Windows Server 2025 als Terminalserver einrichten – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Ein Terminalserver ermöglicht mehreren Mitarbeitern, gleichzeitig auf einem zentralen Windows Server zu arbeiten.
Programme und Daten liegen dabei nicht auf jedem einzelnen Arbeitsplatz-PC, sondern werden zentral auf dem Server bereitgestellt.
Ein typisches Szenario:
Notebook / PC
↓
Remote Desktop
↓
Windows Server 2025
↓
Word, Excel, Outlook, ERP, Warenwirtschaft und weitere Anwendungen
Microsoft bezeichnet diese Technik offiziell als:
Remote Desktop Services – RDS
Der eigentliche Terminalserver wird dabei als:
Remote Desktop Session Host – RD Session Host
bezeichnet.
Windows Server 2025 eignet sich damit weiterhin für klassische Terminalserver- beziehungsweise RDS-Umgebungen.
In dieser Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie Sie Windows Server 2025 als Terminalserver einrichten, welche RDS-Rollen benötigt werden und was bei Active Directory, RDS-CALs, Microsoft 365, Benutzerprofilen, Sicherheit und externem Zugriff berücksichtigt werden sollte.
Was ist ein Windows Server 2025 Terminalserver?
Bei einem klassischen Arbeitsplatz läuft Windows lokal auf dem PC.
Bei einem Terminalserver läuft der eigentliche Arbeitsplatz dagegen zentral auf einem Server.
Mehrere Benutzer können gleichzeitig eigene Windows-Sitzungen verwenden.
Beispielsweise:
Benutzer A
→ eigene Sitzung
Benutzer B
→ eigene Sitzung
Benutzer C
→ eigene Sitzung
↓
Windows Server 2025
Die Benutzer teilen sich:
- CPU
- Arbeitsspeicher
- Storage
- Betriebssystem
- installierte Anwendungen
Ihre eigentlichen Sitzungen und Benutzerprofile bleiben voneinander getrennt.
Terminalserver oder Remote Desktop Services?
Der Begriff Terminalserver wird in Unternehmen weiterhin sehr häufig verwendet.
Microsoft spricht offiziell von:
Remote Desktop Services
beziehungsweise kurz:
RDS
Die zentrale Rolle lautet:
Remote Desktop Session Host
Für die Suchintention und den normalen Sprachgebrauch verwenden wir in dieser Anleitung trotzdem weiterhin den Begriff Terminalserver.
Wann lohnt sich ein Windows Server 2025 Terminalserver?
Ein Terminalserver ist besonders interessant, wenn mehrere Mitarbeiter dieselben zentralen Anwendungen verwenden.
Beispielsweise:
- Microsoft 365 Apps
- Outlook
- ERP
- Warenwirtschaft
- DATEV-nahe Anwendungen
- Branchensoftware
- Office-Anwendungen
- zentrale Dateiablage
- browserbasierte Anwendungen
Vorteile entstehen insbesondere bei:
- mehreren Standorten
- Homeoffice
- zentraler Administration
- einheitlichen Arbeitsplätzen
- geringer Bandbreite zu zentralen Anwendungen
- älteren Fachanwendungen
Statt zehn PCs einzeln zu pflegen, kann ein großer Teil der Arbeitsumgebung zentral bereitgestellt werden.
Welche RDS-Rollen gibt es bei Windows Server 2025?
Eine vollständige Remote-Desktop-Services-Umgebung kann aus mehreren Rollen bestehen.
RD Session Host
Der Remotedesktop-Sitzungshost stellt die eigentlichen Benutzerdesktops und Anwendungen bereit.
Hier arbeiten die Benutzer.
RD Connection Broker
Der Remotedesktop-Verbindungsbroker verwaltet Sitzungen und verteilt Benutzer auf vorhandene Session Hosts.
Er wird insbesondere bei größeren Umgebungen mit mehreren Terminalservern wichtig.
RD Web Access
RD Web Access stellt veröffentlichte Desktops und RemoteApps über eine Weboberfläche bereit.
RD Gateway
Das RD Gateway ermöglicht abgesicherte RDS-Verbindungen über das Internet, ohne den eigentlichen RDP-Port des Terminalservers direkt öffentlich bereitstellen zu müssen.
RD Licensing
Der RDS-Lizenzserver verwaltet die benötigten Remote Desktop Services CALs.
Braucht ein kleiner Terminalserver alle RDS-Rollen?
Nicht zwingend.
Bei einer kleinen internen Umgebung kann beispielsweise ein einzelner:
RD Session Host
mit:
RD Licensing
ausreichen.
Bei einer größeren beziehungsweise professionell bereitgestellten Umgebung können zusätzlich sinnvoll sein:
- Connection Broker
- RD Gateway
- RD Web Access
- mehrere Session Hosts
Die Architektur sollte vor der Installation festgelegt werden.
Beispiel: Kleiner Terminalserver
Ein Unternehmen besitzt:
- 8 Mitarbeiter
- einen Standort
- Active Directory
- einen Terminalserver
- VPN für Homeoffice
Möglicher Aufbau:
Domain Controller
DC01
↓
Terminalserver
RDS01
↓
8 Benutzer
Der Terminalserver stellt:
- Office
- Outlook
- Fachanwendungen
bereit.
Für einen solchen Aufbau muss nicht zwingend sofort eine komplexe RDS-Farm aufgebaut werden.
Beispiel: Größere RDS-Umgebung
Bei 40 oder 50 Benutzern kann die Architektur anders aussehen.
Beispielsweise:
DC01 / DC02
↓
Connection Broker
↓
RDS01
RDS02
↓
FSLogix Profile
↓
File Server
Zusätzlich:
RD Gateway
für externen Zugriff.
Damit können Benutzer auf mehrere Session Hosts verteilt werden.
Schritt 1: Windows Server 2025 installieren
Zunächst wird Windows Server 2025 installiert.
Für einen Terminalserver wird normalerweise:
Windows Server 2025 Standard
oder bei entsprechenden Virtualisierungsanforderungen:
Windows Server 2025 Datacenter
eingesetzt.
Welche Edition benötigt wird, hängt insbesondere von der gesamten Server- und Virtualisierungsarchitektur ab.
Desktop Experience verwenden
Für einen klassischen Terminalserver mit grafischen Anwendungen wird Windows Server 2025 normalerweise mit:
Desktop Experience
installiert.
Dadurch steht die bekannte grafische Windows-Oberfläche zur Verfügung.
Für einen normalen Office-Terminalserver wäre Server Core in der Regel nicht die praktische Wahl.
Schritt 2: Servernamen vergeben
Der Server sollte einen eindeutigen Namen erhalten.
Beispielsweise:
RDS01
oder:
TS01
Bei mehreren Session Hosts:
RDS01
RDS02
RDS03
Eine einheitliche Namenskonvention erleichtert später:
- DNS
- Monitoring
- Backup
- Gruppenrichtlinien
- Dokumentation
- Fehlersuche
Schritt 3: Feste IP-Adresse konfigurieren
Ein Terminalserver sollte eine dauerhaft bekannte IP-Adresse besitzen.
