Synology NAS einrichten – Anleitung für Unternehmen

Ein Synology NAS kann in Unternehmen deutlich mehr sein als nur ein zentraler Speicher für Dateien.

Richtig eingerichtet kann es unter anderem als:

  • zentraler Dateiserver
  • Backup-System
  • Ziel für PC- und Server-Backups
  • Microsoft-365-Backup
  • private Unternehmenscloud
  • Synchronisationsplattform
  • Archiv- und Projektspeicher

eingesetzt werden.

Die eigentliche Erstinstallation eines Synology NAS ist relativ schnell erledigt. Für den professionellen Einsatz im Unternehmen reicht es jedoch nicht, lediglich Festplatten einzubauen und einige Ordner freizugeben.

Bereits vor dem ersten produktiven Einsatz sollten Themen wie:

  • RAID beziehungsweise SHR
  • Btrfs
  • Benutzer und Gruppen
  • Berechtigungen
  • Snapshots
  • Backup
  • Offsite-Backup
  • MFA
  • Firewall
  • Updates
  • Monitoring

geplant werden.

In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie sich ein Synology NAS für Unternehmen einrichten lässt und welche Best Practices sich für kleine und mittelständische Unternehmen empfehlen.

Was ist ein Synology NAS?

NAS steht für:

Network Attached Storage

Ein NAS ist ein über das Netzwerk erreichbares Speichersystem.

Mitarbeiter können beispielsweise auf zentrale Unternehmensordner zugreifen:

\\NAS01\Allgemein

\\NAS01\Buchhaltung

\\NAS01\Projekte

Anders als eine einfache externe Festplatte besitzt ein Synology NAS ein eigenes Betriebssystem:

Synology DiskStation Manager – DSM

DSM übernimmt unter anderem die Verwaltung von:

  • Benutzern
  • Gruppen
  • Speicher
  • Dateifreigaben
  • Netzwerk
  • Sicherheit
  • Backups
  • Anwendungen
  • Benachrichtigungen
  • Systemressourcen

Synology stellt darüber hinaus Anwendungen wie Synology Drive, Active Backup for Business, Hyper Backup und Snapshot Replication bereit.

Welche Synology NAS eignet sich für Unternehmen?

Bevor das NAS eingerichtet wird, sollte zunächst das passende Modell gewählt werden.

Entscheidend sind nicht nur:

  • Anzahl der Festplatteneinschübe
  • Prozessor
  • Arbeitsspeicher

sondern auch:

  • Anzahl der Mitarbeiter
  • aktuelle Datenmenge
  • zukünftiges Datenwachstum
  • Netzwerkgeschwindigkeit
  • Backup-Anforderungen
  • benötigte Verfügbarkeit
  • geplante Anwendungen

Ein NAS für fünf Mitarbeiter hat andere Anforderungen als ein zentraler Storage für 50 Mitarbeiter.

2-Bay, 4-Bay oder 8-Bay?

Die Anzahl der Laufwerksschächte sollte nicht zu knapp geplant werden.

2-Bay NAS

Ein System mit zwei Festplatten kann für sehr kleine Unternehmen ausreichend sein.

Beispielsweise:

  • zwei Festplatten
  • RAID 1 beziehungsweise SHR
  • wenige Benutzer
  • geringe Datenmenge
  • hauptsächlich Dateiablage

Der Nachteil liegt in den begrenzten Erweiterungsmöglichkeiten.

4-Bay NAS

Für viele kleine Unternehmen ist ein 4-Bay-System flexibler.

Es bietet:

  • mehr Speicherkapazität
  • flexiblere RAID-Konfigurationen
  • bessere Erweiterungsmöglichkeiten

und lässt mehr Spielraum für zukünftiges Datenwachstum.

6-Bay oder 8-Bay NAS

Größere Systeme werden interessant bei:

  • hohen Datenmengen
  • mehreren Backup-Aufgaben
  • Virtualisierung
  • vielen Mitarbeitern
  • schnellerem Wachstum
  • höheren Verfügbarkeitsanforderungen

Die Planung sollte dabei nicht nur den heutigen Bedarf berücksichtigen.

Wie viel Speicher benötigt ein Unternehmen?

Angenommen, ein Unternehmen besitzt aktuell:

3 TB Unternehmensdaten

Dann sollte kein NAS geplant werden, das lediglich knapp über 3 TB nutzbaren Speicher bietet.

Zusätzlicher Speicher wird benötigt für:

  • zukünftiges Datenwachstum
  • Snapshots
  • Versionen
  • Backups
  • Anwendungen
  • temporäre Daten

Eine Beispielrechnung könnte sein:

Aktuelle Daten:

3 TB

Wachstum:

3 TB

Reserve:

2 TB

Damit sollten mindestens ungefähr:

8 TB nutzbarer Speicher

eingeplant werden.

Die tatsächliche Dimensionierung hängt natürlich vom jeweiligen Unternehmen ab.

Welche Festplatten für ein Synology NAS?

Für ein Unternehmens-NAS sollten Festplatten beziehungsweise SSDs verwendet werden, die für den entsprechenden Einsatzzweck und Dauerbetrieb geeignet sind.

Typische Kategorien sind:

  • NAS-HDDs
  • Enterprise-HDDs
  • Enterprise-SSDs

Zusätzlich sollte vor dem Kauf die Kompatibilität mit dem konkreten Synology-Modell geprüft werden.

HDD oder SSD?

Für klassische Unternehmensdaten wie:

  • Word-Dokumente
  • Excel-Dateien
  • PDFs
  • Bilder
  • normale Projektdateien

reichen HDDs häufig aus.

SSDs werden besonders interessant bei:

  • vielen kleinen Dateien
  • hohen IOPS-Anforderungen
  • Virtualisierung
  • Datenbanken
  • vielen gleichzeitigen Zugriffen

Bei geeigneten Synology-Modellen können SSDs außerdem als Cache beziehungsweise eigener Storage eingesetzt werden.

Schritt 1: Festplatten einbauen und Synology NAS anschließen

Zunächst werden die Laufwerke entsprechend der Dokumentation des jeweiligen Synology-Modells eingebaut.

Danach:

  1. Netzwerk anschließen
  2. Stromversorgung anschließen
  3. NAS einschalten

Für ein Unternehmens-NAS sollte die Netzwerkverbindung möglichst direkt über einen professionellen Switch erfolgen.

