Ein zentraler Arbeitsplatz, auf den Mitarbeiter vom Büro, Homeoffice oder unterwegs zugreifen können: Genau dafür kann ein Terminalserver für kleine Unternehmen interessant sein.
Statt Programme und Unternehmensdaten auf jedem einzelnen PC separat bereitzustellen, arbeiten die Mitarbeiter über eine Remotedesktop-Verbindung auf einer zentralen Serverumgebung. Anwendungen, Updates und Daten können dadurch zentral verwaltet werden.
Doch lohnt sich ein Terminalserver bereits für 3, 5 oder 10 Mitarbeiter? Welche Vorteile bietet er gegenüber normalen Arbeitsplatz-PCs? Und wann sind Microsoft 365, Cloud-PCs oder klassische lokale Arbeitsplätze die bessere Wahl?
In diesem Ratgeber erklären wir, wann sich ein Terminalserver für kleine Unternehmen lohnt, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten und worauf bei Planung, Sicherheit und Lizenzierung geachtet werden muss.
Was ist ein Terminalserver?
Ein Terminalserver stellt mehreren Benutzern zentral einen Windows-Arbeitsplatz oder einzelne Anwendungen zur Verfügung.
Technisch wird dafür häufig Microsoft Remote Desktop Services (RDS) auf Windows Server eingesetzt.
Die eigentliche Anwendung läuft dabei auf dem Server. Der Arbeitsplatz-PC beziehungsweise das Notebook des Mitarbeiters überträgt hauptsächlich Tastatur- und Mauseingaben an den Server und erhält die Bildschirmausgabe zurück.
Dadurch können beispielsweise fünf Mitarbeiter gleichzeitig auf demselben Server arbeiten, obwohl jeder Benutzer seine eigene Windows-Sitzung erhält.
Auf dem Terminalserver können typische Unternehmensanwendungen bereitgestellt werden, beispielsweise:
- Microsoft Office
- Outlook
- ERP-Software
- Warenwirtschaft
- Buchhaltungssoftware
- DATEV-nahe Anwendungen
- Browser
- Branchensoftware
- Dokumentenmanagement
- Netzlaufwerke
- Druckeranbindungen
Welche Programme sich für einen Terminalserver eignen, hängt allerdings vom jeweiligen Hersteller und dessen Lizenzbedingungen ab.
Wie funktioniert ein Terminalserver?
Der Benutzer arbeitet weiterhin an seinem normalen PC, Notebook oder Thin Client.
Statt Anwendungen lokal zu öffnen, stellt er eine verschlüsselte Verbindung zur zentralen Serverumgebung her.
Nach der Anmeldung erscheint beispielsweise ein vollständiger Windows-Desktop.
Dort findet der Mitarbeiter seine Anwendungen:
Outlook → Word → Excel → Warenwirtschaft → Netzlaufwerke → Drucker
Die Programme laufen jedoch nicht primär auf seinem lokalen Computer, sondern auf dem Terminalserver.
Das hat einen entscheidenden Vorteil:
Der Arbeitsplatz des Mitarbeiters wird vom verwendeten Endgerät unabhängiger.
Ein Mitarbeiter kann beispielsweise morgens im Büro arbeiten und sich später aus dem Homeoffice mit derselben Serverumgebung verbinden.
Seine Programme und zentral gespeicherten Daten bleiben dabei verfügbar.
Wann lohnt sich ein Terminalserver für kleine Unternehmen?
Ein Terminalserver kann sich bereits für kleine Unternehmen lohnen. Entscheidend ist weniger eine bestimmte Mitarbeiterzahl als die Art, wie gearbeitet wird.
Besonders interessant ist ein Terminalserver, wenn:
- mehrere Mitarbeiter dieselben Programme verwenden,
- Unternehmensdaten zentral gespeichert werden sollen,
- regelmäßig im Homeoffice gearbeitet wird,
- Mitarbeiter von verschiedenen Standorten arbeiten,
- spezielle Branchensoftware zentral bereitgestellt werden soll,
- Arbeitsplätze möglichst einheitlich aufgebaut sein sollen,
- Anwendungen nicht auf jedem PC einzeln gepflegt werden sollen,
- ältere oder leistungsschwächere Endgeräte weiterverwendet werden sollen,
- die IT zentral administriert werden soll.
