfach löschen oder verschlüsseln können.
QNAP unterstützt in entsprechenden QuTS-hero-Szenarien beispielsweise WORM-basierte Backupziele.
Auch bei Synology können je nach Architektur Snapshot-, Replikations- und Backupkonzepte eingesetzt werden.
Die genaue Umsetzung sollte allerdings bereits bei der Planung erfolgen.
NAS und Microsoft 365 – sinnvoll?
Ja.
Viele Unternehmen betreiben ihre E-Mails und Dateien inzwischen über Microsoft 365.
Ein NAS kann trotzdem sinnvoll sein.
Zum Beispiel für:
- lokale Unternehmensdaten
- große Datenmengen
- Backups
- Server-Backups
- Archivdaten
- Microsoft-365-Backups
Ein Synology NAS kann beispielsweise mit Active Backup for Microsoft 365 Daten aus Exchange Online, OneDrive, SharePoint und Teams sichern.
Dadurch dient das NAS nicht zwingend als Ersatz für Microsoft 365, sondern kann die Cloudumgebung ergänzen.
NAS oder OneDrive?
Auch hier handelt es sich nicht zwingend um ein Entweder-oder.
OneDrive / SharePoint
Besonders geeignet für:
- Zusammenarbeit
- mobiles Arbeiten
- Microsoft-365-Integration
- Dateien im Homeoffice
- gemeinsames Arbeiten an Office-Dokumenten
NAS
Besonders interessant für:
- große Datenmengen
- lokale Dateien
- hohe lokale Übertragungsgeschwindigkeiten
- Backups
- Anwendungen mit klassischen Netzlaufwerken
- zentrale lokale Datenhaltung
Viele Unternehmen verwenden deshalb beides.
Beispielsweise:
Microsoft 365 / SharePoint
für Zusammenarbeit
NAS
für Backups und große lokale Datenbestände.
Welches Netzwerk braucht ein NAS?
Ein häufiger Flaschenhals bei NAS-Systemen ist nicht der Speicher, sondern das Netzwerk.
1 Gigabit Ethernet
Theoretisch maximal rund:
125 MB/s
In der Praxis etwas weniger.
Für normale Office-Dateien kann das vollkommen ausreichend sein.
2,5 Gigabit Ethernet
Theoretisch rund:
312 MB/s
Damit können mehrere Benutzer beziehungsweise größere Dateien deutlich schneller übertragen werden.
10 Gigabit Ethernet
Theoretisch rund:
1.250 MB/s
Das kann beispielsweise interessant sein für:
- große Datenmengen
- Video
- Backups
- Virtualisierung
- viele Benutzer
- Server-Storage
Damit 10 GbE tatsächlich genutzt werden kann, müssen allerdings auch:
- NAS
- Switch
- Verkabelung
- Client
- Storage
entsprechend leistungsfähig sein.
HDD oder SSD im Firmen-NAS?
Für klassische Dateiablagen sind HDDs weiterhin sehr verbreitet.
Sie bieten viel Speicherplatz zu vergleichsweise niedrigen Kosten.
SSDs bieten dagegen:
- geringere Zugriffszeiten
- mehr IOPS
- keine mechanischen Komponenten
- höhere Performance bei vielen kleinen Zugriffen
Für klassische Office-Dateien ist ein vollständig mit SSDs bestücktes NAS häufig nicht notwendig.
Bei:
- Virtualisierung
- Datenbanken
- vielen gleichzeitigen Benutzern
- hohen IOPS-Anforderungen
können SSDs oder NVMe-Laufwerke dagegen sinnvoll sein.
Welche Festplatten sollte man für ein NAS verwenden?
Für einen produktiven NAS-Betrieb sollten möglichst Festplatten eingesetzt werden, die für den Dauerbetrieb und NAS-Workloads vorgesehen sind.
Beispiele sind entsprechende Serien von:
- Western Digital
- Seagate
- Toshiba
- Synology
Vor dem Kauf sollte unbedingt die Kompatibilitätsliste des jeweiligen NAS-Herstellers geprüft werden.
Gerade bei Unternehmensgeräten können unterstützte Laufwerke und Funktionen modellabhängig sein.
Braucht ein NAS eine USV?
Für Unternehmenssysteme ist eine USV – unterbrechungsfreie Stromversorgung – sehr empfehlenswert.