Schritt 2: Synology DSM installieren

Nach dem ersten Start wird das NAS im Netzwerk erkannt und der DiskStation Manager eingerichtet.

Dabei werden unter anderem:

  • Servername
  • Administrator
  • Updates
  • Netzwerkeinstellungen

konfiguriert.

Schon beim Servernamen lohnt sich eine saubere Namenskonvention.

Beispielsweise:

NAS01

oder:

FIRMA-NAS01

statt:

DiskStation

Das erleichtert später:

  • DNS
  • Dokumentation
  • Monitoring
  • Backup
  • Fehlersuche

Schritt 3: Persönlichen Administrator anlegen

Für die Administration sollten persönliche Benutzerkonten verwendet werden.

Beispielsweise:

max.mustermann

mit administrativen Berechtigungen.

Nicht empfehlenswert ist dagegen ein von mehreren Mitarbeitern verwendeter Account wie:

admin-it

mit gemeinsam bekanntem Passwort.

Persönliche Administratoraccounts verbessern die Nachvollziehbarkeit und erleichtern das spätere Offboarding.

Schritt 4: Feste IP-Adresse vergeben

Ein Unternehmens-NAS sollte unter einer dauerhaft bekannten IP-Adresse erreichbar sein.

Beispielsweise:

192.168.20.10

Die Adresse kann entweder:

  • statisch auf dem NAS

oder:

  • über eine DHCP-Reservierung

vergeben werden.

Zusätzlich empfiehlt sich ein interner DNS-Eintrag.

Beispielsweise:

nas01.firma.local

beziehungsweise ein Name innerhalb der tatsächlich verwendeten internen DNS-Struktur.

Schritt 5: Netzwerk und VLANs planen

In professionellen Netzwerken sollte das NAS nicht einfach unkontrolliert aus jedem Netzwerk erreichbar sein.

Ein mögliches VLAN-Konzept:

VLAN 10 – Clients

VLAN 20 – Server

VLAN 30 – Backup

VLAN 40 – Management

VLAN 50 – Gäste

Ein Gästenetzwerk benötigt beispielsweise normalerweise überhaupt keinen Zugriff auf das NAS.

Managementzugriffe können zusätzlich auf ein Administrationsnetz beschränkt werden.

Schritt 6: Speicherpool erstellen

Nach der Grundinstallation wird ein Speicherpool erstellt.

Dabei muss entschieden werden:

  • welche Laufwerke verwendet werden
  • welches RAID beziehungsweise SHR verwendet wird
  • welche Ausfallsicherheit benötigt wird

Diese Entscheidung sollte vor dem produktiven Einsatz getroffen werden.

Was ist RAID?

RAID kombiniert mehrere Festplatten.

Je nach RAID-Level werden:

  • Kapazität
  • Performance
  • Redundanz

unterschiedlich gewichtet.

Der wichtigste Punkt lautet jedoch:

RAID ist kein Backup.

RAID kann beispielsweise den Ausfall einer Festplatte abfangen.

Es schützt nicht zuverlässig vor:

  • versehentlichem Löschen
  • Ransomware
  • Diebstahl
  • Brand
  • Wasserschaden
  • kompromittierten Administratoraccounts
  • Softwarefehlern
  • vollständigem NAS-Ausfall

Deshalb benötigt ein Unternehmens-NAS zusätzlich eine separate Backupstrategie.

RAID 1

RAID 1 spiegelt Daten auf zwei Laufwerke.

Fällt eines aus, bleiben die Daten auf dem zweiten Laufwerk verfügbar.

Bei zwei gleich großen Festplatten entspricht die nutzbare Kapazität ungefähr der Kapazität eines Laufwerks.

RAID 5

RAID 5 benötigt mindestens drei Laufwerke.

Die Kapazität eines Laufwerks wird vereinfacht für Parität benötigt.

Bei:

4 × 8 TB

stehen damit grob:

24 TB

vor weiteren technischen Abzügen zur Verfügung.

Ein Laufwerk darf ausfallen.

RAID 6

RAID 6 arbeitet mit doppelter Parität.

Dadurch können zwei Laufwerke ausfallen.

Bei größeren Arrays kann RAID 6 beziehungsweise eine vergleichbare Konfiguration sinnvoller sein als RAID 5.

Was ist Synology SHR?

Synology bietet zusätzlich:

Synology Hybrid RAID – SHR

SHR soll insbesondere die Speicherverwaltung und spätere Erweiterung vereinfachen.

Für viele kleine und mittelständische Synology-Installationen ist SHR deshalb eine interessante Option.

Bei größeren, stark standardisierten Storage-Umgebungen können klassische RAID-Konfigurationen ebenfalls sinnvoll sein.

Schritt 7: Volume erstellen – Btrfs oder ext4?

Auf dem Speicherpool wird anschließend ein Volume erstellt.

Eine wichtige Entscheidung lautet:

Btrfs oder ext4?

Für ein neues kompatibles Unternehmens-NAS würde ich in vielen Fällen Btrfs bevorzugen.

Warum Btrfs für Unternehmen?

Btrfs ermöglicht beziehungsweise unterstützt wichtige Funktionen wie:

  • Snapshots
  • Snapshot Replication
  • Datenintegritätsfunktionen
  • moderne Backup-Funktionen

Auch bestimmte Funktionen von Active Backup for Business setzen Btrfs auf dem Zielsystem voraus.

Für ein neues Unternehmens-NAS sollte deshalb geprüft werden, ob das gewählte Synology-Modell Btrfs unterstützt.

Schritt 8: Gemeinsame Ordner erstellen

Nach dem Storage folgt die eigentliche Datenstruktur.

Beispielsweise:

Allgemein

Geschäftsführung

Buchhaltung

Vertrieb

Marketing

Projekte

Personal

IT

Die Ordnerstruktur sollte zur tatsächlichen Organisation des Unternehmens passen.

Nicht alle Daten in eine einzige Freigabe legen

Eine Struktur wie:

Firma

sämtliche Unternehmensdaten

alle Mitarbeiter Vollzugriff

ist langfristig problematisch.

Sie erschwert:

  • Berechtigungen
  • Datenschutz
  • Übersicht
  • Offboarding
  • Backupplanung

Besser sind logisch getrennte Freigaben.