Gerade bei kleinen Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung kann eine zentrale Umgebung den Verwaltungsaufwand reduzieren.
Lohnt sich ein Terminalserver für 2 oder 3 Benutzer?
Ja, auch das kann sinnvoll sein – aber nicht automatisch.
Bei zwei oder drei Benutzern sollte genau geprüft werden, welchen Vorteil der Terminalserver gegenüber normalen PCs bietet.
Arbeiten beispielsweise drei Mitarbeiter ausschließlich mit:
- Outlook,
- Word,
- Excel,
- Browser,
- Microsoft 365 und
- OneDrive beziehungsweise SharePoint,
ist ein eigener Terminalserver möglicherweise unnötig.
Moderne Arbeitsplatz-PCs mit Microsoft 365 können in diesem Szenario einfacher und günstiger sein.
Anders sieht es aus, wenn dieselben drei Mitarbeiter beispielsweise eine spezielle Warenwirtschaft verwenden, auf gemeinsame lokale Datenbanken zugreifen oder von mehreren Standorten auf eine identische Arbeitsumgebung zugreifen müssen.
Dann kann sich ein Terminalserver auch für drei Benutzer lohnen.
Terminalserver für 5 Mitarbeiter
Ab ungefähr fünf Benutzern wird ein Terminalserver für viele kleine Unternehmen zunehmend interessant.
Ein Beispiel:
Ein Unternehmen beschäftigt fünf Mitarbeiter.
Alle benötigen:
- Outlook
- Word und Excel
- eine Warenwirtschaft
- gemeinsame Firmendaten
- Drucker
- Zugriff aus dem Homeoffice
Ohne Terminalserver müssen Anwendungen und Einstellungen gegebenenfalls auf fünf Arbeitsplatz-PCs eingerichtet und gepflegt werden.
Mit einem Terminalserver können viele dieser Anwendungen zentral bereitgestellt werden.
Updates oder Änderungen müssen dadurch häufig nur einmal auf der zentralen Umgebung vorgenommen werden.
Ob ein Terminalserver tatsächlich wirtschaftlicher ist, hängt jedoch stark von den eingesetzten Anwendungen und Anforderungen ab.
Terminalserver für 10 Mitarbeiter
Bei zehn Mitarbeitern kann die zentrale Verwaltung einen noch größeren Vorteil bieten.
Statt zehn vollständig voneinander unabhängige Windows-Arbeitsplätze zu verwalten, kann ein großer Teil der Arbeitsumgebung zentralisiert werden.
Besonders interessant wird das bei:
- mehreren Standorten,
- Homeoffice,
- Außendienst,
- standardisierten Arbeitsplätzen,
- gemeinsamer Branchensoftware,
- hohen Anforderungen an zentrale Datenhaltung.
Allerdings steigen mit der Benutzerzahl auch die Anforderungen an den Server.
CPU, Arbeitsspeicher, Storage und Netzwerk müssen entsprechend dimensioniert werden.
Wie viel Leistung braucht ein Terminalserver?
Eine pauschale Antwort wie „pro Benutzer werden 4 GB RAM benötigt“ ist wenig sinnvoll.
Der Ressourcenbedarf hängt stark von den Anwendungen ab.
Ein Benutzer, der hauptsächlich:
- Outlook,
- Word und
- einen Browser
verwendet, benötigt deutlich weniger Ressourcen als ein Benutzer mit:
- großen Excel-Dateien,
- ERP-System,
- vielen Browser-Tabs,
- Bildbearbeitung,
- datenbankintensiver Software.
Für die Planung müssen deshalb unter anderem berücksichtigt werden:
CPU
Wie viele Benutzer arbeiten gleichzeitig und welche Anwendungen verwenden sie?