Beispielsweise:
192.168.20.20
DNS sollte auf die internen Domain Controller zeigen.
Beispielsweise:
Primärer DNS
192.168.20.10
Sekundärer DNS
192.168.20.11
wenn zwei Domain Controller vorhanden sind.
Öffentliche DNS-Server wie:
8.8.8.8
sollten auf einem Domain-Mitglied nicht einfach als primäre DNS-Server eingetragen werden, wenn Active Directory verwendet wird.
Schritt 4: Windows Updates installieren
Vor der Installation der produktiven Rollen sollte Windows Server vollständig aktualisiert werden.
Danach:
- Neustart durchführen
- erneut nach Updates suchen
- Treiber beziehungsweise Virtualisierungstools prüfen
Bei einer virtuellen Maschine sollten außerdem die zur Plattform gehörenden Gastwerkzeuge installiert werden.
Schritt 5: Server in Active Directory aufnehmen
Für eine professionelle RDS-Umgebung sollte der Terminalserver normalerweise Mitglied der Active-Directory-Domain sein.
Beispielsweise:
firma.intern
Danach:
RDS01
↓
Domain Join
↓
Active Directory
Nach dem Domain Join wird der Server neu gestartet.
Terminalserver nicht gleichzeitig als Domain Controller verwenden
Für sehr kleine Testumgebungen mag es technisch möglich erscheinen, möglichst viele Rollen auf einem einzigen Server zu kombinieren.
Für produktive Unternehmensumgebungen würde ich Domain Controller und Terminalserver jedoch trennen.
Besser:
DC01
→ Active Directory / DNS
RDS01
→ Terminalserver
Dadurch bleiben Rollen sauber getrennt.
Schritt 6: RDS-Bereitstellungsart auswählen
Im Server-Manager gibt es bei Remote Desktop Services eine eigene Bereitstellungsoption.
Für eine vollständige RDS-Bereitstellung kann gewählt werden:
Remote Desktop Services installation
Anschließend wird eine sitzungsbasierte Bereitstellung eingerichtet.
Für klassische Terminalserver lautet das Ziel:
Session-based desktop deployment
Damit wird eine Umgebung für mehrere gleichzeitige Benutzersitzungen aufgebaut.
Quick Start oder Standard Deployment?
Für Testumgebungen existieren vereinfachte Bereitstellungswege.
Für produktive Unternehmensumgebungen sollte die Rollenverteilung jedoch bewusst geplant werden.
Das gilt insbesondere dann, wenn später:
- mehrere Session Hosts
- Connection Broker
- RD Gateway
- RD Web Access
eingesetzt werden sollen.
Schritt 7: RD Session Host installieren
Die wichtigste Rolle des Terminalservers lautet:
Remote Desktop Session Host
Sie ermöglicht mehreren Benutzern, gleichzeitig Sitzungen auf dem Server zu verwenden.
Nach Installation der Rolle ist der Server grundsätzlich in der Lage, als RDS Session Host zu arbeiten.
Schritt 8: RD Licensing installieren
Für einen produktiven Terminalserver wird zusätzlich ein:
Remote Desktop Licensing Server
benötigt.
Dieser verwaltet die RDS-CALs.
Die Rolle kann je nach Architektur:
- auf demselben Server
- auf einem separaten Server
installiert werden.
Bei kleineren Umgebungen kann der Lizenzserver beispielsweise auf einem vorhandenen geeigneten Windows Server betrieben werden.
Schritt 9: RDS-Lizenzserver aktivieren
Nach der Installation der Rolle öffnen Sie:
Remote Desktop Licensing Manager
Der Lizenzserver muss anschließend bei Microsoft aktiviert werden.
Erst danach können die gekauften RDS-CALs installiert werden.
Schritt 10: RDS-CALs installieren
Nach Aktivierung des Lizenzservers werden die vorhandenen RDS-CALs eingespielt.
Dabei wird unter anderem festgelegt:
- Produktversion
- Lizenztyp
- Anzahl
- Lizenzprogramm
Für Windows Server 2025 sollte die verwendete CAL-Version zur eingesetzten Serverversion passen.
Windows Server CAL und RDS CAL nicht verwechseln
Das ist ein wichtiger Punkt.
Für RDS-Zugriffe existieren unterschiedliche Lizenzebenen.
Vereinfacht:
Windows Server CAL
für den Zugriff auf Windows-Serverdienste
und zusätzlich:
RDS CAL
für die Nutzung von Remote Desktop Services.
Eine normale Windows Server CAL ersetzt also nicht automatisch die RDS CAL.
Die konkrete Microsoft-Lizenzierung sollte immer anhand des tatsächlichen Szenarios geprüft werden.
RDS User CAL oder Device CAL?
Es gibt zwei grundlegende Lizenzierungsmodelle.
Per User
Die Lizenz wird einem Benutzer zugeordnet.
Das ist häufig sinnvoll, wenn ein Mitarbeiter mehrere Geräte verwendet.
Beispielsweise:
- Büro-PC
- Notebook
- privates Homeoffice-Gerät
Per Device
Die Lizenz wird einem Gerät zugeordnet.
Das kann interessant sein, wenn sich viele wechselnde Benutzer wenige Geräte teilen.
Beispielsweise:
- Schichtbetrieb
- Produktionsarbeitsplätze
- gemeinsame Terminals
Für klassische Büroarbeitsplätze wird häufig Per User verwendet.
Schritt 11: Lizenzierungsmodus festlegen
Der Session Host muss wissen:
- welchen Lizenzserver er verwenden soll
- welcher Lizenzierungsmodus gilt
Also beispielsweise:
Lizenzserver
DC01.firma.intern
Modus
Per User
In einer RDS-Bereitstellung mit Connection Broker kann dies über die Bereitstellung konfiguriert werden.
Bei einem einzelnen Session Host ohne Connection Broker können die entsprechenden Einstellungen beispielsweise über Gruppenrichtlinien festgelegt werden.
RDS-Lizenzdiagnose prüfen
Nach der Einrichtung sollte:
RD Licensing Diagnoser
kontrolliert werden.
Dort sollten keine Fehler mehr angezeigt werden.
Insbesondere prüfen:
- Lizenzserver erreichbar?
- richtige CAL-Version?
- richtiger Lizenzierungsmodus?
- genügend Lizenzen?
- Session Host korrekt konfiguriert?
Schritt 12: RDS-Benutzergruppe erstellen
Nicht jeder Domain-Benutzer sollte automatisch auf den Terminalserver zugreifen dürfen.
Erstellen Sie beispielsweise eine Active-Directory-Gruppe:
GRP-RDS-Benutzer
Darin befinden sich ausschließlich Mitarbeiter, die den Terminalserver verwenden dürfen.
Beispielsweise:
max.mustermann
anna.beispiel
thomas.muster
Diese Gruppe erhält anschließend die erforderlichen RDS-Anmelderechte.
Warum Gruppen statt einzelne Benutzer?
Berechtigungen sollten möglichst über Gruppen verwaltet werden.