Schritt 9: Benutzerkonten anlegen

Jeder Mitarbeiter sollte einen eigenen Benutzer erhalten.

Beispielsweise:

max.mustermann

anna.beispiel

Nicht empfehlenswert sind gemeinsam verwendete Benutzer wie:

Mitarbeiter

oder:

Office

Persönliche Accounts ermöglichen eine gezielte Verwaltung von:

  • Berechtigungen
  • Sperrungen
  • Protokollen
  • Offboarding

Schritt 10: Gruppen anlegen

Berechtigungen sollten möglichst über Gruppen vergeben werden.

Beispielsweise:

GRP-Geschaeftsfuehrung

GRP-Buchhaltung

GRP-Vertrieb

GRP-Marketing

GRP-IT

Der Mitarbeiter wird einer Gruppe zugeordnet.

Die Gruppe erhält anschließend Zugriff auf die benötigten Freigaben.

Beispiel einer Berechtigungsstruktur

Gruppe:

GRP-Buchhaltung

erhält:

Buchhaltung

→ Lesen und Schreiben

Gruppe:

GRP-Vertrieb

erhält:

Vertrieb

→ Lesen und Schreiben

Gruppe:

GRP-Mitarbeiter

erhält:

Allgemein

→ Lesen und Schreiben

Damit bleibt die Rechteverwaltung übersichtlich.

Least Privilege bei NAS-Berechtigungen

Mitarbeiter sollten nur auf Daten zugreifen können, die sie für ihre Arbeit benötigen.

Ein Vertriebsmitarbeiter benötigt normalerweise keinen Zugriff auf:

  • Personalakten
  • Buchhaltungsdaten
  • Backupdaten
  • NAS-Administration

Dieses Prinzip wird als:

Least Privilege

bezeichnet.

Gerade bei sensiblen Unternehmensdaten sollte es konsequent umgesetzt werden.

Schritt 11: SMB für Windows-Arbeitsplätze einrichten

Windows-Arbeitsplätze greifen typischerweise über SMB auf das NAS zu.

Beispielsweise:

\\NAS01\Projekte

Ein entsprechender Ordner kann anschließend als Netzlaufwerk eingebunden werden:

P:\

\\NAS01\Projekte

SMB1 nicht verwenden

Veraltete SMB-Versionen sollten nicht unnötig aktiviert werden.

Insbesondere SMB1 sollte in modernen Unternehmensnetzwerken vermieden werden.

Aktuelle Windows-Systeme unterstützen moderne SMB-Versionen.

Netzlaufwerke automatisch verbinden

Bei mehreren Arbeitsplätzen können Netzlaufwerke zentral verteilt werden.

Beispielsweise über:

  • Active Directory Gruppenrichtlinien
  • Login-Skripte
  • Endpoint Management

Dadurch muss nicht jeder Arbeitsplatz manuell eingerichtet werden.

Schritt 12: Synology mit Active Directory verbinden

Besitzt das Unternehmen bereits ein Windows Active Directory, kann das Synology NAS in die Domain eingebunden werden.

Dann können vorhandene Benutzer und Gruppen verwendet werden.

Beispielsweise:

Active Directory

DOMAIN\max.mustermann

Synology NAS

Freigaben

Dadurch entsteht keine unnötige zweite Benutzerverwaltung.

Lokale Benutzer oder Active Directory?

Für ein sehr kleines Unternehmen ohne Domain können lokale DSM-Benutzer ausreichen.

Existiert bereits Active Directory, sollten vorhandene Benutzer und Gruppen nach Möglichkeit verwendet werden.

Das vereinfacht:

  • Onboarding
  • Passwortverwaltung
  • Gruppenrechte
  • Offboarding

Schritt 13: Synology Drive einrichten

Synology Drive erweitert das NAS um Funktionen einer privaten Datei- und Synchronisationsplattform.

Mitarbeiter können damit beispielsweise:

  • Dateien synchronisieren
  • auf mehreren Geräten arbeiten
  • Dateien teilen
  • ältere Versionen verwenden

Synology Drive eignet sich besonders für:

  • Notebooks
  • Außendienst
  • Homeoffice
  • Benutzer mit mehreren Geräten

SMB oder Synology Drive?

Beide können parallel verwendet werden.

SMB

Ideal für klassische Arbeit im lokalen Netzwerk:

\\NAS01\Projekte

Synology Drive

Interessant für:

  • Synchronisation
  • Laptops
  • Homeoffice
  • mehrere Geräte
  • Dateiversionen

Welche Variante verwendet wird, hängt vom jeweiligen Arbeitsplatz ab.

Synology Drive oder OneDrive?

Synology Drive kann einige typische Funktionen einer privaten Unternehmenscloud bereitstellen.

Microsoft OneDrive und SharePoint bieten dagegen eine deutlich tiefere Integration in:

  • Microsoft 365
  • Teams
  • Office
  • Co-Authoring

Deshalb muss ein Unternehmen nicht zwingend entweder Synology oder Microsoft 365 verwenden.

Eine Kombination kann sinnvoll sein.

Beispielsweise:

SharePoint / OneDrive

für Zusammenarbeit

und:

Synology

für lokale Daten, spezielle Freigaben und Backup.

Schritt 14: Snapshots aktivieren

Bei geeigneten Btrfs-Systemen kann Snapshot Replication eingesetzt werden.

Snapshots speichern den Zustand von Daten zu bestimmten Zeitpunkten.

Beispielsweise:

08:00 Uhr

10:00 Uhr

12:00 Uhr

14:00 Uhr

Wird um 14:30 Uhr eine wichtige Datei versehentlich verändert oder gelöscht, kann eine ältere Version wiederhergestellt werden.

Snapshots sind kein Backup

Snapshots befinden sich häufig auf demselben Storage.

Wird das gesamte NAS:

  • gestohlen
  • zerstört
  • technisch beschädigt

können auch die Snapshots verloren gehen.

Deshalb gilt:

Snapshots + Backup

und nicht:

Snapshots statt Backup

Immutable Snapshots verwenden

Auf unterstützten Synology-Systemen können unveränderliche Snapshots eingesetzt werden.

Diese können für einen festgelegten Zeitraum nicht einfach gelöscht werden.

Das kann den Schutz gegen:

  • Ransomware
  • kompromittierte Administratoraccounts
  • versehentliches Löschen

verbessern.

Besonders für geschäftskritische Daten sollte diese Funktion geprüft werden.

