Proxmox Firewall einrichten – Grundlagen und Best Practices
Proxmox VE bringt bereits eine integrierte Firewall mit.
Damit lassen sich nicht nur einzelne virtuelle Maschinen absichern, sondern auch:
- Proxmox Hosts
- Container
- komplette Cluster
- virtuelle Netzwerke
zentral verwalten.
Gerade bei öffentlich erreichbaren Proxmox-Systemen sollte die Firewall nicht erst nachträglich berücksichtigt werden.
Ein falsch abgesicherter Hypervisor kann besonders kritisch sein, denn auf einem einzigen Proxmox Host laufen möglicherweise:
- Domain Controller
- Terminalserver
- Webserver
- Datenbanken
- NAS-Systeme
- Managementsysteme
- Firewalls
- Kundensysteme
Wird der Hypervisor kompromittiert, können damit mehrere virtuelle Systeme gleichzeitig betroffen sein.
In dieser Anleitung erklären wir deshalb, wie die Proxmox Firewall funktioniert, wie Regeln aufgebaut werden und welche Best Practices sich für produktive Umgebungen empfehlen.
Hat Proxmox eine eigene Firewall?
Ja.
Proxmox VE besitzt eine integrierte Firewall, die direkt über die Weboberfläche administriert werden kann.
Sie lässt sich unter anderem auf folgenden Ebenen konfigurieren:
Datacenter
↓
Node
↓
VM / Container
Dadurch können sowohl globale als auch individuelle Regeln erstellt werden.
Zusätzlich unterstützt Proxmox unter anderem:
- Security Groups
- IP Sets
- Aliases
- Firewall-Makros
- Logging
- IPv4
- IPv6
Proxmox speichert die Firewallkonfiguration clusterweit beziehungsweise ressourcenspezifisch im Proxmox Cluster File System unter /etc/pve. Dazu gehören globale Regeln sowie Regeln für Hosts, VMs und Container.
Proxmox Firewall oder pfSense?
Eine häufige Frage lautet:
Wenn Proxmox bereits eine Firewall besitzt, brauche ich überhaupt noch pfSense oder OPNsense?
Beide Lösungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Proxmox Firewall
Die integrierte Firewall eignet sich besonders zum Schutz von:
- Proxmox Hosts
- VMs
- Containern
- einzelnen Netzwerkinterfaces
Sie arbeitet sehr nah an der Virtualisierungsplattform.
pfSense oder OPNsense
Eine virtuelle oder physische Firewall wie pfSense oder OPNsense übernimmt dagegen häufig das zentrale Routing zwischen:
- Internet
- VLANs
- Servernetzen
- VPN
- Standorten
Ein typischer Aufbau lautet deshalb:
Internet
↓
pfSense / OPNsense
↓
Server-Netzwerke
↓
Proxmox
↓
Proxmox Firewall
↓
VM
Beide Firewalls können also gleichzeitig sinnvoll sein.
Die externe Firewall schützt das gesamte Netzwerk.
Die Proxmox Firewall bietet eine zusätzliche Sicherheitsschicht direkt am Hypervisor beziehungsweise an der VM.
Wie ist die Proxmox Firewall aufgebaut?
Eines der wichtigsten Konzepte ist die hierarchische Struktur.
Regeln können auf unterschiedlichen Ebenen erstellt werden.
Datacenter Firewall
Die Datacenter-Ebene gilt clusterweit.
Hier eignen sich insbesondere Regeln beziehungsweise Objekte, die für mehrere Nodes oder VMs verwendet werden sollen.
Beispielsweise:
- Management-Netze
- Administrator-IP-Adressen
- globale Security Groups
- IP Sets
- Aliases
Node Firewall
Die Node Firewall schützt den jeweiligen Proxmox Host.
Darüber sollte beispielsweise geregelt werden, wer Zugriff erhält auf:
- Proxmox Webinterface
- SSH
- Clusterkommunikation
- andere Hostdienste
VM- und Container-Firewall
Für jede virtuelle Maschine beziehungsweise jeden Container können eigene Regeln definiert werden.
Beispielsweise:
Webserver
TCP 443 erlauben
TCP 80 erlauben
alles andere eingehend blockieren
Proxmox dokumentiert diese unterschiedlichen Konfigurationsebenen ausdrücklich für clusterweite, hostspezifische sowie VM-/Container-Regeln.
Proxmox Firewall aktivieren
Eine Besonderheit der Proxmox Firewall:
Sie muss an den richtigen Stellen aktiviert werden.
Es reicht nicht zwingend aus, einfach eine Firewallregel zu erstellen.
Schritt 1: Datacenter Firewall aktivieren
Navigieren Sie zu:
Datacenter
→ Firewall
→ Options
Dort kann die Firewall grundsätzlich aktiviert werden.
Schritt 2: Node Firewall prüfen
Anschließend:
Node
→ Firewall
→ Options
Hier können weitere Optionen für den jeweiligen Host festgelegt werden.
Schritt 3: Firewall am VM-Netzwerkinterface aktivieren
Bei virtuellen Maschinen und Containern muss zusätzlich geprüft werden, ob die Firewall für das entsprechende virtuelle Netzwerkinterface aktiviert wurde.