Beim Onboarding:
Benutzer zur Gruppe hinzufügen
Beim Offboarding:
Benutzer aus Gruppe entfernen
Das ist übersichtlicher als individuelle Konfigurationen für jeden Mitarbeiter.
Schritt 13: Remotedesktopbenutzer konfigurieren
Benutzer, die sich auf dem Session Host anmelden sollen, benötigen die entsprechenden Remotedesktop-Anmelderechte.
Microsoft weist bei RDS ebenfalls darauf hin, dass Benutzer für die Remoteanmeldung Mitglied der entsprechenden Remotedesktopbenutzergruppe beziehungsweise entsprechend berechtigt sein müssen.
Normale Benutzer benötigen dabei keine lokalen Administratorrechte.
Benutzer niemals zu Administratoren machen
Ein Terminalserver-Benutzer sollte normalerweise:
Standardbenutzer
sein.
Nicht:
lokaler Administrator
Sonst könnte ein Benutzer unter Umständen:
- Software installieren
- Systemkonfiguration verändern
- Dienste beeinflussen
- Sicherheitsfunktionen deaktivieren
Auf einem Multiuser-System wäre das besonders problematisch.
Schritt 14: Sitzungssammlung erstellen
Bei einer vollständigen RDS-Bereitstellung wird anschließend eine:
Session Collection
erstellt.
Die Sammlung enthält die Session Hosts und definiert, welche Benutzer auf die bereitgestellten Desktops beziehungsweise Anwendungen zugreifen dürfen.
Beispielsweise:
Collection Name
Firma-Desktop
Session Host:
RDS01
Benutzergruppe:
GRP-RDS-Benutzer
Bei mehreren Hosts beispielsweise:
RDS01
RDS02
Was ist eine RDS Collection?
Eine Collection bündelt die Ressourcen, die Benutzern bereitgestellt werden.
Dazu können gehören:
- vollständiger Desktop
- RemoteApps
Bei mehreren Session Hosts können diese innerhalb einer Collection gemeinsam bereitgestellt werden.
Schritt 15: Vollständigen Desktop oder RemoteApps bereitstellen
Jetzt muss entschieden werden, was die Benutzer erhalten.
Vollständiger Desktop
Der Benutzer sieht einen kompletten Windows-Desktop.
Dort befinden sich beispielsweise:
- Outlook
- Word
- Excel
- ERP
- Browser
- Netzlaufwerke
RemoteApp
Nur eine bestimmte Anwendung wird veröffentlicht.
Beispielsweise:
ERP.exe
Die Anwendung erscheint auf dem Client nahezu wie eine lokale Anwendung, läuft tatsächlich aber auf dem RDS-Server.
Wann sind RemoteApps sinnvoll?
RemoteApps sind interessant, wenn Benutzer lediglich einzelne zentrale Anwendungen benötigen.
Beispielsweise:
- ERP
- Buchhaltungssoftware
- Warenwirtschaft
- Branchensoftware
Wenn Mitarbeiter dagegen ihren gesamten Arbeitsplatz auf dem Terminalserver verwenden sollen, ist ein vollständiger Desktop meist übersichtlicher.
Schritt 16: Anwendungen installieren
Jetzt werden die benötigten Anwendungen auf dem Session Host installiert.
Beispielsweise:
- Microsoft 365 Apps
- ERP
- PDF-Software
- Browser
- Warenwirtschaft
- Druckersoftware
- Fachanwendungen
Vorher sollte geprüft werden, ob die jeweilige Anwendung für:
Multiuser / RDS / Terminalserver
freigegeben und korrekt lizenziert ist.
Nicht jede normale Desktopsoftware darf oder kann automatisch auf einem Terminalserver eingesetzt werden.
Softwarehersteller vorher prüfen
Besonders bei:
- ERP
- Buchhaltung
- CAD
- Branchenanwendungen
- Datenbanken
- Lizenzservern
sollte vorher geprüft werden:
- Windows Server 2025 unterstützt?
- RDS unterstützt?
- Multiuserfähig?
- separate Terminalserverlizenz erforderlich?
- Datenbank lokal oder separat?
- Benutzerbezogene Lizenzierung?
Das verhindert spätere Überraschungen.
Schritt 17: Microsoft 365 Apps auf Windows Server 2025 installieren
Microsoft 365 Apps können in unterstützten RDS-Szenarien auf einem Session Host bereitgestellt werden.
Entscheidend ist jedoch die richtige Lizenzierung.
Für einen gemeinsam verwendeten RDS-Server benötigt Microsoft 365 Apps die:
Shared Computer Activation
beziehungsweise:
Aktivierung gemeinsam genutzter Computer
Die Installation sollte dafür über das:
Office Deployment Tool
mit entsprechender Konfiguration erfolgen.
Shared Computer Activation aktivieren
In der Office-Konfiguration wird unter anderem gesetzt:
SharedComputerLicensing = 1
Dadurch wird Microsoft 365 Apps für den Multiuser-Betrieb auf einem gemeinsam verwendeten Computer konfiguriert.
Jeder Benutzer meldet sich anschließend mit seinem eigenen Microsoft-365-Konto an.
Welche Microsoft-365-Lizenz funktioniert auf RDS?
Das ist besonders wichtig.
Nicht jede Lizenz, die Desktop-Office enthält, berechtigt automatisch zur Shared Computer Activation.
Microsoft nennt aktuell unter anderem:
Microsoft 365 Business Premium
als geeignete Business-Lizenz mit Shared Computer Activation.
Außerdem unterstützen entsprechende Microsoft-365-/Office-365-Pläne mit:
Microsoft 365 Apps for Enterprise
diesen Einsatz.
Ein Benutzer benötigt jeweils eine passende Lizenz.
Eine normale Microsoft 365 Business Standard-Lizenz sollte deshalb nicht einfach ungeprüft für einen klassischen RDS-Server eingeplant werden.
Business Premium und Terminalserver
Für kleine und mittelständische Unternehmen kann die Kombination:
Windows Server 2025 RDS
Microsoft 365 Business Premium
interessant sein.
Damit können Benutzer unter anderem Microsoft 365 Apps auf dem gemeinsamen RDS-Server mit Shared Computer Activation nutzen, sofern die übrigen Lizenzbedingungen erfüllt sind.
Schritt 18: Outlook auf dem Terminalserver konfigurieren
Outlook gehört häufig zu den wichtigsten Anwendungen eines Terminalservers.
Bei mehreren Benutzern entstehen jedoch zusätzliche Anforderungen an:
- Benutzerprofile
- OST-Dateien
- Suchindex
- Microsoft-365-Anmeldung
- Performance
Deshalb sollte die Profilstrategie bereits vor der produktiven Einführung geplant werden.
Schritt 19: Benutzerprofile planen
Windows erstellt für jeden Benutzer ein eigenes Profil.
Beispielsweise:
C:\Users\max.mustermann
Bei einem einzigen Terminalserver können lokale Profile grundsätzlich funktionieren.
Sobald jedoch mehrere Session Hosts verwendet werden, entsteht ein Problem:
Benutzer A meldet sich heute auf:
RDS01
an.