Schritt 15: Snapshot-Zeitplan erstellen

Eine mögliche Aufbewahrung:

stündlich

kurzfristige Versionen

täglich

mehrere Wochen

monatlich

langfristigere Wiederherstellungspunkte

Wie viele Snapshots tatsächlich benötigt werden, hängt ab von:

  • Datenänderungsrate
  • Speicherplatz
  • Wiederherstellungsziel
  • Schutzbedarf

Schritt 16: Hyper Backup einrichten

Jetzt muss das NAS selbst gesichert werden.

Dafür stellt Synology:

Hyper Backup

bereit.

Je nach Konfiguration kann auf unterschiedliche Ziele gesichert werden, beispielsweise:

  • anderes Synology NAS
  • externe Datenträger
  • rsync-Ziel
  • Synology C2
  • S3-kompatibler Speicher
  • weitere unterstützte Cloudziele

Hyper Backup unterstützt unter anderem versionierte Sicherungen.

Synology NAS auf ein zweites NAS sichern

Eine sehr sinnvolle Unternehmensarchitektur:

Standort A

Produktiv-NAS

verschlüsselte beziehungsweise abgesicherte Verbindung

Standort B

Backup-NAS

Dadurch befinden sich Produktivdaten und Backup nicht im selben Gebäude.

Warum ein Offsite-Backup wichtig ist

Angenommen, im Serverraum befinden sich:

  • Produktiv-NAS
  • Backup-NAS
  • USB-Backup

Bei:

  • Brand
  • Wasserschaden
  • Einbruch

könnten alle Sicherungen gleichzeitig verloren gehen.

Mindestens eine Kopie sollte deshalb räumlich getrennt aufbewahrt werden.

3-2-1-Backup-Regel

Eine bekannte Grundregel lautet:

3 Kopien der Daten

auf:

2 unterschiedlichen Systemen beziehungsweise Medien

davon:

1 Kopie außerhalb des Standorts

Beispielsweise:

  1. Produktivdaten auf NAS01
  2. Backup auf NAS02
  3. zusätzliche externe beziehungsweise Cloudkopie

Die konkrete Architektur kann je nach Unternehmen variieren.

Schritt 17: Active Backup for Business einrichten

Ein Synology NAS kann auch als zentrale Backupplattform für andere Systeme dienen.

Mit Active Backup for Business können je nach unterstütztem Szenario unter anderem gesichert werden:

  • Windows-PCs
  • Macs
  • Windows-Server
  • Linux-Server
  • VMware-vSphere-VMs
  • Microsoft-Hyper-V-VMs
  • SMB-Dateiserver
  • rsync-Dateiserver

Dadurch können Backups zentral verwaltet werden.

Arbeitsplatz-PCs mit Synology sichern

Beispielsweise:

PC01

PC02

PC03

PC04

Active Backup for Business

Synology NAS

Der Administrator kann zentral überwachen:

  • wann das letzte Backup durchgeführt wurde
  • welche Sicherungen fehlgeschlagen sind
  • wie viel Speicher verwendet wird

Bei einem Hardwaredefekt können je nach Backupart einzelne Dateien oder komplette Systeme wiederhergestellt werden.

Warum PCs sichern, wenn Dateien auf dem NAS liegen?

In der Praxis befinden sich trotzdem häufig Daten auf:

  • Desktop
  • Downloads
  • Dokumente
  • lokalen Anwendungsordnern

Zusätzlich erleichtert ein komplettes Gerätebackup die Wiederherstellung nach:

  • SSD-Ausfall
  • Ransomware
  • Hardwaredefekt

Server mit Synology sichern

Active Backup for Business kann auch physische Windows- und Linux-Server sichern.

Für kleinere Unternehmen kann das Synology NAS damit eine zentrale Backupplattform bilden.

Bei besonders kritischen Infrastrukturen sollte zusätzlich geprüft werden, ob eine dedizierte Backupplattform und stärker getrennte Backupinfrastruktur sinnvoll sind.

Kann Synology Proxmox sichern?

Hier muss unterschieden werden.

Active Backup for Business unterstützt offiziell unter anderem:

  • VMware vSphere
  • Microsoft Hyper-V

Proxmox VE gehört nicht zu den dort nativ integrierten Virtualisierungsplattformen.

Für Proxmox-Umgebungen ist deshalb normalerweise:

Proxmox Backup Server

die passendere native Backup-Lösung.

Ein Synology NAS kann trotzdem als Bestandteil einer zusätzlichen Storage- beziehungsweise Backupstrategie eingesetzt werden.

Schritt 18: Microsoft 365 mit Synology sichern

Mit:

Active Backup for Microsoft 365

können kompatible Synology-Systeme Microsoft-365-Daten sichern.

Dazu gehören je nach unterstütztem Dienst unter anderem:

  • Exchange Online
  • OneDrive for Business
  • SharePoint Online
  • Microsoft Teams

Damit entsteht eine unabhängige Backupkopie außerhalb der eigentlichen Microsoft-365-Plattform.

Warum Microsoft 365 zusätzlich sichern?

Microsoft 365 besitzt eigene:

  • Wiederherstellungsfunktionen
  • Aufbewahrungsfunktionen
  • Papierkörbe

Ein separates Backup kann trotzdem sinnvoll sein, wenn das Unternehmen eine zusätzliche unabhängige Wiederherstellungsebene möchte.

Wichtig:

Microsoft-365-Backup ist nicht dasselbe wie E-Mail-Archivierung.

Backup und revisionsorientierte beziehungsweise gesetzlich erforderliche Aufbewahrung erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Schritt 19: Backup des NAS selbst nicht vergessen

Ein häufiger Denkfehler lautet:

Das Synology NAS ist unser Backup. Deshalb braucht es kein eigenes Backup.

Wenn auf dem NAS ausschließlich zusätzliche Sicherungskopien liegen, muss das Gesamtkonzept entsprechend betrachtet werden.

Befinden sich auf dem NAS jedoch produktive Unternehmensdaten, benötigen diese wiederum ein Backup.

Beispielsweise:

Produktivdaten NAS01

Hyper Backup

NAS02

optional zusätzliche externe Kopie

Produktiv-NAS und Backup-NAS trennen

Bei höheren Anforderungen ist eine Rollentrennung sinnvoll.