Bei Stromausfall kann das NAS dadurch noch kontrolliert heruntergefahren werden.
Das reduziert unter anderem das Risiko von:
- beschädigten Dateisystemen
- abgebrochenen Schreibvorgängen
- beschädigten RAID-Arrays
- Datenverlust
Viele NAS-Systeme können per USB oder Netzwerk mit einer USV kommunizieren und bei längerem Stromausfall automatisch herunterfahren.
Wie sicher ist ein NAS?
Ein NAS kann sehr sicher betrieben werden.
Die Sicherheit hängt jedoch von der Konfiguration ab.
Wichtige Maßnahmen sind beispielsweise:
- regelmäßige Updates
- starke Administratorpasswörter
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- getrennte Benutzerkonten
- minimale Berechtigungen
- Firewall-Regeln
- Netzwerksegmentierung
- Backup
- Monitoring
- deaktivierte unnötige Dienste
Besonders wichtig:
Die Verwaltungsoberfläche sollte nicht einfach direkt aus dem Internet erreichbar gemacht werden.
Für externe Administratorzugriffe sind geeignete VPN- oder Zero-Trust-Lösungen in der Regel die bessere Wahl.
NAS im eigenen VLAN
In professionellen Unternehmensnetzwerken kann es sinnvoll sein, NAS- und Serversysteme in einem eigenen VLAN zu betreiben.
Beispielsweise:
VLAN 10 – Clients
VLAN 20 – Server
VLAN 30 – Management
VLAN 40 – Gäste
Die Firewall entscheidet anschließend, welche Systeme miteinander kommunizieren dürfen.
Dadurch können Netzwerkbereiche voneinander getrennt werden.
NAS als Backup oder als Produktivsystem?
Hier sollte klar unterschieden werden.
NAS als Produktivsystem
Mitarbeiter arbeiten direkt mit Dateien auf dem NAS.
Dann sind wichtig:
- Verfügbarkeit
- Performance
- RAID
- schnelle Wiederherstellung
- Backup
NAS als Backupziel
Das NAS erhält Daten von PCs, Servern oder Cloudsystemen.
Dann stehen andere Punkte im Vordergrund:
- Speicherkapazität
- Versionierung
- Deduplizierung
- Retention
- Wiederherstellung
- Schutz vor Ransomware
Ein NAS kann auch beide Aufgaben übernehmen.
Aus Sicherheitsgründen sollte jedoch geprüft werden, ob Produktiv- und Backupdaten ausreichend voneinander getrennt sind.
Kann ein NAS einen Server ersetzen?
Teilweise.
Ein NAS kann sehr gut folgende Aufgaben übernehmen:
- Dateiserver
- Backupserver
- Synchronisation
- einfache Anwendungen
- teilweise Virtualisierung
Ein NAS ist aber kein universeller Ersatz für:
- Domain Controller
- Terminalserver
- große Datenbankserver
- leistungsintensive virtuelle Server
- komplexe Unternehmensanwendungen
Gerade Virtualisierung sollte nicht ausschließlich danach bewertet werden, ob das NAS technisch eine VM starten kann.
CPU, RAM, Storage und Netzwerk müssen zur jeweiligen Anwendung passen.
Synology oder QNAP für Virtualisierung?
Beide Hersteller bieten Virtualisierungsmöglichkeiten.
Synology stellt dafür unter anderem den Virtual Machine Manager bereit.
QNAP bietet unter anderem Virtualization Station.
Wenn Virtualisierung eine zentrale Aufgabe des Systems sein soll, würde ich allerdings sehr genau prüfen, ob ein dedizierter Hypervisor wie:
- Proxmox
- Hyper-V
- VMware
nicht die geeignetere Architektur ist.
Ein NAS kann dann als Storage oder Backupziel dienen.
Welches NAS für 5 Mitarbeiter?
Für fünf klassische Büroarbeitsplätze reichen häufig bereits kompakte NAS-Systeme mit:
- zwei bis vier Laufwerksschächten
- ausreichend RAM
- mindestens Gigabit, besser 2,5-Gigabit-Netzwerk
- geeigneter RAID-Konfiguration
- externer Backupmöglichkeit
Wenn das NAS zusätzlich:
- mehrere PCs sichern,
- Microsoft 365 sichern,
- größere Datenmengen speichern
soll, würde ich eher ein Modell mit mindestens vier Bays und Erweiterungsmöglichkeiten wählen.