Morgen landet derselbe Benutzer auf:
RDS02.
Ohne zentrale Profilverwaltung hätte er dort ein anderes Profil.
FSLogix für RDS verwenden
Eine moderne Möglichkeit zur zentralen Profilverwaltung ist:
FSLogix Profile Container
Das Benutzerprofil wird dabei in einer:
VHD beziehungsweise VHDX
gespeichert.
Beispielsweise:
\\FILE01\FSLogix\max.mustermann\Profile.vhdx
Bei der Anmeldung wird dieser Container eingebunden.
Der Benutzer erhält dadurch sein gewohntes Profil unabhängig vom verwendeten Session Host.
Was speichert FSLogix?
Ein Profile Container umfasst das Windows-Benutzerprofil und kann damit unter anderem Daten und Einstellungen enthalten für:
- Outlook
- Microsoft 365
- Teams
- Browser
- AppData
- Benutzereinstellungen
Microsoft empfiehlt bei aktuellen FSLogix-Konfigurationen den vollständigen Profile Container als zentrale Profilvariante.
FSLogix auch bei nur einem Terminalserver?
Bei nur einem einzigen RDS-Server ist FSLogix nicht zwingend erforderlich.
Es kann trotzdem sinnvoll sein, wenn:
- spätere Skalierung geplant ist
- Profile getrennt vom Session Host gespeichert werden sollen
- Wiederherstellung und Austausch des Hosts vereinfacht werden sollen
Für eine kleine Umgebung können lokale Profile aber ebenfalls ausreichend sein.
Schritt 20: FSLogix Storage bereitstellen
Für FSLogix wird typischerweise eine SMB-Freigabe verwendet.
Beispielsweise:
\\FILE01\FSLogix$
Wichtig sind:
- korrekte NTFS-Berechtigungen
- korrekte Freigabeberechtigungen
- ausreichend Performance
- ausreichend Kapazität
- zuverlässiger Storage
Die Profile liegen schließlich im direkten Anmeldepfad der Benutzer.
Langsamer Storage bedeutet:
langsame Anmeldung.
FSLogix Profile Container aktivieren
Typische Grundparameter sind:
Enabled
1
VHDLocations
\\FILE01\FSLogix$
Als Containerformat sollte in aktuellen Umgebungen üblicherweise:
VHDX
verwendet werden.
Die eigentliche Konfiguration kann zentral über Gruppenrichtlinien beziehungsweise entsprechende Registry-Einstellungen verteilt werden.
FSLogix und Antivirus
Ein wichtiger Punkt bei FSLogix:
Antiviren- und Sicherheitssysteme müssen korrekt auf die Profilcontainer abgestimmt werden.
Microsoft dokumentiert konkrete Ausschlüsse für:
- FSLogix-Dienste
- Treiber
- Programmverzeichnisse
- lokale Cachepfade
- VHD/VHDX-Dateien auf SMB-Freigaben
Falsch konfigurierte Echtzeitscans können zu:
- langsamen Anmeldungen
- gesperrten Profilen
- beschädigten Containern
führen.
Die Ausschlüsse sollten jedoch exakt nach Herstellervorgaben umgesetzt und nicht pauschal auf große Verzeichnisse ausgeweitet werden.
Windows Server 2025 und aktuelle FSLogix-Kerberos-Änderung
Bei aktuellen Windows-Server-2025-Systemen ist außerdem eine Änderung bei der Kerberos-Verschlüsselung relevant.
Microsoft weist für die Windows-Server-Updates 2026 darauf hin, dass ältere RC4-Konfigurationen bei SMB-Speichern für FSLogix zu Zugriffsproblemen führen können.
Bestehende FSLogix-Umgebungen sollten deshalb auf moderne unterstützte Kerberos-Verschlüsselung geprüft werden.
Gerade bei älteren File-Servern und langjährig bestehenden Active-Directory-Umgebungen sollte dieser Punkt nicht übersehen werden.
Schritt 21: Gruppenrichtlinien für Terminalserver erstellen
Ein professioneller Terminalserver sollte über:
Group Policies – GPOs
konfiguriert werden.
Dafür kann beispielsweise eine eigene Organisationseinheit erstellt werden:
OU=RDS-Server
Darin:
RDS01
RDS02
An diese OU werden anschließend die Terminalserver-GPOs gebunden.
Typische Terminalserver-GPOs
Je nach Unternehmen können beispielsweise geregelt werden:
- Sitzungszeitlimits
- getrennte Sitzungen
- Laufwerksumleitung
- Zwischenablage
- Druckerumleitung
- lokale Geräte
- Desktop
- Startmenü
- Windows Update
- OneDrive
- Microsoft 365
- Browser
- Sicherheit
- Benutzerprofile
Die Einstellungen sollten aber immer an den tatsächlichen Einsatzzweck angepasst werden.
Schritt 22: Sitzungszeitlimits konfigurieren
Ohne passende Richtlinien bleiben getrennte Sitzungen möglicherweise lange bestehen.
Beispielsweise:
Benutzer schließt einfach das RDP-Fenster.
Die Sitzung läuft weiter.
Das kann:
- RAM
- CPU
- Anwendungsressourcen
belegen.
Deshalb sollten Regeln definiert werden für:
- aktive Sitzungen
- inaktive Sitzungen
- getrennte Sitzungen
Abmelden statt nur trennen
Mitarbeiter sollten verstehen:
RDP-Fenster schließen
ist nicht dasselbe wie:
Abmelden
Beim Trennen bleibt die Sitzung bestehen.
Beim Abmelden werden Benutzerprozesse beendet und Ressourcen freigegeben.
Schritt 23: Zwischenablage kontrollieren
RDP kann die Zwischenablage zwischen:
lokalem PC
und:
Terminalserver
weiterleiten.
Das ist komfortabel.
Je nach Sicherheitsanforderungen kann es aber unerwünscht sein, dass Benutzer Daten einfach zwischen Unternehmensserver und privaten Geräten kopieren.
Die Clipboard-Redirection sollte deshalb bewusst konfiguriert werden.
Schritt 24: Laufwerksumleitung kontrollieren
RDP kann lokale Laufwerke in die Sitzung einbinden.
Beispielsweise:
C auf LAPTOP01
Damit kann ein Benutzer Dateien zwischen Terminalserver und lokalem PC übertragen.
Auch hier muss entschieden werden:
gewünscht
oder:
aus Sicherheitsgründen blockieren
Für besonders sensible Umgebungen wird die Laufwerksumleitung häufig eingeschränkt.
Schritt 25: Drucker einrichten
Drucker sind in RDS-Umgebungen häufig eine Fehlerquelle.
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten:
- zentral installierte Netzwerkdrucker
- Printserver
- RDP-Druckerumleitung
- Easy Print
- herstellerspezifische Treiber
Für mehrere Benutzer sind zentral verwaltete Netzwerkdrucker häufig stabiler als individuell installierte Drucker.
Druckertreiber sorgfältig auswählen
Nicht jeder Druckertreiber verhält sich auf einem Multiuser-Terminalserver problemlos.