Bei einer VM beispielsweise:
VM
→ Hardware
→ Network Device
→ Firewall
Die Option muss aktiviert sein.
Auch bei LXC-Containern besitzt das virtuelle Interface eine eigene firewall-Option. Proxmox dokumentiert diese direkt als Bestandteil der Container-Netzwerkkonfiguration.
Vorsicht: Nicht aus Proxmox aussperren
Das ist der wichtigste Hinweis dieser gesamten Anleitung.
Bevor die Standardregel auf DROP gesetzt wird, sollte sichergestellt werden, dass der eigene Administrationszugriff ausdrücklich erlaubt ist.
Beispielsweise:
Management-Netz
192.168.10.0/24
↓
Proxmox TCP 8006
ALLOW
und gegebenenfalls:
TCP 22
ALLOW
Erst danach sollte eine restriktivere Default Policy aktiviert werden.
Wer zuerst:
Input Policy = DROP
setzt und anschließend erst die Erlaubnisregeln erstellen möchte, kann den eigenen Zugriff verlieren.
Besonders kritisch ist das bei einem Remote-Server im Rechenzentrum.
Dort sollte idealerweise zusätzlicher Zugang vorhanden sein über:
- IPMI
- iDRAC
- iLO
- KVM-over-IP
- Remote Console
Damit lässt sich ein falsch konfigurierter Host weiterhin erreichen.
Welche Ports verwendet Proxmox?
Für die Administration eines normalen Proxmox Hosts sind insbesondere folgende Dienste relevant.
TCP 8006
Proxmox Webinterface und API.
Beispiel:
TCP 22
SSH.
SSH sollte allerdings nur für:
- Administratoren
- Managementnetzwerke
- VPN-Netze
zugänglich sein.
Es besteht normalerweise kein Grund, SSH weltweit öffentlich erreichbar zu machen.
Proxmox Webinterface aus dem Internet erreichbar?
Wenn möglich, sollte das Proxmox Webinterface nicht direkt für das gesamte Internet geöffnet werden.
Besser sind beispielsweise:
Variante 1
Management-VLAN
Variante 2
VPN
Variante 3
feste Administrator-IP-Adressen
Variante 4
Bastion Host beziehungsweise Jump Host
Ein Administrator verbindet sich beispielsweise:
Notebook
↓
VPN
↓
Management VLAN
↓
Proxmox
Damit ist TCP 8006 nicht für beliebige Internetadressen erreichbar.
Management-VLAN für Proxmox
Für professionelle Umgebungen empfiehlt sich ein eigenes Managementnetz.
Beispielsweise:
VLAN 10
Clients
VLAN 20
Server
VLAN 30
Backup
VLAN 40
Management
Der Proxmox Host erhält seine Management-IP ausschließlich im Management-VLAN.
Beispielsweise:
172.20.40.10
Zugriff auf dieses Netz erhalten nur:
- Administratoren
- Monitoring
- Backup
- ausgewählte Infrastruktur
Normale Benutzer benötigen keinen Zugriff auf das Proxmox Webinterface.
Default Allow oder Default Deny?
Eine zentrale Designentscheidung lautet:
Was passiert mit Netzwerkverkehr, für den keine Regel existiert?
Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze.
Default Allow
Alles ist erlaubt, sofern es nicht ausdrücklich blockiert wurde.
Default Deny
Alles wird blockiert, sofern es nicht ausdrücklich erlaubt wurde.
Für Serverumgebungen ist Default Deny meist der bessere Ansatz.
Beispielsweise:
INPUT Policy
DROP
und anschließend:
TCP 443 → ALLOW
TCP 22 aus Managementnetz → ALLOW
Monitoring-IP → ALLOW
Dadurch werden nur tatsächlich benötigte Dienste freigeschaltet.
Proxmox unterstützt für eingehenden und ausgehenden Traffic entsprechende DROP- beziehungsweise REJECT-Policies auf Datacenter- sowie VM-/Container-Ebene.
DROP oder REJECT?
Auch das sorgt häufig für Verwirrung.
DROP
Pakete werden verworfen.
Der Absender erhält keine direkte Antwort.
REJECT
Die Verbindung wird abgelehnt und der Absender erhält eine entsprechende Antwort.
Für eingehenden unerwünschten Verkehr wird häufig DROP verwendet.
REJECT kann beispielsweise intern sinnvoll sein, wenn ein Client schnell erkennen soll, dass eine Verbindung nicht zulässig ist.
IN und OUT Regeln
Proxmox unterscheidet zwischen eingehendem und ausgehendem Netzwerkverkehr.
IN
Verkehr, der zur geschützten Ressource kommt.
Beispielsweise:
Internet
→ Webserver
OUT
Verkehr, der die Ressource verlässt.
Beispielsweise:
Webserver
→ Internet
Viele einfache Serverkonfigurationen konzentrieren sich zunächst auf die IN-Richtung.
In besonders abgesicherten Umgebungen kann jedoch auch ausgehender Traffic eingeschränkt werden.