Arbeitsspeicher
Nicht nur Windows Server benötigt RAM. Jede aktive Benutzersitzung und jede Anwendung benötigt zusätzlichen Arbeitsspeicher.
Storage
Schneller Speicher ist bei Terminalservern besonders wichtig.
Langsame Datenträger können sich unmittelbar auf die Reaktionsgeschwindigkeit aller Benutzer auswirken.
Netzwerk
Innerhalb des Rechenzentrums beziehungsweise Unternehmens sollte eine ausreichend schnelle und stabile Netzwerkinfrastruktur vorhanden sein.
Für Remote-Benutzer ist außerdem eine zuverlässige Internetverbindung entscheidend.
Terminalserver im Unternehmen oder in der Cloud?
Ein Terminalserver muss nicht zwangsläufig im eigenen Büro stehen.
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten.
Terminalserver im eigenen Unternehmen
Der Server steht physisch im Unternehmen.
Vorteile können sein:
- direkte Kontrolle über die Hardware,
- schnelle lokale Verbindung zu anderen Servern,
- keine zwingende Abhängigkeit von einem externen Rechenzentrum für lokale Benutzer.
Dafür müssen unter anderem Stromversorgung, Backup, Hardware, Internetanbindung und Ausfallsicherheit selbst berücksichtigt werden.
Terminalserver im Rechenzentrum
Der Server beziehungsweise die virtuelle Maschine läuft in einem professionellen Rechenzentrum.
Die Mitarbeiter greifen über das Internet darauf zu.
Das kann insbesondere für Unternehmen mit mehreren Standorten oder vielen Homeoffice-Arbeitsplätzen interessant sein.
Cloud-Desktop
Alternativ können Dienste wie Windows 365 oder Azure Virtual Desktop eingesetzt werden.
Dabei unterscheidet sich das technische und wirtschaftliche Modell teilweise deutlich von einem klassischen RDS-Terminalserver.
Welche Variante sinnvoller ist, hängt von Benutzerzahl, Anwendungen, Sicherheitsanforderungen und Kosten ab.
Terminalserver oder normale PCs?
Ein Terminalserver ersetzt nicht automatisch sämtliche Arbeitsplatz-PCs.
Die Benutzer benötigen weiterhin ein Endgerät, über das sie auf den Server zugreifen.
Der Unterschied liegt darin, wo die eigentliche Arbeitsumgebung betrieben wird.
Klassischer PC
Programme laufen lokal.
Daten können lokal oder zentral gespeichert werden.
Jeder Arbeitsplatz muss entsprechend eingerichtet und gepflegt werden.
Terminalserver
Ein großer Teil der Programme läuft zentral.
Benutzer greifen remote auf ihre Arbeitsumgebung zu.
Die Administration kann dadurch stärker zentralisiert werden.
Für Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Anwendungen oder leistungsintensiver Grafiksoftware sind lokale Workstations teilweise sinnvoller.
Bei standardisierten Büroarbeitsplätzen kann dagegen ein Terminalserver interessant sein.
Terminalserver oder Microsoft 365?
Diese beiden Lösungen schließen sich nicht gegenseitig aus.
Microsoft 365 stellt unter anderem E-Mail, Office-Anwendungen und Cloud-Dienste bereit.
Ein Terminalserver stellt dagegen eine zentrale Windows-Arbeitsumgebung bereit.
Ein Unternehmen kann deshalb beispielsweise folgende Kombination verwenden:
Microsoft 365
für Exchange Online, Outlook, Office und Cloud-Dienste
Terminalserver
für den zentralen Windows-Arbeitsplatz und Branchensoftware.
Microsoft 365 kann somit Bestandteil einer Terminalserver-Umgebung sein.
Microsoft 365 auf dem Terminalserver
Microsoft 365 Apps können grundsätzlich auch in unterstützten RDS-Szenarien eingesetzt werden.
Dabei muss jedoch die richtige Lizenzierung und Aktivierung verwendet werden.