Problematische Treiber können:
- Druckwarteschlange beeinträchtigen
- hohe CPU-Last verursachen
- Anwendungen zum Absturz bringen
Deshalb sollten nur tatsächlich benötigte und für die Umgebung geeignete Treiber installiert werden.
Schritt 26: Netzlaufwerke bereitstellen
Unternehmensdaten können beispielsweise über einen zentralen File Server bereitgestellt werden.
Beispiel:
\\FILE01\Daten
und anschließend als:
S:\
eingebunden werden.
Die Verteilung kann über Gruppenrichtlinien erfolgen.
Beispielsweise:
GRP-Buchhaltung
→ B:\Buchhaltung
GRP-Vertrieb
→ V:\Vertrieb
Damit erhalten Benutzer automatisch die benötigten Laufwerke.
Daten nicht unnötig lokal auf RDS01 speichern
Der Session Host sollte möglichst austauschbar bleiben.
Deshalb würde ich zentrale Unternehmensdaten nicht unnötig auf:
C:\
des Terminalservers ablegen.
Besser:
- File Server
- NAS
- geeigneter zentraler Storage
Dadurch lässt sich der Session Host bei Problemen einfacher ersetzen.
Schritt 27: CPU und RAM richtig dimensionieren
Die benötigten Ressourcen hängen stark von den verwendeten Anwendungen ab.
Ein Benutzer mit:
- Outlook
- Word
- Browser
benötigt deutlich weniger Ressourcen als ein Benutzer mit:
- CAD
- großen Excel-Dateien
- ERP
- datenintensiven Anwendungen
Deshalb gibt es keine seriöse allgemeine Aussage wie:
Ein Terminalserver benötigt exakt 2 GB RAM pro Benutzer.
Die Dimensionierung sollte anhand des tatsächlichen Workloads erfolgen.
Beispiel für 5 bis 10 Benutzer
Für einen normalen Office-Workload könnte ein Ausgangspunkt beispielsweise sein:
- mehrere moderne CPU-Kerne
- 16–32 GB RAM
- schneller SSD-/NVMe-Storage
Das ist ausdrücklich keine universelle Vorgabe.
Je nach Anwendungen können deutlich mehr Ressourcen erforderlich sein.
Beispiel für 20 bis 30 Benutzer
Bei höheren Benutzerzahlen sollte geprüft werden, ob:
ein großer Session Host
oder:
mehrere Session Hosts
sinnvoller sind.
Mehrere Hosts bieten Vorteile bei:
- Wartung
- Skalierung
- Ausfällen
- Lastverteilung
Ein einzelner extrem großer Terminalserver erzeugt dagegen einen entsprechend großen Single Point of Failure.
Schritt 28: Storage-Performance berücksichtigen
RDS erzeugt viele parallele Zugriffe.
Beispielsweise:
20 Benutzer öffnen gleichzeitig:
- Outlook
- Browser
- Office
- ERP
Zusätzlich:
- Profile
- Windows
- Antivirus
- Updates
Langsamer Storage kann deshalb die gesamte Benutzererfahrung beeinträchtigen.
Für produktive RDS-Systeme sind schnelle SSD- beziehungsweise NVMe-basierte Storage-Systeme häufig sinnvoll.
Schritt 29: Windows Defender beziehungsweise Endpoint Security konfigurieren
Auch ein Terminalserver benötigt Endpoint Protection.
Je nach Umgebung beispielsweise:
- Microsoft Defender
- EDR-Lösung
- zentral verwalteter Virenschutz
Dabei muss die Lösung ausdrücklich für:
Windows Server
und:
Multiuser-Umgebungen
geeignet sein.
Antivirus-Ausnahmen nicht blind übernehmen
Im Internet finden sich häufig lange Listen mit angeblich notwendigen Ausnahmen.
Diese sollten nicht einfach kopiert werden.
Jede Ausnahme reduziert den überwachten Bereich.
Deshalb nur:
- dokumentierte Herstellerempfehlungen
- tatsächlich notwendige Ausnahmen
- regelmäßig überprüfte Ausnahmen
verwenden.
Schritt 30: Windows Firewall aktiviert lassen
Die Windows Defender Firewall sollte nicht einfach deaktiviert werden.
Stattdessen sollten nur die tatsächlich benötigten Verbindungen erlaubt werden.
Beispielsweise:
- RDS
- Domain-Kommunikation
- Monitoring
- Backup
- benötigte Anwendungen
Das Prinzip lautet:
so wenig wie möglich, so viel wie notwendig.
Schritt 31: RDP nicht direkt ins Internet freigeben
Einer der wichtigsten Sicherheitspunkte:
TCP 3389 sollte nicht einfach aus dem Internet auf den Terminalserver weitergeleitet werden.
Also nicht:
Internet
↓
Port 3389
↓
RDS01
Ein öffentlich erreichbarer RDP-Dienst erhöht die Angriffsfläche erheblich.
Sicherer externer Zugriff über VPN
Eine Möglichkeit:
Homeoffice-PC
↓
VPN
↓
Unternehmensnetz
↓
RDS01
Damit ist der Terminalserver selbst nicht direkt öffentlich erreichbar.
Sicherer externer Zugriff über RD Gateway
Alternativ kann:
Remote Desktop Gateway
verwendet werden.
Das RD Gateway stellt abgesicherte verschlüsselte Verbindungen zu internen RDS-Ressourcen bereit.
Damit können Benutzer von extern auf RDS zugreifen, ohne den Session Host direkt über RDP im Internet bereitzustellen.
RD Gateway oder VPN?
Beides kann sinnvoll sein.
VPN
gut, wenn Mitarbeiter ohnehin Zugriff auf mehrere interne Ressourcen benötigen.
RD Gateway
gut für gezielten RDS-Zugriff ohne vollständigen VPN-Zugang.
Welche Architektur besser passt, hängt vom Unternehmen ab.
Schritt 32: Network Level Authentication aktivieren
Für RDP sollte:
Network Level Authentication – NLA
verwendet werden.
Dabei authentifiziert sich der Benutzer bereits vor dem vollständigen Aufbau der Remotedesktop-Sitzung.
Das reduziert die Angriffsfläche des Session Hosts.
Schritt 33: MFA für externen Zugriff planen
Bei extern erreichbaren Unternehmensdiensten sollte eine zusätzliche Authentifizierungsebene vorgesehen werden.
Nur:
Benutzername + Passwort
ist für einen kritischen Remotezugang keine ideale Sicherheitsarchitektur.
Je nach Gateway-, VPN- und Identity-Lösung sollte deshalb MFA integriert werden.
Schritt 34: Netzwerk segmentieren
Ein Terminalserver sollte nicht in einem völlig flachen Netzwerk stehen.
Beispielsweise:
VLAN 10 – Clients
VLAN 20 – Server
VLAN 30 – Management
VLAN 40 – Backup
Der RDS-Server befindet sich im Servernetz.
Firewallregeln erlauben anschließend nur die tatsächlich benötigte Kommunikation.