Beispiel: Webserver absichern
Angenommen, eine VM betreibt einen Webserver.
IP-Adresse:
10.20.10.20
Benötigt werden:
- HTTP
- HTTPS
- SSH ausschließlich aus Managementnetz
Dann könnten Regeln konzeptionell so aussehen:
Regel 1
IN
ALLOW
TCP 80
Regel 2
IN
ALLOW
TCP 443
Regel 3
IN
ALLOW
Source:
10.20.40.0/24
TCP 22
Default
IN Policy:
DROP
Damit kann das Internet auf:
- HTTP
- HTTPS
zugreifen.
SSH funktioniert dagegen nur aus dem Managementnetz.
Beispiel: Windows Terminalserver
Ein Terminalserver benötigt normalerweise nicht automatisch öffentliche Erreichbarkeit über TCP 3389.
Ein besseres Konzept wäre beispielsweise:
Internet
↓
VPN / Remote Desktop Gateway
↓
Terminalserver
Die Proxmox Firewall könnte dann beispielsweise erlauben:
Managementnetz
→ RDP
oder:
RDS Gateway
→ RDP
aber:
Internet
→ RDP
blockieren.
TCP 3389 sollte nicht unnötig direkt ins Internet veröffentlicht werden.
Beispiel: Datenbankserver
Ein Datenbankserver benötigt häufig überhaupt keinen Internetzugriff von außen.
Beispielsweise:
Webserver
10.20.10.20
Datenbank
10.20.20.20
Die Firewall könnte erlauben:
10.20.10.20
→
10.20.20.20
TCP 3306
oder beispielsweise TCP 5432.
Alle anderen Verbindungen zur Datenbank werden blockiert.
Damit reduziert sich die Angriffsfläche erheblich.
Was sind Proxmox Security Groups?
Security Groups gehören zu den praktischsten Funktionen der Proxmox Firewall.
Statt identische Regeln bei jeder VM einzeln anzulegen, können mehrere Regeln zu einer Gruppe zusammengefasst werden.
Beispielsweise:
Security Group: Webserver
enthält:
- HTTP 80
- HTTPS 443
- Monitoring
- SSH aus Managementnetz
Diese Security Group kann anschließend mehreren VMs zugewiesen werden.
Proxmox unterstützt Security Groups ausdrücklich als wiederverwendbare Gruppen von Firewallregeln.
Beispiel für Security Groups
Ein Unternehmen besitzt 20 Linux-Webserver.
Ohne Security Group müsste auf jedem Server definiert werden:
HTTP erlauben
HTTPS erlauben
SSH aus Adminnetz erlauben
Monitoring erlauben
Mit Security Groups wird einmal definiert:
SG-Webserver
und anschließend allen 20 VMs zugewiesen.
Ändert sich später die Monitoring-IP, muss nicht jede VM einzeln angepasst werden.
Sinnvolle Security Groups
Beispiele für wiederverwendbare Gruppen:
SG-Webserver
- HTTP
- HTTPS
- Monitoring
SG-Windows-Server
- RDP aus Managementnetz
- Monitoring
- Backup
SG-Linux-Server
- SSH aus Managementnetz
- Monitoring
- Backup
SG-Domain-Controller
- benötigte AD-Dienste
- DNS
- Management
SG-Management
- SSH
- RDP
- Monitoring
Damit lassen sich Firewallregeln deutlich übersichtlicher verwalten.
Was sind IP Sets?
IP Sets bündeln mehrere:
- IP-Adressen
- Subnetze
zu einer logischen Gruppe.
Beispielsweise:
IP Set: Admin_Networks
enthält:
192.168.10.0/24
172.16.50.0/24
10.100.0.0/24
Anstatt jede dieser Adressen in jeder Firewallregel einzeln einzutragen, kann anschließend das gesamte IP Set verwendet werden.
Proxmox bietet IP Sets genau für solche wiederverwendbaren IP- und Netzwerklisten an.
Typische IP Sets
Management
Enthält sämtliche Administratornetze.
Monitoring
Enthält Monitoringserver.
Backup
Enthält Backupserver.
Trusted
Enthält vertrauenswürdige interne Systeme.
Blocklist
Enthält gesperrte IP-Adressen beziehungsweise Netzwerke.
Dadurch werden Regeln wesentlich leichter verständlich.
Was sind Aliases?
Aliases geben IP-Adressen verständliche Namen.
Statt:
10.20.30.14
kann beispielsweise verwendet werden:
Backup_Server
oder:
Monitoring_Server
Proxmox unterstützt dafür eigene IP Aliases.
Das verbessert besonders bei größeren Umgebungen die Lesbarkeit.
Vergleichen Sie:
Source: 10.20.30.14
mit:
Source: Monitoring_Server
Die zweite Variante ist später deutlich leichter zu verstehen.
Regeln sinnvoll benennen und kommentieren
Eine Firewall wächst mit der Zeit.
Was heute offensichtlich erscheint, ist in zwei Jahren möglicherweise nicht mehr nachvollziehbar.
Deshalb sollte jede besondere Freigabe dokumentiert werden.