Beispielsweise:

NAS01

Produktivdaten

NAS02

Backups

Noch besser:

NAS02 befindet sich an einem anderen Standort.

Dadurch führt ein einzelner Hardwarefehler nicht gleichzeitig zum Verlust von Produktivsystem und Backup.

Backup-NAS isolieren

Das Backup-NAS sollte nicht als normales Netzlaufwerk für sämtliche Mitarbeiter verwendet werden.

Besser ist ein eigenes Backupnetz beziehungsweise VLAN.

Beispielsweise:

VLAN 10 – Clients

VLAN 20 – Server

VLAN 30 – Backup

VLAN 40 – Management

Nur ausdrücklich benötigte Systeme dürfen auf das Backupnetz zugreifen.

Das reduziert die Angriffsfläche.

Schritt 20: Wiederherstellung testen

Ein Backup sollte regelmäßig getestet werden.

Beispielsweise:

  • einzelne Datei wiederherstellen
  • kompletten Ordner wiederherstellen
  • PC-Wiederherstellung testen
  • Server-Wiederherstellung prüfen

Ein Backupjob mit grünem Status bedeutet nicht automatisch, dass im Ernstfall sämtliche benötigten Daten problemlos wiederhergestellt werden können.

Schritt 21: MFA aktivieren

Administratoraccounts sollten zusätzlich mit Multi-Faktor-Authentifizierung abgesichert werden.

Das Synology NAS enthält möglicherweise:

  • sämtliche Unternehmensdateien
  • Backups
  • Microsoft-365-Sicherungen
  • Server-Backups

Ein kompromittierter Administratoraccount kann deshalb besonders schwerwiegende Folgen haben.

MFA sollte mindestens für sämtliche Administratoren aktiviert werden.

Schritt 22: Synology Firewall konfigurieren

DSM besitzt eine eigene Firewall.

Damit kann eingeschränkt werden, welche:

  • IP-Adressen
  • Subnetze
  • Dienste

auf das NAS zugreifen dürfen.

Ein mögliches Konzept:

Managementnetz

192.168.40.0/24

→ DSM erlauben

Mitarbeiternetz

192.168.10.0/24

→ SMB erlauben

Gästenetz

192.168.50.0/24

→ Zugriff blockieren

Damit ist das NAS nicht automatisch aus jedem VLAN erreichbar.

DSM nicht direkt ins Internet stellen

Die DSM-Verwaltungsoberfläche sollte nach Möglichkeit nicht einfach weltweit öffentlich erreichbar sein.

Besser:

Administrator

VPN

Managementnetz

Synology NAS

Damit wird die Angriffsfläche deutlich reduziert.

QuickConnect oder VPN?

QuickConnect kann externen Zugriff vereinfachen.

Für Unternehmen sollte trotzdem bewusst entschieden werden, welche Dienste tatsächlich extern erreichbar sein müssen.

Für administrative Zugriffe ist ein kontrollierter VPN-Zugang häufig die bessere Lösung.

Keine unnötigen Portweiterleitungen

Dienste wie:

  • SMB
  • DSM
  • SSH

sollten nicht ohne Not direkt ins Internet veröffentlicht werden.

Insbesondere SMB sollte nicht einfach öffentlich erreichbar gemacht werden.

Schritt 23: Automatische Blockierung aktivieren

DSM kann wiederholte fehlgeschlagene Anmeldeversuche erkennen und entsprechende IP-Adressen automatisch blockieren.

Das bietet zusätzlichen Schutz gegen einfache Brute-Force-Angriffe.

Die Funktion ersetzt allerdings nicht:

  • MFA
  • Firewall
  • VPN
  • sichere Passwörter

sondern ergänzt diese Maßnahmen.

Schritt 24: HTTPS und Zertifikat konfigurieren

Die DSM-Verwaltung sollte verschlüsselt über HTTPS erfolgen.

Beispielsweise:

https://nas01.firma.de

Je nach Infrastruktur können dafür:

  • öffentliche Zertifikate
  • interne Zertifikate
  • eigene PKI

verwendet werden.

Damit werden administrative Verbindungen zum NAS verschlüsselt.

Schritt 25: Updates konfigurieren

DSM und installierte Pakete sollten regelmäßig aktualisiert werden.

Besonders wichtig sind Sicherheitsupdates für:

  • DSM
  • Synology Drive
  • Backup-Anwendungen
  • öffentlich beziehungsweise netzwerkseitig erreichbare Dienste

Ein Unternehmens-NAS sollte nicht über Jahre ungepatcht betrieben werden.

Updates kontrolliert installieren

Bei geschäftskritischen Systemen bietet sich trotzdem ein kontrollierter Ablauf an:

  1. Release Notes prüfen
  2. Kompatibilität kontrollieren
  3. Backupstatus prüfen
  4. Wartungszeitpunkt wählen
  5. Update durchführen
  6. Funktionen testen

Damit lassen sich unerwartete Ausfälle reduzieren.

Schritt 26: Benachrichtigungen einrichten

Das NAS sollte Administratoren automatisch informieren bei:

  • Festplattenfehlern
  • SMART-Warnungen
  • RAID-Problemen
  • fehlgeschlagenen Backups
  • Speicherplatzmangel
  • ungewöhnlichen Anmeldungen
  • Systemproblemen

Ein Unternehmens-NAS sollte nicht erst dann kontrolliert werden, wenn Mitarbeiter keine Dateien mehr öffnen können.

Schritt 27: Festplatten und Speicher überwachen

Regelmäßig überwacht werden sollten:

  • SMART-Status
  • RAID-Zustand
  • Temperatur
  • Speicherbelegung
  • SSD-Zustand
  • fehlerhafte Sektoren
  • Backupstatus

Zusätzlich sollte das Datenwachstum beobachtet werden.

Wenn die Kapazität kontinuierlich steigt, kann rechtzeitig erweitert werden.

NAS nicht vollständig füllen

Ein Volume sollte nicht dauerhaft bis an seine Kapazitätsgrenze betrieben werden.

Snapshots, Anwendungen und Backups benötigen zusätzlichen freien Speicher.

Deshalb sollte rechtzeitig reagiert werden, bevor das System nahezu 100 Prozent erreicht.

Schritt 28: Papierkorb konfigurieren

Für wichtige gemeinsame Ordner kann der Netzwerkpapierkorb aktiviert werden.