Schritt 35: Zugriff des Terminalservers begrenzen
Ein kompromittierter Terminalserver darf nicht automatisch uneingeschränkten Zugriff auf die gesamte Infrastruktur ermöglichen.
Deshalb sollte geprüft werden, welche Verbindungen wirklich erforderlich sind.
Beispielsweise:
RDS01 →
Domain Controller
erlaubt
RDS01 →
File Server
erlaubt
RDS01 →
Datenbankserver
falls benötigt
RDS01 →
Managementnetz
normalerweise stark eingeschränkt
Schritt 36: Backup einrichten
Der Terminalserver muss in die Backupstrategie aufgenommen werden.
Gesichert werden sollten je nach Architektur:
- System
- Konfiguration
- Anwendungen
- relevante lokale Daten
- gegebenenfalls Benutzerprofile
- FSLogix-Storage
- Datenbanken
Bei virtuellen Maschinen kann zusätzlich ein VM-basiertes Backup verwendet werden.
Profile separat sichern
Wenn FSLogix-Profile auf:
FILE01
liegen, reicht ein Backup von:
RDS01
nicht aus.
Der Profilstorage benötigt eine eigene Sicherung.
Das Gleiche gilt für:
- File Server
- Datenbank
- Lizenzserver
- Domain Controller
Die gesamte RDS-Umgebung muss betrachtet werden.
Schritt 37: Wiederherstellung testen
Ein vorhandener Backupjob bedeutet nicht automatisch, dass der Terminalserver schnell wiederhergestellt werden kann.
Testen sollte man beispielsweise:
- einzelne Datei
- Benutzerprofil
- komplette VM
- Applikationsdaten
- Konfiguration
Zusätzlich sollte dokumentiert sein, in welcher Reihenfolge Systeme wiederhergestellt werden.
Schritt 38: Monitoring einrichten
Ein produktiver Terminalserver sollte überwacht werden.
Mindestens:
- CPU
- RAM
- Storage
- freier Speicher
- Windows-Dienste
- Event Logs
- RDS-Dienste
- Backup
- Antivirus/EDR
- Windows Updates
Zusätzlich kann die Anzahl aktiver Sitzungen überwacht werden.
Schritt 39: Benutzererfahrung testen
Vor dem produktiven Rollout sollte ein normaler Testbenutzer verwendet werden.
Nicht nur der Administrator.
Testen:
- Anmeldung
- Profil
- Outlook
- Microsoft 365
- Fachanwendung
- Netzlaufwerke
- Drucker
- Zwischenablage
- Abmelden
- erneute Anmeldung
- RDP von extern
- Performance
Nur so fallen Berechtigungs- und Profilprobleme auf.
Schritt 40: Dokumentation erstellen
Dokumentiert werden sollten mindestens:
- Servernamen
- IP-Adressen
- Rollen
- RDS-Lizenzserver
- Lizenzierungsmodus
- Anzahl RDS-CALs
- Collections
- Benutzergruppen
- GPOs
- installierte Anwendungen
- FSLogix-Konfiguration
- Storage
- Backup
- Firewallregeln
- externer Zugriff
- Zertifikate
- Monitoring
Eine Terminalserverumgebung sollte nicht nur deshalb funktionieren, weil ein einzelner Administrator alle Einstellungen auswendig kennt.
Terminalserver virtualisieren oder physisch installieren?
In vielen Unternehmen würde ich Windows Server 2025 RDS heute virtualisiert betreiben.
Beispielsweise auf:
- Hyper-V
- Proxmox
- VMware
Die Virtualisierung bietet Vorteile bei:
- Backup
- Hardwarewechsel
- Ressourcenanpassung
- Migration
- Wiederherstellung
Die jeweilige Windows-Server-Lizenzierung muss dabei selbstverständlich berücksichtigt werden.
Windows Server 2025 Terminalserver auf Proxmox
Windows Server 2025 kann beispielsweise als virtuelle Maschine auf Proxmox VE betrieben werden.
Möglicher Aufbau:
Proxmox Host
↓
DC01
Windows Server
↓
RDS01
Windows Server 2025
↓
FILE01
File Server / FSLogix
↓
PBS
Proxmox Backup Server
Damit bleiben die einzelnen Serverrollen logisch getrennt.
Terminalserver und Domain Controller auf einer VM?
Für produktive Umgebungen würde ich das vermeiden.
Besser:
VM 1
Domain Controller
VM 2
Terminalserver
Auch wenn dadurch eine zusätzliche Windows-Server-VM entsteht, ist die Rollenverteilung deutlich sauberer.
Terminalserver und SQL Server trennen
Auch Datenbanken sollten bei anspruchsvolleren Anwendungen nicht automatisch auf demselben Session Host installiert werden.
Beispielsweise:
RDS01
Anwendung
↓
SQL01
Datenbank
Das erleichtert:
- Wartung
- Performanceanalyse
- Backup
- Skalierung
Ob eine Trennung notwendig ist, hängt allerdings von der jeweiligen Anwendung ab.
Ein Terminalserver oder mehrere Session Hosts?
Ein Session Host
Vorteile:
- einfacher
- weniger Infrastruktur
- günstiger im Betrieb
Nachteile:
- Ausfall betrifft alle Benutzer
- Wartung betrifft alle Benutzer
- begrenzte Skalierbarkeit
Mehrere Session Hosts
Vorteile:
- bessere Skalierung
- Wartungsmöglichkeiten
- Lastverteilung
- höhere Verfügbarkeit
Nachteile:
- komplexere Infrastruktur
- zentrale Profile notwendig
- Connection Broker erforderlich
- höhere Kosten
Für kleine Unternehmen kann ein einzelner Server völlig ausreichend sein.
Terminalserver für 5 Benutzer
Ein mögliches Konzept:
DC01
Active Directory
↓
RDS01
Windows Server 2025
↓
5 RDS User CALs
↓
Microsoft 365 Business Premium
↓
Office / Outlook / Fachanwendung
↓
VPN
↓
Backup
Für fünf Benutzer kann diese Architektur bereits ausreichend sein.
Terminalserver für 10 bis 20 Benutzer
Mögliche Struktur:
DC01 / DC02
↓
RDS01
↓
FILE01
↓
FSLogix
↓
RDS Licensing
↓
VPN oder RD Gateway
↓
Backup
Je nach Workload kann ein leistungsfähiger Session Host noch ausreichen.
Die tatsächliche Auslastung sollte überwacht werden.
Terminalserver für 30 bis 50 Benutzer
Bei höheren Benutzerzahlen sollte geprüft werden:
Connection Broker
↓
RDS01
RDS02
↓
zentraler FSLogix Storage
↓
File Server
↓
RD Gateway
↓
Backup
Dadurch wird die Umgebung besser skalierbar.
Windows Server 2025 RDS Best Practices
1. Domain Controller und Terminalserver trennen
Serverrollen sauber aufteilen.
2. Benutzer als Standardbenutzer betreiben
Keine lokalen Administratorrechte für normale RDS-Benutzer.
3. RDS-Zugriff über AD-Gruppen steuern
Benutzer nicht einzeln konfigurieren.