Beispielsweise:
Allow Backup Server to Windows VM
ist besser als:
Rule 14
Idealerweise sollte erkennbar sein:
- Warum existiert die Regel?
- Wer benötigt sie?
- Welche Anwendung verwendet sie?
Nicht mehr benötigte Regeln können später einfacher entfernt werden.
Proxmox Firewall und VLANs
Die Proxmox Firewall ersetzt nicht automatisch ein gutes Netzwerkdesign.
Beispielsweise:
VLAN 10 – Management
VLAN 20 – Server
VLAN 30 – Backup
VLAN 40 – Kundenserver
Die VLAN-Trennung findet zunächst auf Netzwerkebene statt.
Die Firewall kontrolliert anschließend, welche Kommunikation zwischen beziehungsweise zu den jeweiligen Systemen zulässig ist.
Eine gute Infrastruktur kombiniert deshalb:
VLAN-Segmentierung
zentrale Firewall
Proxmox Firewall
VLANs allein sind keine Firewall
Ein häufiges Missverständnis:
Wir haben VLANs, also sind die Server voneinander getrennt.
Nicht zwangsläufig.
Wenn der Router beziehungsweise die Firewall sämtlichen Inter-VLAN-Verkehr erlaubt, können die Systeme weiterhin miteinander kommunizieren.
VLANs schaffen zunächst getrennte Broadcast Domains.
Die eigentliche Zugriffskontrolle erfolgt durch Firewallregeln.
Proxmox Bridge und Firewall
Proxmox arbeitet häufig mit Linux Bridges.
Beispielsweise:
vmbr0
Eine VM wird mit ihrem virtuellen Netzwerkinterface an diese Bridge angebunden.
Vereinfacht:
physische NIC
↓
vmbr0
↓
virtuelle NIC
↓
VM
Wird die Proxmox Firewall für das virtuelle Interface aktiviert, kann Netzwerkverkehr bereits auf Hypervisor-Ebene kontrolliert werden.
Firewall pro Netzwerkinterface
Eine VM kann mehrere Netzwerkinterfaces besitzen.
Beispielsweise:
net0
Produktionsnetz
net1
Backupnetz
net2
Managementnetz
Die Firewall kann entsprechend der jeweiligen Interfacekonfiguration eingesetzt werden.
Das ist besonders hilfreich bei Servern mit mehreren Netzwerkanbindungen.
Proxmox Firewall bei LXC-Containern
Die integrierte Firewall kann nicht nur für virtuelle Maschinen, sondern auch für LXC-Container verwendet werden.
Beim Netzwerkinterface eines Containers kann die Firewall ebenfalls aktiviert werden.
Proxmox integriert Container ausdrücklich in dasselbe Firewall- und Netzwerkmodell wie virtuelle Maschinen.
Dadurch können beispielsweise Webcontainer mit sehr restriktiven Regeln betrieben werden.
Firewall auf Host und VM gleichzeitig?
Ja.
Das kann sogar sinnvoll sein.
Beispielsweise:
Host Firewall
schützt:
- Proxmox Webinterface
- SSH
- Clusterkommunikation
VM Firewall
schützt:
- Webserver
- Datenbank
- Terminalserver
Die Regeln erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Proxmox Firewall und Gastbetriebssystem-Firewall
Auch innerhalb der VM sollte die lokale Firewall normalerweise aktiviert bleiben.
Beispielsweise:
Proxmox Firewall
Windows Defender Firewall
oder:
Proxmox Firewall
nftables/firewalld im Linux-Gast
Das entspricht dem Prinzip:
Defense in Depth
Fällt eine Sicherheitsschicht aus oder wird falsch konfiguriert, existiert noch eine weitere.
Windows Firewall nicht deaktivieren
Bei Windows Servern wird die Windows Defender Firewall leider teilweise komplett deaktiviert, sobald Netzwerkprobleme auftreten.
Das ist keine gute Dauerlösung.
Besser:
- benötigte Ports identifizieren
- gezielt freigeben
- Firewall aktiviert lassen
Auch wenn bereits die Proxmox Firewall vorgeschaltet ist.
Ausgehenden Traffic begrenzen?
Für viele Systeme lautet die OUT Policy zunächst:
ACCEPT
Das ist administrativ einfacher.
Für besonders sensible Server kann auch ausgehender Traffic eingeschränkt werden.
Beispielsweise ein Datenbankserver benötigt vielleicht:
- DNS
- NTP
- Updates
- Backup
aber keinen beliebigen Zugriff auf das gesamte Internet.
Eine kompromittierte VM könnte dann weniger einfach externe Command-and-Control-Systeme erreichen.
Allerdings erhöht eine restriktive Egress-Firewall den Administrationsaufwand erheblich.
Wann Egress Filtering sinnvoll ist
Besonders interessant für:
- Datenbankserver
- Managementsysteme
- Backupserver
- kritische Infrastruktur
- besonders sensible Kundensysteme
Für jeden beliebigen Arbeitsplatzserver sämtliche ausgehenden Ziele einzeln freizuschalten, kann dagegen unverhältnismäßig komplex werden.
ICMP blockieren?
ICMP wird häufig pauschal blockiert.