Wird eine Datei versehentlich gelöscht, lässt sie sich möglicherweise schnell wiederherstellen.

Der Papierkorb ist allerdings kein Ersatz für:

  • Snapshots
  • Backup
  • Offsite-Backup

sondern lediglich eine zusätzliche Wiederherstellungsebene.

Schritt 29: Verschlüsselung prüfen

Für sensible Unternehmensdaten kann eine Verschlüsselung sinnvoll sein.

Je nach Synology-System und DSM-Version stehen unterschiedliche Verschlüsselungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Dabei muss insbesondere geplant werden:

  • welche Daten verschlüsselt werden
  • wo Schlüssel gespeichert werden
  • wer Zugriff besitzt
  • wie eine Wiederherstellung funktioniert

Ein verlorener Schlüssel kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass auch der Administrator die Daten nicht mehr wiederherstellen kann.

Schritt 30: USV verwenden

Ein Unternehmens-NAS sollte möglichst an einer unterbrechungsfreien Stromversorgung betrieben werden.

Bei einem Stromausfall kann die USV:

  1. das NAS weiter versorgen
  2. den Stromausfall signalisieren
  3. ein kontrolliertes Herunterfahren ermöglichen

Dadurch reduziert sich das Risiko von Dateisystem- und Datenproblemen.

Zusätzlich können beispielsweise:

  • Switch
  • Firewall
  • Router

über die USV versorgt werden.

Schritt 31: Netzwerkgeschwindigkeit planen

Ein leistungsfähiges NAS bringt wenig, wenn die Netzwerkanbindung zum Flaschenhals wird.

1 Gbit/s

theoretisch ungefähr:

125 MB/s

2,5 Gbit/s

theoretisch ungefähr:

312 MB/s

10 Gbit/s

theoretisch ungefähr:

1.250 MB/s

Die real erreichbaren Werte liegen darunter.

Wann reicht 1 Gbit/s?

Für wenige Mitarbeiter mit:

  • Office-Dateien
  • PDFs
  • normaler Dateiablage

kann 1 Gbit/s ausreichend sein.

Wann lohnt sich 10GbE?

10GbE wird beispielsweise interessant bei:

  • vielen gleichzeitigen Benutzern
  • großen CAD-Dateien
  • Videodaten
  • hohen Backupmengen
  • Virtualisierung
  • großen Datenmigrationen

Auch wenn einzelne Arbeitsplätze nur 1 oder 2,5 Gbit/s besitzen, kann ein schneller NAS-Uplink sinnvoll sein, weil mehrere Benutzer gleichzeitig auf das System zugreifen.

Link Aggregation oder 10GbE?

Mehrere 1-Gbit/s-Verbindungen lassen sich bei geeigneter Infrastruktur bündeln.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass eine einzelne Dateiübertragung mit mehreren Gigabit pro Sekunde läuft.

Für hohe Bandbreite einer einzelnen Verbindung ist eine echte schnellere Schnittstelle wie 10GbE häufig die bessere Lösung.

NAS oder Windows Fileserver?

Ein Synology NAS eignet sich besonders gut für:

  • klassische Dateiablage
  • SMB-Freigaben
  • Backup
  • Synchronisation
  • relativ einfache Administration

Ein Windows Fileserver bietet dagegen eine besonders tiefe Integration in:

  • Active Directory
  • NTFS
  • Windows-Anwendungen
  • komplexe Microsoft-Infrastrukturen

Für viele kleine Unternehmen kann ein Synology NAS als zentraler Fileserver vollkommen ausreichend sein.

Bei komplexen Windows-Umgebungen sollte geprüft werden, ob ein Windows Fileserver besser passt.

NAS oder SharePoint?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.

Synology NAS

besonders interessant für:

  • lokale Dateiablage
  • große Dateien
  • SMB
  • Backup
  • klassische Netzlaufwerke

SharePoint

besonders interessant für:

  • Microsoft-365-Zusammenarbeit
  • Teams
  • Office-Co-Authoring
  • standortunabhängiges Arbeiten
  • Dokumentenprozesse

Viele Unternehmen kombinieren beide Systeme.

Beispielsweise:

SharePoint / OneDrive

für aktive Zusammenarbeit

und:

Synology NAS

für Backup und bestimmte lokale Datenbestände.

Synology NAS als zentrale Backupplattform

Eine der interessantesten Funktionen für kleine Unternehmen ist die Möglichkeit, mehrere Backupaufgaben auf einem Synology-System zu bündeln.

Beispielsweise:

10 Arbeitsplatz-PCs

2 Windows Server

Microsoft 365

Synology NAS

Offsite-Backup

Dadurch entsteht eine zentrale Backupplattform mit mehreren Wiederherstellungsebenen.

Beispiel: Synology NAS für 5 Mitarbeiter

Ein Unternehmen besitzt:

  • 5 Mitarbeiter
  • Microsoft 365
  • 2 TB Daten
  • einige gemeinsame Netzlaufwerke

Ein mögliches Konzept:

4-Bay Synology NAS

Btrfs + SHR

Freigaben:

  • Allgemein
  • Buchhaltung
  • Geschäftsführung
  • Projekte

Synology Drive

Active Backup for Business

Microsoft-365-Backup

Hyper Backup auf externes Ziel

Damit entsteht bereits eine umfangreiche Speicher- und Backupplattform.

Beispiel: Synology NAS für 15 Mitarbeiter

Anforderungen:

  • 8 TB Daten
  • gemeinsame Projekte
  • Windows-Domain
  • 15 PCs
  • 2 Server

Mögliches Konzept:

6-/8-Bay Synology NAS

10GbE

Btrfs

Active-Directory-Integration

SMB-Freigaben

Snapshots

Active Backup for Business

Offsite-NAS

Hier wird das NAS bereits ein zentraler Bestandteil der IT-Infrastruktur.

Beispiel: Synology NAS für 30 bis 50 Mitarbeiter

Bei größeren Umgebungen sollten zusätzlich geprüft werden:

  • redundante Stromversorgung
  • 10GbE oder schneller
  • Storage-Performance
  • mehrere Backup-Systeme
  • getrennte Netzwerke
  • Monitoring
  • Ersatzteilstrategie
  • High Availability

Je wichtiger die Daten sind, desto stärker muss auch die Infrastruktur ausgelegt werden.