Bei einem Terminalserver arbeiten mehrere Benutzer auf demselben System. Für Microsoft 365 Apps wird deshalb typischerweise die Shared Computer Activation beziehungsweise Aktivierung gemeinsam genutzter Computer verwendet.
Nicht jeder Microsoft-365-Business-Tarif beinhaltet diese Berechtigung.
Unter den klassischen Microsoft-365-Business-Plänen unterstützt beispielsweise Microsoft 365 Business Premium die Shared Computer Activation, während Business Standard diese Berechtigung nicht enthält.
Alternativ gibt es entsprechende Enterprise-Pläne, die Microsoft 365 Apps for Enterprise enthalten.
Die Office-Lizenzierung sollte deshalb bereits vor der Einrichtung des Terminalservers geprüft werden.
Welche Lizenzen benötigt ein Windows Terminalserver?
Bei einem klassischen Windows-Server-RDS-Szenario müssen mehrere Lizenzebenen berücksichtigt werden.
Dazu können unter anderem gehören:
- Windows Server Lizenzierung
- Windows Server CALs
- Remote Desktop Services CALs
- Microsoft-365- beziehungsweise Office-Lizenzen
- Lizenzen der eingesetzten Branchensoftware
Für den Zugriff auf Remote Desktop Services gibt es zwei grundlegende RDS-CAL-Modelle:
RDS User CAL
Die Lizenz wird einem Benutzer zugeordnet.
Das kann sinnvoll sein, wenn ein Mitarbeiter von mehreren Geräten auf den Terminalserver zugreift.
Beispielsweise:
Büro-PC + Notebook + Homeoffice-PC → ein Benutzer.
RDS Device CAL
Die Lizenz wird einem Gerät zugeordnet.
Das kann beispielsweise bei Schichtarbeitsplätzen interessant sein, bei denen mehrere Mitarbeiter denselben Computer verwenden.
Welche Lizenzierungsform wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt deshalb von der Arbeitsweise des Unternehmens ab.
Braucht ein Terminalserver einen Domain Controller?
Für professionelle RDS-Umgebungen wird häufig Active Directory eingesetzt.
Dadurch lassen sich unter anderem:
- Benutzer,
- Gruppen,
- Berechtigungen,
- Gruppenrichtlinien,
- Server und
- weitere Ressourcen
zentral verwalten.
Bei sehr kleinen Installationen können technisch auch einfachere Konstruktionen möglich sein. Für eine langfristig wartbare Unternehmensumgebung sollte die Benutzer- und Berechtigungsstruktur jedoch bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Wichtig ist außerdem, dass nicht zwangsläufig jede benötigte Serverrolle auf demselben Windows-Server betrieben werden sollte.
Die passende Architektur hängt von Größe und Anforderungen der Umgebung ab.
Terminalserver und Benutzerprofile
Wenn mehrere Benutzer auf einem Terminalserver arbeiten, benötigt jeder Benutzer sein eigenes Profil.
Darin befinden sich beispielsweise:
- Desktop
- Anwendungseinstellungen
- Outlook-Konfiguration
- Benutzerdateien
- Teile der Office-Konfiguration
Bei größeren oder flexibleren RDS-Umgebungen können Profilcontainer wie FSLogix eingesetzt werden.
Dabei wird das Benutzerprofil in einem virtuellen Datenträger gespeichert und bei der Anmeldung eingebunden.
Das kann insbesondere bei mehreren Session Hosts oder anderen virtualisierten Desktopumgebungen Vorteile bieten.
Für einen einzelnen kleinen Terminalserver sollte jedoch geprüft werden, ob die zusätzliche Komplexität tatsächlich erforderlich ist.
Ist ein Terminalserver sicher?
Ein Terminalserver kann sicher betrieben werden – allerdings nur mit einer entsprechenden Konfiguration.
Ein RDS-Server sollte nicht einfach ungeschützt über den Standard-RDP-Port aus dem Internet erreichbar gemacht werden.