Das ist nicht immer sinnvoll.
ICMP wird unter anderem benötigt beziehungsweise verwendet für:
- Ping
- Fehlerdiagnose
- Path MTU Discovery
- Netzwerkfunktionen
Gerade bei IPv6 spielt ICMPv6 eine noch wichtigere Rolle.
Ein vollständiges Blockieren kann deshalb Netzwerkprobleme verursachen.
Besser ist eine bewusst geplante ICMP-Konfiguration.
IPv6 nicht vergessen
Eine sehr häufige Sicherheitslücke entsteht dadurch, dass Administratoren ausschließlich IPv4-Regeln betrachten.
Das System besitzt jedoch zusätzlich eine öffentliche IPv6-Adresse.
Dann kann ein Dienst über IPv6 erreichbar sein, obwohl man davon ausgeht, ihn über IPv4 ausreichend geschützt zu haben.
Deshalb gilt:
IPv4 und IPv6 gemeinsam planen.
Wer IPv6 nicht verwendet, sollte es bewusst konfigurieren beziehungsweise kontrollieren und nicht einfach ignorieren.
Proxmox berücksichtigt IPv6 ausdrücklich in seinem Firewallmodell.
Firewall Logging
Proxmox kann Firewallereignisse protokollieren.
Das ist besonders wichtig bei der Fehlersuche.
Beispielsweise:
VM kann DNS nicht erreichen
oder:
Backupserver erreicht VM nicht
Im Firewalllog lässt sich prüfen, ob Pakete geblockt wurden.
Proxmox unterstützt Logging sowohl für Standard- als auch benutzerdefinierte Firewallregeln.
Nicht jede Regel vollständig loggen
Logging ist hilfreich.
Aber:
Eine stark frequentierte DROP-Regel kann enorme Mengen an Logs erzeugen.
Beispielsweise ein öffentlich erreichbarer Host erhält möglicherweise permanent:
- Portscans
- Bots
- Verbindungsversuche
Wer jedes verworfene Paket protokolliert, produziert unnötig große Logmengen.
Logging sollte deshalb gezielt eingesetzt werden.
Beispiel einer sinnvollen Proxmox Firewall-Struktur
Angenommen, ein Unternehmen betreibt:
- 3 Proxmox Hosts
- 20 VMs
- Management VLAN
- Server VLAN
- Backup VLAN
Eine mögliche Struktur wäre:
Datacenter
IP Sets
Management_Networks
Monitoring_Servers
Backup_Servers
Security Groups
SG_Linux_Server
SG_Windows_Server
SG_Webserver
Node
Erlauben:
- TCP 8006 aus Management
- TCP 22 aus Management
- Monitoring
- erforderliche Clusterkommunikation
Default:
DROP
Webserver VM
Security Group:
SG_Webserver
Erlauben:
- HTTP
- HTTPS
- SSH aus Management
Datenbank VM
Erlauben:
- Datenbankport ausschließlich vom Application Server
- SSH aus Management
- Monitoring
Default:
DROP
Dadurch entsteht ein strukturiertes und skalierbares Regelwerk.
Clusterkommunikation nicht versehentlich blockieren
In einem Proxmox Cluster kommunizieren die Nodes miteinander.
Diese Kommunikation darf durch eine zu restriktive Host-Firewall nicht beschädigt werden.
Besonders betroffen sein können:
- Corosync
- Migration
- Storage
- Clusterkommunikation
Deshalb sollte bei Clusterhosts nicht einfach dieselbe Firewallregel verwendet werden wie bei einem einzelnen Standalone-Server.
Netzwerk- und Clusterdesign müssen gemeinsam betrachtet werden.
Management, Cluster und Storage trennen
Bei größeren Proxmox-Umgebungen können unterschiedliche Netzwerke sinnvoll sein.
Beispielsweise:
Management
Webinterface und SSH
Corosync
Clusterkommunikation
Migration
Live Migration
Storage
Ceph / NFS / iSCSI
VM Networks
Produktive VMs
Diese Netze müssen nicht zwingend auf jeweils eigenen physischen Interfaces liegen, sollten aber logisch und sicherheitstechnisch bewusst geplant werden.
Ceph und Firewall
Bei Proxmox-Clustern mit Ceph entsteht erheblicher interner Netzwerkverkehr.
Eine unüberlegte Firewallregel kann:
- Storagezugriffe blockieren
- Clusterprobleme erzeugen
- Performance beeinflussen
Deshalb sollten Ceph-Kommunikationspfade gezielt berücksichtigt werden.
Eine Firewall ist kein Ersatz für ein sauberes Ceph-Netzwerkdesign.
Proxmox Backup Server freigeben
Ein Backupserver benötigt Zugriff auf die entsprechenden Proxmox-Komponenten beziehungsweise Backupdienste.
Statt das gesamte Backupnetz pauschal freizugeben, können einzelne:
- IP-Adressen
- Server
- Dienste
gezielt zugelassen werden.
Ein eigenes IP Set:
Backup_Servers
erleichtert die Verwaltung.