Ein 2-Bay-Gerät kann funktionieren, bietet aber weniger Flexibilität bei Kapazität und RAID.
Welches NAS für 10 bis 20 Mitarbeiter?
Hier würde ich häufig mindestens:
- vier bis acht Laufwerksschächte
- ausreichend Arbeitsspeicher
- 2,5 GbE oder 10 GbE
- redundante Festplatten
- SSD-/NVMe-Möglichkeiten
- externes Backup
prüfen.
Entscheidend ist jedoch nicht die reine Anzahl der Mitarbeiter.
Zehn Benutzer, die ausschließlich Word-Dokumente öffnen, verursachen eine völlig andere Last als zehn Benutzer, die mit großen CAD- oder Videodateien arbeiten.
Welches NAS für 20 bis 50 Mitarbeiter?
Bei größeren Benutzerzahlen sollten zusätzlich berücksichtigt werden:
- 10-Gigabit-Netzwerk
- Rackmount-Systeme
- redundante Netzteile
- mehrere Netzwerkports
- größere RAID-Gruppen
- Hot Spare
- schnellere CPUs
- mehr RAM
- Offsite-Replikation
- Monitoring
- Ersatzteilkonzept
Hier sollte das NAS nicht mehr ausschließlich nach Speicherkapazität ausgewählt werden.
Performance und Ausfallsicherheit werden zunehmend wichtiger.
Was kostet ein NAS für Unternehmen?
Die Kosten hängen stark vom Einsatzgebiet ab.
Zu berücksichtigen sind:
- NAS-Gehäuse
- Festplatten
- SSDs
- RAM
- Netzwerkkarten
- Switch
- USV
- Backup-Speicher
- Installation
- Einrichtung
- Monitoring
- laufende Betreuung
Ein günstiges NAS ohne Backup kann langfristig teurer werden als ein professionell geplantes System.
Deshalb sollte nicht nur gefragt werden:
„Was kostet das NAS?“
Sondern:
„Was kostet es, wenn die Unternehmensdaten einen Tag oder mehrere Tage nicht verfügbar sind?“
Synology oder QNAP – welches NAS würden wir empfehlen?
Für viele kleine und mittelständische Unternehmen ist Synology ein sehr guter Ausgangspunkt, wenn eine leicht zu administrierende Plattform für:
- Dateiablage
- Benutzerverwaltung
- PC- und Server-Backup
- Microsoft-365-Backup
- Synchronisation
gesucht wird.
QNAP würden wir besonders prüfen, wenn:
- spezielle Hardwareanforderungen bestehen,
- sehr schnelle Netzwerkschnittstellen benötigt werden,
- umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten gewünscht sind,
- ZFS über QuTS hero interessant ist,
- das NAS stärker als leistungsfähiger Storage eingesetzt werden soll.
Die Entscheidung sollte allerdings nie ausschließlich nach Hersteller erfolgen.
Das richtige Modell und das richtige Gesamtkonzept sind wichtiger als das Logo auf dem Gehäuse.
Fazit: Synology oder QNAP für Unternehmen?
Sowohl Synology als auch QNAP bieten leistungsfähige NAS-Systeme für Unternehmen.
Synology überzeugt insbesondere durch das sehr integrierte DSM-Ökosystem und Lösungen wie Synology Drive, Active Backup for Business und Active Backup for Microsoft 365.
QNAP bietet dagegen eine besonders große Auswahl an Hardwarekonfigurationen und mit QTS beziehungsweise QuTS hero sehr flexible Storage- und Virtualisierungsmöglichkeiten.
Für viele klassische kleine Unternehmen mit fünf bis zwanzig Mitarbeitern ist Synology häufig eine besonders unkomplizierte Lösung.
Bei speziellen Performance-, Storage- oder Erweiterungsanforderungen kann QNAP dagegen die interessantere Plattform sein.
Noch wichtiger als die Herstellerentscheidung sind allerdings:
- ausreichend Laufwerksschächte
- richtige RAID-Konfiguration
- passende Netzwerkgeschwindigkeit
- Backup
- Offsite-Backup
- USV
- Zugriffsschutz
- regelmäßige Updates
- Monitoring
Ein NAS sollte deshalb nicht einfach als „Festplatte mit Netzwerkanschluss“ betrachtet werden.