Synology High Availability

Bei entsprechend unterstützten Synology-Systemen kann Synology High Availability eingesetzt werden.

Dabei arbeiten zwei NAS-Systeme als Hochverfügbarkeitsverbund.

Vereinfacht:

NAS 1 – aktiv

Ausfall

NAS 2 – übernimmt

Das kann Ausfallzeiten bei bestimmten Hardwareproblemen reduzieren.

High Availability ersetzt kein Backup

HA und Backup erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

High Availability

schützt hauptsächlich die Verfügbarkeit.

Backup

ermöglicht die Wiederherstellung älterer beziehungsweise verlorener Daten.

Werden Daten versehentlich gelöscht, kann auch ein HA-System diese Löschung auf das zweite System übertragen.

Deshalb benötigen auch hochverfügbare Systeme ein Backup.

Synology NAS Best Practices für Unternehmen

1. Btrfs verwenden, wenn unterstützt

Besonders wegen Snapshots und moderner Datensicherungsfunktionen.

2. RAID niemals als Backup betrachten

Immer eine zusätzliche Sicherung einrichten.

3. Persönliche Benutzer verwenden

Keine gemeinsamen Mitarbeiteraccounts.

4. Gruppen verwenden

Berechtigungen möglichst gruppenbasiert vergeben.

5. Least Privilege umsetzen

Nur tatsächlich benötigte Freigaben erlauben.

6. MFA für Administratoren aktivieren

Administratoraccounts besonders schützen.

7. DSM-Zugriff beschränken

Management nicht unnötig aus sämtlichen Netzen oder dem Internet erlauben.

8. Snapshots verwenden

Schnelle Wiederherstellung nach Änderungen und Löschungen ermöglichen.

9. Immutable Snapshots prüfen

Zusätzlicher Schutz für besonders wichtige Daten.

10. Offsite-Backup einrichten

Mindestens eine Sicherung außerhalb des Standorts.

11. Backup-NAS isolieren

Backupdaten nicht unnötig für normale Benutzer erreichbar machen.

12. Active Backup for Business einsetzen

Arbeitsplätze und Server zentral sichern, wenn das Modell und Szenario unterstützt werden.

13. Microsoft 365 zusätzlich sichern

Wenn eine unabhängige Backupkopie gewünscht wird.

14. Firewall konfigurieren

Nicht jedem VLAN Zugriff auf das NAS erlauben.

15. USV verwenden

Stromausfälle kontrolliert abfangen.

16. Monitoring aktivieren

Festplatten- und Backupfehler sofort erkennen.

17. Restore testen

Regelmäßig prüfen, ob Daten tatsächlich wiederhergestellt werden können.

Häufige Fehler bei Synology NAS im Unternehmen

Zu kleines NAS kaufen

Nach kurzer Zeit fehlen Laufwerksschächte und Kapazität.

RAID als Backup betrachten

Der häufigste konzeptionelle Fehler.

Alle Mitarbeiter haben Vollzugriff

Berechtigungen wurden nicht geplant.

Alle Mitarbeiter besitzen Administratorrechte

Erhebliches Sicherheitsrisiko.

Keine Gruppen verwenden

Jede Berechtigung wird einzeln gepflegt.

DSM öffentlich ins Internet stellen

Unnötige Angriffsfläche.

Keine MFA aktivieren

Kritische Administratoraccounts sind nur mit Passwort geschützt.

Backup liegt auf demselben NAS

Bei vollständigem Ausfall gehen Produktivdaten und Backup gemeinsam verloren.

Backup-NAS steht direkt neben Produktiv-NAS

Brand oder Diebstahl kann beide Systeme betreffen.

Keine Snapshots verwenden

Schnelle Wiederherstellungsmöglichkeiten fehlen.

Keine Wiederherstellung testen

Probleme werden erst im Ernstfall entdeckt.

NAS nicht überwachen

Festplatten- oder Backupfehler bleiben unbemerkt.

Keine USV verwenden

Stromausfälle führen zu unnötigen Risiken.

Checkliste: Synology NAS für Unternehmen einrichten

Hardware

  • passendes Synology-Modell
  • ausreichend Laufwerksschächte
  • geeignete Festplatten
  • ausreichend RAM
  • passende Netzwerkschnittstelle
  • USV

Storage

  • Speicherpool
  • RAID beziehungsweise SHR
  • Btrfs
  • Kapazitätsreserve

Benutzer und Rechte

  • persönliche Accounts
  • Gruppen
  • Berechtigungen
  • Least Privilege
  • gegebenenfalls Active Directory

Dateidienste

  • SMB
  • gemeinsame Ordner
  • Netzlaufwerke
  • Synology Drive

Sicherheit

  • MFA
  • DSM Firewall
  • HTTPS
  • Zertifikat
  • automatische Blockierung
  • eingeschränkter Managementzugriff
  • Updates

Datenschutz und Wiederherstellung

  • Papierkorb
  • Snapshots
  • Immutable Snapshots
  • Versionierung

Backup

  • Active Backup for Business
  • Microsoft-365-Backup
  • Hyper Backup
  • zweites NAS beziehungsweise Cloud
  • Offsite-Backup
  • Wiederherstellungstest

Betrieb

  • Monitoring
  • Benachrichtigungen
  • SMART-Überwachung
  • Kapazitätsüberwachung
  • Dokumentation
  • regelmäßige Updates

Fazit: Synology NAS richtig für Unternehmen einrichten

Ein Synology NAS lässt sich innerhalb relativ kurzer Zeit installieren.

Eine professionelle Unternehmenskonfiguration besteht jedoch aus deutlich mehr als:

Festplatten einsetzen → Benutzer erstellen → Ordner freigeben

Stattdessen sollte die Umgebung strukturiert aufgebaut werden:

Speicherpool

Btrfs Volume

Benutzer und Gruppen

Freigaben und Berechtigungen

Snapshots

Backup

Offsite-Backup

Zusätzlich gehören:

  • MFA
  • Firewall
  • Updates
  • Monitoring
  • USV
  • Wiederherstellungstests

zu einem professionellen Betrieb.

Besonders interessant ist Synology für kleine und mittelständische Unternehmen durch die Kombination aus zentralem NAS-Speicher und umfangreichen Backupfunktionen.