Fail-Safe bei Remote-Konfiguration
Wenn ein entfernter Proxmox Host abgesichert wird, empfehle ich folgende Reihenfolge:
1. Aktuelle Verbindung prüfen
Woher greife ich auf den Host zu?
2. Management-IP beziehungsweise Netzwerk als IP Set anlegen
Beispielsweise:
Admin_Network
3. Webinterface erlauben
TCP 8006
4. SSH erlauben
TCP 22
5. Regeln testen
Neue Sitzung öffnen.
6. Erst danach Default DROP setzen
Damit sinkt das Risiko einer Aussperrung erheblich.
Firewall zuerst im Testsystem testen
Bei komplexen Regelwerken lohnt sich eine Testumgebung.
Besonders bei:
- Clustern
- Ceph
- mehreren VLANs
- SDN
- Migration
- High Availability
sollten Firewalländerungen nicht blind auf einer produktiven Umgebung getestet werden.
Konfigurationsbackup
Die Proxmox Firewallkonfiguration ist Teil der Proxmox-Konfiguration und sollte ebenfalls gesichert werden.
Bei Clusterinstallationen befinden sich entsprechende Konfigurationsdateien im Proxmox Cluster File System unter /etc/pve. Proxmox nennt dort unter anderem zentrale sowie VM-spezifische Firewall-Konfigurationen.
Vor größeren Änderungen sollte deshalb ein aktuelles Backup beziehungsweise eine dokumentierte Konfiguration vorhanden sein.
Proxmox Firewall oder externe Firewall – was ist wichtiger?
Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Externe Firewall
Beispielsweise pfSense, OPNsense oder FortiGate:
kontrolliert:
Internet ↔ Netzwerk
und:
VLAN ↔ VLAN
Proxmox Firewall
kontrolliert zusätzlich:
Netzwerk ↔ Host
und:
Netzwerk ↔ einzelne VM
Damit entsteht mehrschichtiger Schutz.
Beispiel für Defense in Depth
Ein öffentlich erreichbarer Webserver könnte geschützt werden durch:
Ebene 1
Perimeter Firewall
erlaubt:
TCP 443
Ebene 2
Proxmox Firewall
erlaubt:
TCP 443
Ebene 3
Linux Firewall innerhalb der VM
erlaubt:
TCP 443
Ebene 4
Webserver
nur benötigte Dienste
Ebene 5
regelmäßige Updates
Ein Fehler in einer einzelnen Ebene führt damit nicht automatisch zur vollständigen Offenlegung des Systems.
Proxmox Firewall Best Practices
1. Managementnetz verwenden
Proxmox sollte nicht aus jedem VLAN administrierbar sein.
2. TCP 8006 nicht weltweit öffnen
Webinterface besser über VPN oder Managementnetz erreichbar machen.
3. SSH beschränken
Nur Administratornetze zulassen.
4. Default Deny für Server prüfen
Nur tatsächlich benötigte Dienste freischalten.
5. Security Groups verwenden
Wiederkehrende Regeln nicht duplizieren.
6. IP Sets verwenden
IP-Adressen logisch gruppieren.
7. Aliases verwenden
Regeln verständlich halten.
8. VM-Firewall aktivieren
Nicht vergessen, die Firewall am virtuellen Netzwerkinterface zu aktivieren.
9. Gast-Firewall eingeschaltet lassen
Windows- beziehungsweise Linux-Firewall weiterhin verwenden.
10. IPv6 berücksichtigen
Nicht ausschließlich IPv4 absichern.
11. Regeln dokumentieren
Jede besondere Freigabe sollte nachvollziehbar sein.
12. Logging gezielt verwenden
Nicht unnötig Millionen DROP-Pakete protokollieren.
13. Clusterverkehr vorher prüfen
Corosync, Storage und Migration dürfen nicht unbeabsichtigt blockiert werden.
14. Backup der Konfiguration
Vor größeren Änderungen sichern.
15. Remotezugriff absichern
Wenn möglich über VPN statt direkter Internetfreigabe.
Typische Fehler bei der Proxmox Firewall
Firewall global aktivieren und sofort DROP setzen
Der Administrator sperrt sich selbst aus.
TCP 8006 aus dem gesamten Internet erlauben
Die Managementoberfläche ist unnötig exponiert.
SSH weltweit erreichbar lassen
Erhöht die Angriffsfläche.
Nur Datacenter-Regeln anlegen
Aber VM-Interface-Firewall nicht aktivieren.
Jede VM einzeln konfigurieren
Obwohl Security Groups deutlich einfacher wären.
IP-Adressen direkt in hunderten Regeln eintragen
Anstatt IP Sets beziehungsweise Aliases zu verwenden.
Windows Firewall deaktivieren
Nur weil bereits die Proxmox Firewall aktiv ist.
IPv6 ignorieren
Der Dienst bleibt möglicherweise über IPv6 erreichbar.
Clusterports blockieren
Der Cluster funktioniert anschließend nicht mehr korrekt.
Firewalländerungen ohne Backup
Fehler lassen sich schwieriger zurückrollen.
Einfache Firewall für einen einzelnen Proxmox Host
Bei einem einzelnen Server kann eine Grundkonfiguration beispielsweise folgendermaßen aussehen.