Richtig geplant kann es ein zentraler Bestandteil der gesamten Unternehmens-IT sein.
NAS für Ihr Unternehmen planen und betreuen lassen
Sie benötigen ein neues NAS, möchten vorhandene Unternehmensdaten migrieren oder Ihre bestehende Synology- beziehungsweise QNAP-Umgebung professionell absichern?
Unetifi unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Planung, Installation und laufenden Betreuung von NAS-Systemen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Synology und QNAP
- Auswahl passender Hardware
- Festplatten- und RAID-Planung
- Benutzer und Berechtigungen
- Netzlaufwerke
- Microsoft-365-Backup
- PC- und Server-Backup
- Offsite-Backup
- VPN und sicherer Fernzugriff
- VLAN-Integration
- Monitoring
- Updates
- Migration bestehender Daten
So wird nicht nur ein NAS aufgestellt, sondern eine passende Speicher- und Backupstrategie für das Unternehmen umgesetzt.
Häufig gestellte Fragen zu NAS für Unternehmen
Ist Synology oder QNAP besser?
Das hängt vom Einsatzzweck ab. Synology bietet eine besonders einheitliche und einfach zu administrierende Softwareumgebung. QNAP bietet häufig umfangreiche Hardware- und Erweiterungsmöglichkeiten. Für die Entscheidung sollte das konkrete Modell und der geplante Einsatzzweck betrachtet werden.
Ist Synology für Unternehmen geeignet?
Ja. Synology bietet NAS-Systeme vom kleinen Desktop-Gerät bis zu leistungsfähigen Rack- und Enterprise-Systemen. Funktionen wie Active Backup for Business, Microsoft-365-Backup, Synology Drive, Snapshots und Replikation sind insbesondere für Unternehmen interessant.
Ist QNAP für Unternehmen geeignet?
Ja. QNAP bietet ebenfalls zahlreiche Business- und Enterprise-NAS-Systeme. QTS und QuTS hero stellen Funktionen für Dateifreigabe, Backup, Storage, Synchronisation und Virtualisierung bereit.
Wie viele Festplatten sollte ein Firmen-NAS haben?
Für kleine Unternehmen sind häufig vier Laufwerksschächte ein guter Ausgangspunkt, weil sie mehr Flexibilität bei RAID und Kapazität bieten als ein 2-Bay-System. Die tatsächliche Anzahl hängt jedoch von Speicherbedarf und gewünschter Ausfallsicherheit ab.
Reicht ein NAS mit zwei Festplatten?
Für kleine Datenmengen kann ein 2-Bay-NAS ausreichen. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind allerdings begrenzt. Wer wachsende Datenmengen oder flexiblere RAID-Konfigurationen erwartet, sollte ein 4-Bay- oder größeres System prüfen.
Ist RAID ein Backup?
Nein. RAID kann vor dem Ausfall einzelner Festplatten schützen, ersetzt aber kein Backup. Gegen versehentliches Löschen, Ransomware oder den vollständigen Ausfall des NAS ist eine zusätzliche Sicherung erforderlich.
Kann ich Microsoft 365 auf ein NAS sichern?
Ja. Beispielsweise bietet Synology mit Active Backup for Microsoft 365 eine Lösung zur Sicherung von Daten aus Exchange Online, OneDrive for Business, SharePoint Online und Teams. Auch bei QNAP stehen je nach Plattform entsprechende Backupmöglichkeiten zur Verfügung.
Kann ein NAS OneDrive ersetzen?
Teilweise. Ein NAS kann Dateien zentral speichern und synchronisieren. OneDrive und SharePoint bieten allerdings tiefere Microsoft-365-Integration und Kollaborationsfunktionen. Viele Unternehmen nutzen deshalb NAS und Microsoft 365 gemeinsam.
Sollte ein Firmen-NAS direkt aus dem Internet erreichbar sein?
Die Verwaltungsoberfläche sollte grundsätzlich nicht unnötig direkt ins Internet freigegeben werden. Für Fernzugriffe sollten sichere Zugriffslösungen wie VPN und zusätzliche Schutzmaßnahmen verwendet werden.
Braucht ein NAS ein Backup?
Ja. Gerade ein produktiv genutztes NAS sollte selbst gesichert werden. Sinnvoll ist beispielsweise eine zusätzliche Sicherung auf ein zweites NAS, in ein Rechenzentrum oder in geeigneten Cloudspeicher.