4. RDS-CALs korrekt lizenzieren
Windows Server CAL und RDS CAL unterscheiden.
5. Lizenzserver konfigurieren
Nicht nur Rolle installieren, sondern Lizenzserver aktivieren und Session Host zuweisen.
6. Microsoft 365 korrekt für RDS lizenzieren
Shared Computer Activation und unterstützten Microsoft-365-Plan verwenden.
7. Profile planen
Bei mehreren Session Hosts beispielsweise FSLogix einsetzen.
8. GPOs verwenden
Terminalserver zentral und reproduzierbar konfigurieren.
9. RDP nicht direkt veröffentlichen
Kein ungeschütztes TCP 3389 aus dem Internet.
10. VPN oder RD Gateway verwenden
Externen Zugriff kontrolliert bereitstellen.
11. MFA einplanen
Remotezugriff nicht ausschließlich mit Passwort absichern.
12. Windows Firewall aktiviert lassen
Nur notwendige Kommunikation freigeben.
13. Netzwerk segmentieren
Server-, Client-, Management- und Backupnetze trennen.
14. Schnellen Storage verwenden
RDS reagiert empfindlich auf langsame I/O.
15. Backup einrichten
Nicht nur den Session Host, sondern die gesamte Infrastruktur sichern.
16. Monitoring verwenden
Performance und Fehler erkennen, bevor Benutzer sie melden.
17. Restore testen
Backup ohne getestete Wiederherstellung ist kein vollständiges Backupkonzept.
Häufige Fehler bei Windows Server 2025 als Terminalserver
RDS-Rolle installieren und Lizenzierung vergessen
Nach der Einrichtung fehlen die benötigten RDS-CALs beziehungsweise der korrekt konfigurierte Lizenzserver.
Windows Server CAL mit RDS CAL verwechseln
Beides erfüllt unterschiedliche Lizenzanforderungen.
Business Standard für Microsoft 365 Apps auf RDS einplanen
Shared Computer Activation ist nicht einfach Bestandteil jeder Business-Lizenz mit Desktop-Apps.
Office normal per Klick installieren
Für eine professionelle RDS-Bereitstellung sollte Microsoft 365 Apps mit passender Shared-Computer-Konfiguration bereitgestellt werden.
Terminalserver direkt per Port 3389 ins Internet stellen
Unnötig hohe Angriffsfläche.
Alle Benutzer zu Administratoren machen
Besonders auf einem Multiuser-System problematisch.
Domain Controller und RDS auf demselben Server betreiben
Unnötige Vermischung kritischer Rollen.
Profile nicht planen
Spätestens beim zweiten Session Host entstehen Probleme.
FSLogix auf langsamen Storage legen
Anmeldungen und Anwendungen werden langsam.
Antivirus scannt FSLogix-VHDX ungeeignet
Kann zu Performance- und Containerproblemen führen.
Keine Sitzungslimits konfigurieren
Getrennte Sitzungen laufen tagelang weiter.
Alle RDP-Umleitungen erlauben
Lokale Laufwerke und Zwischenablage werden ungeprüft zwischen privaten und geschäftlichen Systemen verwendet.
Anwendungshersteller nicht prüfen
Die Fachsoftware unterstützt Windows Server 2025 oder Multiuser-RDS möglicherweise nicht.
Kein Monitoring
Ressourcenengpässe werden erst bemerkt, wenn Mitarbeiter sich beschweren.
Checkliste: Windows Server 2025 Terminalserver einrichten
Grundinstallation
- Windows Server 2025 installieren
- Desktop Experience
- Servernamen vergeben
- feste IP-Adresse
- DNS konfigurieren
- Windows Updates
- Domain Join
RDS
- RD Session Host
- RD Licensing
- gegebenenfalls Connection Broker
- gegebenenfalls RD Web Access
- gegebenenfalls RD Gateway
- Session Collection
Lizenzierung
- Windows Server Lizenzierung
- Windows Server CALs
- RDS CALs
- Per User oder Per Device
- Lizenzserver aktivieren
- CALs installieren
- Lizenzierungsmodus konfigurieren
- Licensing Diagnoser prüfen
Benutzer
- RDS-Benutzergruppe
- Standardbenutzer
- Remotedesktoprechte
- keine unnötigen Adminrechte
Anwendungen
- RDS-Kompatibilität prüfen
- Fachanwendungen
- Microsoft 365 Apps
- Shared Computer Activation
- Outlook
- Browser
- PDF-Software
Profile
- lokale Profile oder FSLogix
- zentraler Storage
- Berechtigungen
- VHDX
- Backup
- AV-Ausnahmen nach Herstellervorgaben
Gruppenrichtlinien
- Sitzungslimits
- Laufwerksumleitung
- Zwischenablage
- Drucker
- OneDrive
- Office
- Sicherheit
- Desktop
Netzwerk
- Server-VLAN
- Firewall
- benötigte Ports
- kein öffentliches RDP
- VPN oder RD Gateway
- NLA
- MFA für externen Zugriff
Betrieb
- Backup
- Monitoring
- Updates
- EDR/Antivirus
- Dokumentation
- Wiederherstellungstest
Fazit: Windows Server 2025 als Terminalserver richtig einrichten
Windows Server 2025 bietet mit Remote Desktop Services weiterhin eine leistungsfähige Plattform für zentral bereitgestellte Unternehmensarbeitsplätze.
Die eigentliche Installation der Rolle:
Remote Desktop Session Host
ist dabei nur ein kleiner Teil des Projekts.
Eine professionelle Terminalserverumgebung besteht aus:
Active Directory
↓
RD Session Host
↓
RDS-Lizenzierung
↓
Benutzer und Gruppen
↓
Anwendungen
↓
Benutzerprofile
↓
Gruppenrichtlinien
↓
Sicherheit
↓
Backup und Monitoring
Bei kleinen Unternehmen kann ein einzelner Session Host ausreichen.
Bei größeren Umgebungen können:
- mehrere Session Hosts
- Connection Broker
- FSLogix
- RD Gateway
- zentraler Storage
ergänzt werden.
Besonders wichtig sind außerdem die korrekte RDS-Lizenzierung und die Lizenzierung von Microsoft 365 Apps.
Wer Microsoft 365 Apps auf einem gemeinsam genutzten RDS-Server einsetzen möchte, benötigt einen dafür geeigneten Microsoft-365-Plan und muss Shared Computer Activation korrekt konfigurieren.
Damit kann Windows Server 2025 auch für moderne kleine und mittelständische Unternehmen weiterhin eine sinnvolle Plattform für zentrale Windows-Arbeitsplätze sein.
Windows Server 2025 Terminalserver einrichten lassen
Sie möchten einen neuen Windows Server 2025 Terminalserver einrichten, einen bestehenden RDS-Server modernisieren oder Ihre Terminalserverumgebung in ein Rechenzentrum beziehungsweise auf eine Virtualisierungsplattform migrieren?