Zu einem Sicherheitskonzept können beispielsweise gehören:
- VPN
- Remote Desktop Gateway
- Multi-Faktor-Authentifizierung
- Firewall
- regelmäßige Sicherheitsupdates
- Endpoint Protection
- eingeschränkte Benutzerrechte
- Backup
- Monitoring
- Protokollierung
- sichere Administratorzugänge
Besonders kritisch ist der Terminalserver deshalb, weil dort häufig viele Unternehmensdaten und Benutzerzugänge zusammenlaufen.
Ein erfolgreicher Angriff kann entsprechend große Auswirkungen haben.
Homeoffice über Terminalserver
Für Homeoffice kann ein Terminalserver besonders praktisch sein.
Der Mitarbeiter benötigt zu Hause keine vollständige Kopie sämtlicher Unternehmensdaten.
Stattdessen verbindet er sich mit seiner zentralen Arbeitsumgebung.
Dort stehen dieselben Anwendungen zur Verfügung wie im Büro.
Das kann unter anderem die Verwaltung vereinfachen und verhindern, dass unnötig viele lokale Datenkopien auf unterschiedlichen Geräten entstehen.
Eine sichere Zugriffslösung bleibt dabei zwingend erforderlich.
Welche Vorteile hat ein Terminalserver für kleine Unternehmen?
Die wichtigsten Vorteile können sein:
Zentrale Administration
Anwendungen können zentral installiert und aktualisiert werden.
Einheitliche Arbeitsplätze
Mitarbeiter erhalten eine weitgehend identische Arbeitsumgebung.
Ortsunabhängiges Arbeiten
Büro, Homeoffice und unterwegs können auf dieselbe Umgebung zugreifen.
Zentrale Datenhaltung
Unternehmensdaten müssen nicht auf jedem Arbeitsplatz lokal gespeichert werden.
Einfacherer Gerätewechsel
Da die Arbeitsumgebung zentral läuft, kann der Austausch eines Arbeitsplatz-PCs einfacher werden.
Geringere Anforderungen an Endgeräte
Für klassische Büroanwendungen muss das lokale Endgerät häufig nicht besonders leistungsfähig sein.
Welche Nachteile hat ein Terminalserver?
Ein Terminalserver hat allerdings auch Nachteile.
Zentraler Ausfallpunkt
Fällt ein einzelner Terminalserver ohne Redundanz aus, können mehrere oder alle Benutzer gleichzeitig betroffen sein.
Abhängigkeit vom Netzwerk
Bei extern gehosteten Systemen ist eine stabile Internetverbindung besonders wichtig.
Lizenzkosten
Windows Server, RDS, Microsoft 365 und gegebenenfalls Branchensoftware müssen korrekt lizenziert werden.
Serverkosten
Serverleistung, Storage, Backup und Betrieb verursachen laufende Kosten.
Nicht jede Software eignet sich
Bestimmte Anwendungen sind nicht für Mehrbenutzerumgebungen geeignet oder benötigen spezielle Lizenzen.
Planung erforderlich
Ein schlecht dimensionierter Terminalserver kann für alle Benutzer gleichzeitig langsam werden.
Was kostet ein Terminalserver für kleine Unternehmen?
Die Kosten hängen stark von der jeweiligen Umgebung ab.
Entscheidend sind unter anderem:
- Anzahl der Benutzer
- benötigte CPU-Leistung
- Arbeitsspeicher
- Speicherplatz
- Windows-Lizenzen
- RDS-CALs
- Microsoft-365-Lizenzen
- Backup
- Virenschutz
- Monitoring
- Rechenzentrum beziehungsweise Hardware
- Einrichtung
- laufende Betreuung
Deshalb ist ein pauschaler Preis pro Terminalserver nur begrenzt aussagekräftig.
Ein Terminalserver für drei klassische Büroarbeitsplätze hat völlig andere Anforderungen als eine Umgebung für 30 Mitarbeiter mit anspruchsvoller Branchensoftware.
Sinnvoller ist es, die Kosten pro Arbeitsplatz und die benötigten Leistungen zu betrachten.
Wann lohnt sich ein Terminalserver nicht?
Ein Terminalserver ist nicht für jedes kleine Unternehmen die beste Lösung.