Management
Erlauben:
Admin-IP
→ TCP 8006
Admin-IP
→ TCP 22
Monitoring
Monitoring Server
→ benötigte Dienste
Alle anderen Zugriffe auf Host
DROP
Die VMs erhalten anschließend jeweils eigene Regeln.
Firewall für einen Proxmox Host im Rechenzentrum
Bei einem direkt im Rechenzentrum betriebenen Proxmox Server sollte die Absicherung noch restriktiver sein.
Ein mögliches Design:
Internet
↓
Hardware-/virtuelle Firewall
↓
Proxmox Management VLAN
↓
Proxmox Host
Zusätzlich:
VPN
↓
Management VLAN
Das Webinterface ist damit nicht direkt öffentlich erreichbar.
Virtuelle Maschinen können trotzdem über eigene öffentliche beziehungsweise geroutete Netze erreichbar sein.
Virtuelle pfSense auf Proxmox
Eine häufig verwendete Architektur besteht darin, pfSense selbst als VM auf Proxmox zu betreiben.
Beispielsweise:
Internet
↓
Proxmox NIC
↓
pfSense VM
↓
interne Bridges/VLANs
↓
Server VMs
Das funktioniert technisch sehr gut.
Allerdings muss die Netzwerktopologie sorgfältig geplant werden.
Insbesondere darf der Proxmox Managementhost nicht versehentlich ungeschützt am WAN hängen.
pfSense-VM schützt den Proxmox Host nicht automatisch
Das ist ein sehr wichtiger Punkt.
Wenn die physische WAN-Schnittstelle über eine Bridge auch eine Host-IP besitzt, kann Proxmox selbst möglicherweise direkt im WAN erreichbar sein.
Besser ist:
WAN Bridge
keine Host-IP
↓
nur pfSense WAN-Interface
Das Management erfolgt über ein separates internes beziehungsweise Managementinterface.
Dadurch liegt der Proxmox Host nicht direkt im öffentlichen Netz.
Proxmox Firewall zusätzlich zu pfSense?
Ja.
Auch wenn pfSense als zentrale Firewall verwendet wird, kann die Proxmox Firewall zusätzlich sinnvoll sein.
Beispielsweise:
pfSense erlaubt:
Server VLAN → Datenbank VLAN
aber:
Proxmox erlaubt innerhalb des Datenbank-VLANs nur:
Application Server → Datenbank VM
Damit kann die Zugriffskontrolle noch granularer gestaltet werden.
Brauche ich Suricata auf Proxmox?
Proxmox dokumentiert auch Möglichkeiten zur Integration von Suricata IPS.
Für viele kleine und mittlere Installationen würde ich IDS/IPS allerdings eher an der zentralen Firewall betreiben.
Beispielsweise:
- pfSense
- OPNsense
- Sophos
- Fortinet
Dort lässt sich der Netzwerkverkehr häufig zentraler analysieren.
Auf dem Hypervisor sollte die Komplexität nicht unnötig erhöht werden.
Wie sicher ist die Proxmox Firewall?
Richtig konfiguriert ist sie eine leistungsfähige zusätzliche Sicherheitsschicht.
Sie ersetzt jedoch nicht:
- externe Firewall
- Netzwerksegmentierung
- Updates
- sichere Accounts
- MFA
- Backup
- Monitoring
Besonders wichtig:
Eine Firewall kann keine unsichere Gesamtarchitektur reparieren.
Ein Proxmox Host mit offenem Managementzugang, schwachen Passwörtern und fehlenden Updates bleibt ein Risiko – selbst wenn einige Firewallregeln existieren.
Proxmox Firewall Checkliste
Vor Produktivbetrieb sollte geprüft werden:
Management
- eigenes Managementnetz?
- TCP 8006 eingeschränkt?
- SSH eingeschränkt?
- Remotezugriff über VPN?
Firewall
- Datacenter Firewall aktiv?
- Node Firewall konfiguriert?
- VM-Firewall aktiviert?
- Default Policies geprüft?
Regeln
- nur benötigte Dienste?
- Security Groups?
- IP Sets?
- Aliases?
Netzwerk
- VLANs getrennt?
- Backupnetz?
- Storage-Netz?
- Clusterkommunikation berücksichtigt?
Sicherheit
- IPv6 berücksichtigt?
- Gast-Firewalls aktiviert?
- keine unnötigen Portfreigaben?
- Logging eingerichtet?
Betrieb
- Konfigurationsbackup?
- Monitoring?
- Updates?
- Dokumentation?
- Notfallzugang?
Fazit: Proxmox Firewall richtig einrichten
Die integrierte Proxmox Firewall ist deutlich leistungsfähiger, als viele Administratoren zunächst vermuten.
Sie ermöglicht Firewallregeln auf mehreren Ebenen:
Datacenter
↓
Node
↓
VM / Container
Zusätzlich erleichtern:
- Security Groups
- IP Sets
- Aliases
- Logging
die Verwaltung größerer Umgebungen.