Unetifi unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen bei der Planung, Einrichtung und laufenden Betreuung von Windows Terminalserver- und RDS-Umgebungen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Windows Server 2025
- Remote Desktop Services
- RD Session Host
- RDS Licensing
- RDS CALs
- Connection Broker
- RD Gateway
- RemoteApps
- Active Directory
- Gruppenrichtlinien
- FSLogix
- Microsoft 365 Apps
- Shared Computer Activation
- Exchange Online
- Drucker
- Netzlaufwerke
- VPN
- Firewall
- Servervirtualisierung
- Proxmox
- Backup
- Monitoring
- Patchmanagement
- laufende Wartung
Dabei wird nicht nur der Terminalserver installiert, sondern die komplette Umgebung aus Server, Benutzern, Anwendungen, Profilen, Sicherheit und Backup betrachtet.
So entsteht eine zentral verwaltete Arbeitsumgebung, die sich an die Anforderungen des Unternehmens anpassen und später erweitern lässt.
Häufig gestellte Fragen zu Windows Server 2025 als Terminalserver
Kann Windows Server 2025 als Terminalserver verwendet werden?
Ja. Windows Server 2025 unterstützt Remote Desktop Services und kann als RD Session Host für mehrere gleichzeitige Benutzersitzungen eingesetzt werden.
Welche Rolle benötige ich für einen Windows Server 2025 Terminalserver?
Die zentrale Rolle ist Remote Desktop Session Host. Für den produktiven Betrieb wird außerdem eine korrekte RDS-Lizenzierung benötigt. Bei größeren Umgebungen können Connection Broker, RD Gateway und RD Web Access hinzukommen.
Brauche ich RDS CALs für Windows Server 2025?
Ja. Für Benutzer beziehungsweise Geräte, die auf einen Windows Server RD Session Host zugreifen, werden entsprechende RDS-CALs benötigt. Diese kommen zusätzlich zur allgemeinen Windows-Server-Lizenzierung beziehungsweise den entsprechenden Zugriffsrechten hinzu.
Was ist der Unterschied zwischen RDS User CAL und Device CAL?
Eine User CAL wird einem Benutzer zugeordnet und eignet sich besonders, wenn dieser mehrere Geräte verwendet. Eine Device CAL wird einem Gerät zugeordnet und kann bei gemeinsam genutzten Arbeitsplätzen sinnvoll sein.
Brauche ich einen RDS-Lizenzserver?
Ja, für eine regulär lizenzierte produktive RDS-Umgebung wird ein aktivierter Remote Desktop Licensing Server benötigt, auf dem die entsprechenden CALs installiert sind.
Kann ich Microsoft 365 auf Windows Server 2025 RDS installieren?
Microsoft 365 Apps können in einem unterstützten RDS-Szenario eingesetzt werden. Für einen gemeinsam verwendeten Session Host ist Shared Computer Activation erforderlich und jeder Benutzer benötigt eine dafür geeignete Microsoft-365-Lizenz.
Funktioniert Microsoft 365 Business Standard auf einem Terminalserver?
Business Standard sollte nicht einfach als RDS-Lizenz eingeplant werden. Microsoft weist darauf hin, dass Shared Computer Activation bei den Business-Plänen eine Berechtigung von Microsoft 365 Business Premium ist und nicht generell von Microsoft 365 Apps for Business. Alternativ kommen entsprechende Pläne mit Microsoft 365 Apps for Enterprise infrage.
Funktioniert Microsoft 365 Business Premium auf RDS?
Ja, Microsoft nennt Business Premium ausdrücklich als unterstützten Plan für Microsoft 365 Apps mit Shared Computer Activation auf einem gemeinsam verwendeten RDS-System.
Was ist Shared Computer Activation?
Shared Computer Activation ermöglicht mehreren jeweils korrekt lizenzierten Microsoft-365-Benutzern, Microsoft 365 Apps auf einem gemeinsam genutzten Computer wie einem RDS Session Host zu aktivieren und zu verwenden.
Brauche ich FSLogix für einen Terminalserver?
Nicht zwingend. Bei einem einzelnen kleinen Terminalserver können lokale Benutzerprofile ausreichen. Bei mehreren Session Hosts beziehungsweise höheren Anforderungen ist FSLogix häufig eine sinnvollere zentrale Profillösung.
Was macht FSLogix?
FSLogix kann das vollständige Windows-Benutzerprofil in einem VHD- beziehungsweise VHDX-Container speichern. Dieser wird bei der Anmeldung eingebunden, sodass der Benutzer auf unterschiedlichen Session Hosts dasselbe Profil verwenden kann.
Kann ich Windows Server 2025 RDS auf Proxmox betreiben?
Ja, Windows Server 2025 kann als virtuelle Maschine auf Proxmox VE betrieben werden. Windows- und RDS-Lizenzierung müssen dabei passend zur tatsächlichen Virtualisierungs- und Benutzerumgebung geplant werden.
Sollte der Terminalserver gleichzeitig Domain Controller sein?
Für eine produktive Unternehmensumgebung würde ich die Rollen trennen. Domain Controller und RDS Session Host sollten nach Möglichkeit auf getrennten Servern beziehungsweise virtuellen Maschinen betrieben werden.
Kann ich RDP-Port 3389 ins Internet freigeben?
Technisch ist eine Portweiterleitung möglich, für einen Unternehmens-Terminalserver sollte RDP jedoch nicht einfach direkt öffentlich bereitgestellt werden. Für externen Zugriff sind beispielsweise VPN oder RD Gateway die deutlich sinnvolleren Architekturen.
Was ist ein RD Gateway?
Ein Remote Desktop Gateway ermöglicht abgesicherte und verschlüsselte Verbindungen von externen Geräten zu internen RDS-Ressourcen, ohne den eigentlichen Session Host direkt per RDP im Internet bereitzustellen.
Wie viel RAM braucht ein Windows Server 2025 Terminalserver?
Das hängt stark von Benutzerzahl und Anwendungen ab. Office, Browser und Outlook haben andere Anforderungen als CAD oder umfangreiche ERP-Anwendungen. Die Dimensionierung sollte deshalb anhand des tatsächlichen Workloads erfolgen und anschließend durch Monitoring überprüft werden.
Wie viele Benutzer können auf einem Terminalserver arbeiten?
Es gibt keine sinnvolle pauschale Zahl. Entscheidend sind CPU, RAM, Storage, Anwendungen und das Benutzerverhalten. Bei steigender Benutzerzahl kann es sinnvoller sein, mehrere Session Hosts einzusetzen, anstatt einen einzelnen Server immer größer zu dimensionieren.
Kann ich mehrere Windows Server 2025 Session Hosts verwenden?
Ja. Mehrere RD Session Hosts können in einer RDS-Bereitstellung und Collection zusammengefasst werden. Für eine solche Umgebung werden unter anderem Connection Broker und eine geeignete zentrale Profilstrategie relevant.
Wie sichere ich einen Windows Terminalserver?
Wichtig sind unter anderem aktuelle Updates, Endpoint Protection, Windows Firewall, Standardbenutzer statt lokaler Administratoren, Netzwerksegmentierung, kontrollierter Remotezugriff, MFA, Backup, Monitoring und eine sichere RDS-Gateway- beziehungsweise VPN-Architektur.