Er kann unnötig sein, wenn:
- nur ein oder zwei Mitarbeiter vorhanden sind,
- ausschließlich SaaS- und Browseranwendungen verwendet werden,
- sämtliche Daten bereits sinnvoll über Microsoft 365 bereitgestellt werden,
- jeder Mitarbeiter nur an seinem eigenen Gerät arbeitet,
- keine gemeinsame Branchensoftware benötigt wird,
- die zentrale Umgebung keinen praktischen Vorteil bietet.
In einem Unternehmen mit drei Mitarbeitern, die ausschließlich Outlook, Teams, Word, Excel und SharePoint verwenden, können normale Windows-PCs mit Microsoft 365 beispielsweise vollkommen ausreichend sein.
Technik sollte nicht eingesetzt werden, nur weil sie technisch möglich ist.
Wann lohnt sich ein Terminalserver besonders?
Ein Terminalserver wird interessant, wenn mehrere Anforderungen zusammenkommen.
Zum Beispiel:
5–15 Mitarbeiter
- gemeinsame Branchensoftware
- Homeoffice
- zentrale Unternehmensdaten
- einheitliche Arbeitsplätze
- zentrale Administration
In solchen Szenarien kann ein Terminalserver erhebliche Vorteile bieten.
Die Mitarbeiterzahl allein sollte jedoch nie das einzige Entscheidungskriterium sein.
Beispiel: Kleines Unternehmen mit 8 Mitarbeitern
Ein Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeiter.
Sechs arbeiten regelmäßig im Büro, zwei teilweise im Homeoffice.
Benötigt werden:
- Microsoft Outlook
- Word und Excel
- Warenwirtschaft
- gemeinsame Firmendaten
- Drucker
- Zugriff aus dem Homeoffice
Statt acht vollständig unabhängige Arbeitsplätze aufzubauen, könnte ein zentraler Terminalserver eingesetzt werden.
Die Mitarbeiter melden sich mit ihrem eigenen Benutzerkonto an und erhalten ihre persönliche Arbeitsumgebung.
Die Warenwirtschaft wird zentral installiert, Unternehmensdaten werden zentral bereitgestellt und die IT kann die Umgebung zentral administrieren.
Ob dieses Modell wirtschaftlich sinnvoller ist als acht klassische PCs, muss anhand der tatsächlichen Anforderungen und Lizenzkosten berechnet werden.
Terminalserver mieten oder selbst betreiben?
Kleine Unternehmen müssen einen Terminalserver nicht zwangsläufig selbst kaufen und betreiben.
Ein Managed Terminalserver kann als Dienstleistung bereitgestellt werden.
Dabei können je nach Angebot beispielsweise enthalten sein:
- Serverressourcen
- Windows Server
- RDS-Umgebung
- Benutzerverwaltung
- Updates
- Monitoring
- Virenschutz
- Backup
- Microsoft-365-Integration
- laufende Administration
Dadurch muss das Unternehmen keine eigene Serverinfrastruktur aufbauen.
Insbesondere für kleinere Unternehmen kann ein monatliches Modell kalkulierbarer sein als die Anschaffung und eigenständige Verwaltung einer kompletten Serverumgebung.
Fazit: Wann lohnt sich ein Terminalserver für kleine Unternehmen?
Ein Terminalserver kann sich auch für kleine Unternehmen lohnen.
Eine feste Grenze wie „erst ab zehn Mitarbeitern“ gibt es nicht.
Bereits bei drei bis fünf Mitarbeitern kann ein Terminalserver sinnvoll sein, wenn gemeinsame Anwendungen, Homeoffice oder eine zentrale Arbeitsumgebung benötigt werden.
Umgekehrt kann ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern ohne Terminalserver hervorragend funktionieren, wenn hauptsächlich moderne Cloud-Anwendungen eingesetzt werden.