Active Backup for Business kann beispielsweise Arbeitsplätze und Server sichern. Active Backup for Microsoft 365 ermöglicht eine zusätzliche Sicherung von Microsoft-365-Daten. Hyper Backup wiederum kann die Daten des NAS auf ein zweites System oder einen externen Speicher sichern.

Damit kann ein Synology NAS zu einem zentralen Bestandteil der Datei- und Backupstrategie eines Unternehmens werden.

Synology NAS für Unternehmen einrichten lassen

Sie möchten ein Synology NAS als zentralen Dateiserver, Backup-System oder Unternehmensspeicher einsetzen?

Unetifi unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Planung, Einrichtung und laufenden Betreuung von Synology NAS-Systemen.

Dazu können unter anderem gehören:

  • Auswahl des passenden Synology NAS
  • Festplatten- und RAID-Planung
  • SHR
  • Btrfs
  • Benutzer und Gruppen
  • Active-Directory-Anbindung
  • SMB-Freigaben
  • Synology Drive
  • Berechtigungskonzepte
  • Snapshot Replication
  • Immutable Snapshots
  • Hyper Backup
  • Active Backup for Business
  • Microsoft-365-Backup
  • Offsite-Backup
  • zweites Backup-NAS
  • VLANs
  • Firewall
  • 10GbE
  • USV
  • Monitoring
  • Updates
  • laufende Wartung

Dabei wird nicht nur das NAS installiert, sondern die gesamte Speicher- und Backupstrategie betrachtet.

So bleiben Unternehmensdaten zentral verfügbar und gleichzeitig gegen Hardwareausfälle, Fehlbedienung und andere Formen von Datenverlust besser geschützt.

Häufig gestellte Fragen zur Synology-NAS-Einrichtung

Wie richte ich ein Synology NAS für ein Unternehmen ein?

Nach der DSM-Installation sollten zunächst Speicherpool und Volume eingerichtet werden. Anschließend folgen Benutzer, Gruppen, gemeinsame Ordner und Berechtigungen. Für Unternehmen sollten zusätzlich Snapshots, Backup, MFA, Firewall, Monitoring und ein Offsite-Backup eingerichtet werden.

Welches Dateisystem sollte ich bei Synology verwenden?

Auf kompatiblen Unternehmenssystemen ist Btrfs häufig die sinnvollere Wahl, da es unter anderem Snapshots und verschiedene moderne Datensicherungsfunktionen ermöglicht.

Ist SHR für Unternehmen geeignet?

Ja. Besonders bei kleinen und mittleren Synology-Installationen kann SHR eine flexible Lösung darstellen. Bei größeren standardisierten Storage-Umgebungen können klassische RAID-Konfigurationen ebenfalls sinnvoll sein.

Ist RAID ein Backup?

Nein. RAID schützt hauptsächlich vor dem Ausfall einzelner Festplatten. Es schützt nicht ausreichend vor versehentlichem Löschen, Ransomware, Brand, Diebstahl oder vollständigem Ausfall des NAS.

Was ist Synology Active Backup for Business?

Active Backup for Business ist eine zentrale Backupplattform von Synology. Sie unterstützt unter anderem Windows- und Mac-Computer, physische Windows- und Linux-Server sowie VMware vSphere und Microsoft Hyper-V.

Kann Synology Microsoft 365 sichern?

Ja. Mit Active Backup for Microsoft 365 können auf kompatiblen Synology-Systemen unter anderem Exchange Online, OneDrive for Business, SharePoint Online und Microsoft Teams gesichert werden.

Was ist Synology Hyper Backup?

Hyper Backup dient zur Sicherung von Daten und Konfigurationen eines Synology NAS auf andere Speicherziele. Dazu können beispielsweise ein zweites Synology NAS, externe Datenträger oder unterstützte Cloudspeicher gehören.

Brauche ich Hyper Backup, wenn ich Snapshots verwende?

Ja, wenn eine vollständige Backupstrategie aufgebaut werden soll. Snapshots und Backups erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Ein Snapshot auf demselben NAS schützt beispielsweise nicht vor dem vollständigen Verlust des Geräts.

Sollte ein Synology NAS direkt aus dem Internet erreichbar sein?

Die DSM-Verwaltungsoberfläche sollte möglichst nicht weltweit offen erreichbar sein. Für administrative Zugriffe sind VPN und eingeschränkte Managementnetze normalerweise die bessere Lösung.

Kann Synology als Windows-Dateiserver verwendet werden?

Ja. Für viele kleine Unternehmen kann ein Synology NAS klassische SMB-Dateifreigaben bereitstellen. Bei komplexeren Windows-Anwendungen und sehr tiefen Active-Directory-Anforderungen kann ein Windows Fileserver trotzdem sinnvoller sein.

Kann Synology mit Active Directory verbunden werden?

Ja. Das NAS kann in eine bestehende Windows-Domain eingebunden werden, sodass vorhandene Benutzer und Gruppen für Berechtigungen verwendet werden können.

Kann ich Synology Drive statt OneDrive verwenden?

Synology Drive kann Dateien synchronisieren und auf mehreren Geräten bereitstellen. OneDrive und SharePoint bieten jedoch eine stärkere Integration in Microsoft 365. Beide Plattformen können deshalb auch parallel eingesetzt werden.

Kann ein Synology NAS Proxmox sichern?

Active Backup for Business unterstützt VMware vSphere und Microsoft Hyper-V als direkt integrierte Virtualisierungsplattformen. Proxmox VE gehört nicht zu diesen nativen Integrationen. Für Proxmox ist Proxmox Backup Server deshalb typischerweise die passendere native Backupplattform.

Wie sichere ich ein Synology NAS am besten?

Eine gute Strategie kombiniert lokale Snapshots mit einem separaten Backup auf ein zweites NAS oder einen externen Speicher. Mindestens eine Backupkopie sollte räumlich vom Produktivsystem getrennt sein.

Wie viele Festplatten sollte ein Firmen-NAS haben?

Das hängt von Datenmenge, Wachstum und Verfügbarkeitsanforderungen ab. Für viele kleine Unternehmen bietet ein 4-Bay-NAS deutlich mehr Flexibilität als ein knapp dimensioniertes 2-Bay-System.

Braucht ein Synology NAS eine USV?

Für geschäftlich relevante Systeme ist eine USV sehr empfehlenswert. Sie kann kurze Stromausfälle überbrücken und bei längeren Ausfällen ein kontrolliertes Herunterfahren ermöglichen.

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