Für produktive Installationen empfehle ich eine mehrschichtige Architektur:
zentrale Netzwerkfirewall
VLAN-Segmentierung
Proxmox Firewall
Firewall innerhalb der VM
Besonders wichtig ist dabei ein restriktiver Zugriff auf die Proxmox-Managementoberfläche.
TCP 8006 und SSH sollten nach Möglichkeit nur aus:
- Managementnetz
- VPN
- definierten Administratornetzen
erreichbar sein.
Die Firewall sollte außerdem nicht einfach maximal restriktiv konfiguriert werden.
Sie muss zur tatsächlichen Netzwerkarchitektur passen.
Bei Clustern müssen beispielsweise:
- Corosync
- Storage
- Migration
- Backup
weiterhin zuverlässig funktionieren.
Richtig geplant wird die Proxmox Firewall damit zu einer wichtigen zusätzlichen Sicherheitsschicht für virtuelle Server und Container.
Proxmox Firewall und Netzwerk professionell einrichten
Sie betreiben Proxmox im Unternehmen oder Rechenzentrum und möchten Netzwerk und Firewall sauber absichern?
Unetifi unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Planung, Einrichtung und laufenden Betreuung von Proxmox-Umgebungen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Proxmox Installation
- Proxmox Firewall
- pfSense
- OPNsense
- VLAN-Konzeption
- Netzwerksegmentierung
- Managementnetze
- Proxmox Cluster
- High Availability
- Ceph
- Proxmox Backup Server
- VPN
- Monitoring
- Backup
- Migration
- laufende Wartung
Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Firewallregeln, sondern die gesamte Netzwerk- und Virtualisierungsarchitektur.
So bleiben Proxmox Hosts und virtuelle Systeme sicher, performant und langfristig administrierbar.
Häufig gestellte Fragen zur Proxmox Firewall
Hat Proxmox eine eigene Firewall?
Ja. Proxmox VE besitzt eine integrierte Firewall für Datacenter-, Node-, VM- und Container-Ebene. Zusätzlich stehen Security Groups, IP Sets und Aliases zur Verfügung.
Brauche ich zusätzlich pfSense oder OPNsense?
Nicht zwingend, aber häufig ist es sinnvoll. pfSense oder OPNsense übernimmt typischerweise die zentrale Firewall- und Routingfunktion zwischen Internet und Netzwerken. Die Proxmox Firewall schützt zusätzlich Hosts, VMs und Container.
Welchen Port verwendet das Proxmox Webinterface?
Das Proxmox-Webinterface beziehungsweise die API verwendet standardmäßig TCP 8006.
Sollte Port 8006 öffentlich erreichbar sein?
Wenn möglich, nein. Besser ist der Zugriff über ein Managementnetz, VPN oder eingeschränkte Administrator-IP-Adressen.
Muss die Firewall bei jeder VM aktiviert werden?
Wenn die Proxmox Firewall für eine VM genutzt werden soll, muss die entsprechende Firewallfunktion am virtuellen Netzwerkinterface aktiviert sein.
Was sind Proxmox Security Groups?
Security Groups sind wiederverwendbare Gruppen von Firewallregeln. Eine Gruppe kann beispielsweise sämtliche Regeln für Webserver enthalten und anschließend mehreren VMs zugewiesen werden.
Was sind Proxmox IP Sets?
IP Sets bündeln mehrere IP-Adressen oder Netzwerke zu einer Gruppe. Dadurch können beispielsweise sämtliche Administratornetze über ein einzelnes Objekt in Firewallregeln verwendet werden.
Was ist besser – DROP oder REJECT?
DROP verwirft Pakete ohne direkte Antwort. REJECT lehnt die Verbindung aktiv ab. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Netzwerk und Einsatzzweck ab.
Sollte ich die Windows Firewall innerhalb einer Proxmox VM deaktivieren?
Nein. Die lokale Windows- beziehungsweise Linux-Firewall sollte normalerweise zusätzlich aktiv bleiben. Dadurch entsteht eine weitere Sicherheitsschicht.
Kann ich Proxmox und pfSense zusammen betreiben?
Ja. pfSense kann beispielsweise als virtuelle Maschine auf Proxmox betrieben werden. Dabei muss allerdings darauf geachtet werden, dass der Proxmox Host selbst nicht ungeschützt über die WAN-Schnittstelle erreichbar ist.
Funktioniert die Proxmox Firewall auch mit LXC?
Ja. Auch Netzwerkinterfaces von Proxmox-LXC-Containern können die integrierte Firewall verwenden.
Sollte ich Default Deny verwenden?
Für viele Servernetze ist ein Default-Deny-Ansatz sinnvoll. Dabei werden nur ausdrücklich benötigte Verbindungen freigeschaltet. Die Regeln sollten jedoch zuerst vollständig vorbereitet und getestet werden, damit wichtige Dienste oder der eigene Managementzugang nicht blockiert werden.
Muss ich IPv6 ebenfalls absichern?
Ja. Wenn IPv6 aktiv ist, müssen auch IPv6-Verbindungen in das Sicherheitskonzept einbezogen werden. Nur IPv4 zu schützen kann dazu führen, dass Dienste weiterhin über IPv6 erreichbar sind.