Entscheidend sind deshalb:
- Anzahl der Benutzer
- eingesetzte Software
- Arbeitsorte
- Sicherheitsanforderungen
- benötigte Serverleistung
- Lizenzierung
- Administrationsaufwand
- Kosten
Vor der Entscheidung sollte deshalb nicht nur gefragt werden:
„Wie viele Mitarbeiter haben wir?“
Sondern:
„Welche Probleme soll der Terminalserver für unser Unternehmen lösen?“
Erst wenn diese Frage beantwortet ist, lässt sich sinnvoll entscheiden, ob ein Terminalserver, klassische Arbeitsplatz-PCs oder eine andere Cloud-/Desktop-Lösung die bessere Wahl ist.
Terminalserver für Ihr Unternehmen
Sie überlegen, ob sich ein Terminalserver für Ihr Unternehmen lohnt, oder möchten Ihre bestehende RDS-Umgebung modernisieren?
Unetifi plant und betreut Terminalserver-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Dabei können unter anderem Serverbetrieb, Remote Desktop Services, Microsoft 365, Benutzerverwaltung, Backup, Virenschutz, Monitoring und der sichere Remote-Zugriff berücksichtigt werden.
Je nach Anforderungen kann die Umgebung auf eigener Infrastruktur oder als gehostete beziehungsweise Managed-Terminalserver-Lösung umgesetzt werden.
So erhalten Ihre Mitarbeiter eine zentral verwaltete Windows-Arbeitsumgebung, die zu den tatsächlichen Anforderungen Ihres Unternehmens passt.
Häufig gestellte Fragen zu Terminalservern
Ab wie vielen Mitarbeitern lohnt sich ein Terminalserver?
Eine feste Mindestanzahl gibt es nicht. Bereits bei drei bis fünf Mitarbeitern kann ein Terminalserver sinnvoll sein, wenn gemeinsame Anwendungen, zentrale Daten oder Homeoffice benötigt werden. Entscheidend ist der konkrete Anwendungsfall.
Was ist der Unterschied zwischen RDP und einem Terminalserver?
RDP ist das Remote Desktop Protocol, über das eine Remoteverbindung hergestellt werden kann. Ein Terminalserver beziehungsweise RDS Session Host stellt dagegen gleichzeitig mehreren Benutzern eigene Sitzungen beziehungsweise Anwendungen bereit.
Können mehrere Benutzer gleichzeitig auf einem Terminalserver arbeiten?
Ja. Genau dafür sind Remote Desktop Services ausgelegt. Jeder Benutzer erhält eine eigene Sitzung. Serverleistung und Lizenzierung müssen jedoch für die Anzahl der Benutzer ausgelegt sein.
Kann Microsoft 365 auf einem Terminalserver verwendet werden?
Ja, sofern eine dafür geeignete Microsoft-365-Lizenz und die entsprechende Aktivierung verwendet werden. Bei mehreren Benutzern auf einem RDS-Server wird für Microsoft 365 Apps typischerweise Shared Computer Activation benötigt.
Reicht Microsoft 365 Business Standard für einen Terminalserver?
Für Shared Computer Activation ist Business Standard nicht ausreichend. Unter den Microsoft-365-Business-Plänen unterstützt Business Premium diese Aktivierungsform. Je nach Umgebung kommen alternativ geeignete Enterprise-Pläne infrage.
Benötigt jeder Benutzer eine RDS CAL?
Bei einem Windows-Server-RDS-Sitzungshost muss die entsprechende RDS-Zugriffslizenzierung berücksichtigt werden. Microsoft bietet dafür RDS User CALs und RDS Device CALs an.
Ist ein Terminalserver für Homeoffice geeignet?
Ja. Homeoffice ist ein typischer Einsatzbereich. Mitarbeiter können auf dieselbe zentrale Arbeitsumgebung zugreifen wie im Büro. Der externe Zugriff sollte jedoch über eine entsprechend abgesicherte Lösung erfolgen.
Kann ein Terminalserver in einem Rechenzentrum betrieben werden?
Ja. Der Terminalserver kann sowohl im eigenen Unternehmen als auch in einem Rechenzentrum beziehungsweise einer geeigneten Cloud-Infrastruktur betrieben werden.
